Südafrikanische Behörden haben ebenfalls damit begonnen, im Skandal um den Fußballverband Fifa zu ermitteln. Eine Spezialeinheit der Polizei hat Vorermittlungen eingeleitet. Diese stehen im Zusammenhang mit einer Zahlung von zehn Millionen US-Dollar, die der südafrikanische Verband an den Fifa-Funktionär Jack Warner getätigt hatte.

Das FBI vermutet, dass die Zahlung im Zusammenhang mit der Entscheidung stehe, die Weltmeisterschaft 2010 in Südafrika austragen zu lassen. "Die Vorermittlungen sollen klären, ob wir eine Untersuchung einleiten werden", sagte Polizeisprecher Hangwani Mulaudzi.

In Australien überprüfen die Behörden eine Zahlung von 500.000 Australischen Dollar (knapp 350.000 Euro). Das Geld sei an den amerikanisch-karibischen Verband Concacaf überwiesen worden, sagte Australiens Verbandschef Frank Lowy. Es sei für "eine Studie zur Machbarkeit eines Kompetenzzentrums in Trinidad und Tobago" gedacht gewesen. Australien hatte sich um die WM 2022 beworben, bei der Abstimmung jedoch nur eine Stimme erhalten.

Auch im Zusammenhang mit der WM 2014 in Brasilien werde ermittelt, berichtet die brasilianische Zeitung Estadão. Es gehe dabei offenbar um die Geschäftsbeziehungen von Fifa-Generalsekretär Jérôme Valcke und dem früheren brasilianischen Verbandschef Ricardo Teixeira. Die US-Justiz verdächtige sie der gegenseitigen Vorteilsnahme.

Die Vergabe der WM 2006 hingegen sei sauber gewesen. Das sagte der ehemalige Bundesinnenminister Otto Schily der Bild-Zeitung. "Deutschland hat eine in jeder Hinsicht hervorragende Bewerbung für die Fußball-Weltmeisterschaft 2006 abgeliefert." Es sei ausgeschlossen, "dass von den für die Bewerbung verantwortlichen DFB-Vertretern versucht worden sein sollte, die Mitglieder des Exekutivkomitees durch unlautere Mittel zu beeinflussen".