Auch der Bronze-Traum ist geplatzt: Englands Fußballerinnen haben Deutschland einen versöhnlichen Abschluss der Weltmeisterschaft in Kanada verdorben. Mit ihrem Elfmetertreffer in der 108. Minute zum 1:0 (0:0) nach Verlängerung zerstörte Fara Williams vor 21.483 Zuschauern in Edmonton im Spiel um Platz drei die deutsche Hoffnung auf den Gewinn der Bronzemedaille. Für England war es im 21. Versuch der erste Länderspielsieg überhaupt gegen eine DFB-Elf.

Während die "Three Lionesses" über Platz drei jubelten, muss das DFB-Team die Heimreise mit leeren Händen antreten. Der WM-Vierte wird am Montag in Frankfurt erwartet.

Spiel mit anderer Besetzung

Bundestrainerin Silvia Neid hatte nach der 0:2-Niederlage im Halbfinale gegen die USA gleich fünf Veränderungen vorgenommen: Neu in die Startelf rückten Bianca Schmidt, Babett Peter, Melanie Behringer, Lena Petermann und Sara Däbritz. Dafür nahmen Leonie Maier, Annike Krahn, Melanie Leupolz, Anja Mittag und Alexandra Popp zunächst auf der Bank Platz. Dzsenifer Marozsan und Lena Lotzen waren wegen Sehnenreizungen nicht einsetzbar.

Die Veränderungen zahlten sich zunächst aus. Das deutsche Kombinationsspiel lief deutlich besser als zuletzt gegen die USA, allein im Abschluss haperte es weiterhin. Sasic (9.) und Däbritz, die den Ball mit der Brust stoppte und per Drehschuss über das Tor schoss, hatten weitere Möglichkeiten zur Führung. Die "Three Lionesses", zum ersten Mal in einem WM-Halbfinale, zeigten viel Respekt vor dem zweimaligen Welt- und achtmaligen Europameister. So war DFB-Keeperin Nadine Angerer in ihrem 146. und letzten Länderspiel kaum einmal gefordert.

Erst eine Viertelstunde vor dem Ende der regulären Spielzeit griffen die Engländerinnen an. Doch Jill Scott kam bei einer Hereingabe von Karen Carney einen Schritt zu spät. Danach geriet die deutsche Abwehr auch in der Verlängerung noch einige Male unter Druck. Das Spiel stand auf des Messers Schneide – mit dem glücklicheren Ende für die Engländerinnen. Das Finale bestreiten am Sonntag die USA und Titelverteidiger Japan.