Deutschland - Polen 3:1 (2:1)

Weltmeister Deutschland hat gegen starke Polen gesiegt und ist damit der EM-Endrunde einen großen Schritt näher gekommen. Die Mannschaft von Joachim Löw gewann das Topspiel in der Qualifikationsgruppe D mit 3:1 (2:1). Damit übernahm das Team die Tabellenführung, die bisher Polen inne hatte.

Thomas Müller (12. Minute) und Mario Götze (19.) brachten die deutsche Fußball-Nationalelf früh in Führung. Polens Stürmerstar Lewandowski machte mit seinem Anschlusstor (36.) das Spiel im ausverkauften Frankfurter Stadion lange spannend, ehe Götze traf (82.). Es war der zweiten Doppelpack seiner Länderspielkarriere.

Überraschend verhalf Löw dem 21-jährigen Emre Can gleich bei dessen erster Einladung zur Nationalmanschaft zu seinem Länderspieldebüt. Der Profi vom FC Liverpool hatte rechts in die Viererkette jedoch einen schweren Stand, bekam immer wieder Probleme gegen den schnellen Kamil Grosicki.

Zunächst aber war die deutsche Offensive gegen die in der laufenden Qualifikation zuvor noch unbezwungenen Polen sofort präsent. Der Ausfall von Marco Reus (Zehenbruch) machte sich kaum bemerkbar.

Müller trifft nach Vorlage von Hector

Karim Bellarabi war ein grandioser Vertreter auf dem linken Flügel und bereitete Polens Abwehrspieler einige Male große Probleme. Nachdem der Leverkusener in den ersten zehn Minuten zwei Chancen zum 1:0 vergeben hatte, war er dann an der Vorbereitung des Führungstores beteiligt. Per Doppelpass spielte Bellarabi den ständig nach vorne laufenden Linksverteidiger Jonas Hector frei. Der Kölner legte mustergültig in die Mitte ab, wo Müller richtig stand und mit seinem 28. Tor im 64. Länderspiel für Jubel unter den deutschen Fans sorgte.

Das Gäste-Team von Trainer Adam Nawalka hatte dem variablen Offensivspiel des Gastgebers zunächst wenig entgegenzusetzen. Nur sieben Minuten nach der Führung musste sich Polens Torhüter Lukasz Fabianski ein zweites Mal geschlagen geben. Götze schoss vom linken Flügel gekonnt nach innen und traf das Tor mit einem trockenen Rechtsschuss. Löw, der dem Spieler von Bayern München von Beginn an das Vertrauen ausgesprochen hatte, sah sich in seiner Entscheidung bestätigt. "Ich bin überzeugt, dass er zeigen will, was in ihm steckt", hatte der Bundestrainer vor dem Spiel gesagt.

In der Folge berauschte sich der Weltmeister an seiner wiederentdeckten Spielfreude. Müller, der an Fabianski scheiterte, und der starke Hector, dessen Nachschuss geblockt wurde, verpassten nach 35 Minuten das 3:0.

Kurz vor der Pause beinahe der Ausgleich

Doch in der direkt folgenden Aktion fiel das Tor für Polen. Grosicki ließ auf dem Flügel zum wiederholten Male Can stehen und schoss mit dem Außenrist eine Flanke auf den Kopf von Lewandowski, der seinen achten Treffer in der EM-Qualifikation erzielte.

Kurz vor der Pause wäre dem Bayern-Stürmer fast noch der Ausgleich gelungen. Zunächst scheiterte Lewandowski mit einem kräftigen Schuss am schnell reagierenden Manuel Neuer, nach der anschließenden Ecke holte Götze einen Kopfball seines Vereinskollegen von der Linie.

Die erste Möglichkeit nach dem Wechsel gehörte dem Gastgeber – und wieder stand der auffällig agierende Götze im Fokus. Nach Pass des eingewechselten Ilkay Gündogan, der Bellarabi ersetzte, traf der er nur den Pfosten.

Anschließend kamen die Polen zu einer Chance: Arkadiusz Milik Schuss konnte aber Neuer halten. Das DFB-Team bestimmte fortan aber das Spiel, doch zunächst fehlte lange Zeit die Präzision in Tornähe. Fabianski konnte einen Kopfball von Mats Hummels (72.) gerade noch auf der Linie halten. Doch wenige Minuten vor dem Abpfiff gelang dann Götze der Treffer (82.) zum 3:1 -Endstand.

Deutschland: Neuer (Bayern München/29 Jahre/59 Länderspiele) – Can (Bayer Leverkusen/21/1), Boateng (Bayern München/27/53), Hummels (Borussia Dortmund/26/40), Hector (1. FC Köln/25/6) – Kroos (Real Madrid/25/59), Schweinsteiger (Manchester United/31/112) – Müller (Bayern München/25/64), Özil (FC Arsenal/26/67), Bellarabi (Bayer Leverkusen/25/8 – 53. Gündogan/Borussia Dortmund/24/12) – Götze (Bayern München/23/46 - 90.+1 Podolski/Inter Mailand/30/126)

Polen: Fabianski (Swansea City/30/22) – Piszczek (Borussia Dortmund/30/38 – 43. Olkowski/1. FC Köln/25/8), Szukala (Steaua Bukarest/31/9), Glik (FC Turin/27/27), Rybus (Terek Grosny/26/31) – Maczynski (Guizhou Renhe/28/5 – 63. Blaszczykowski/AC Florenz/29/69), Jodlowiec (Legia Warschau/30/34), Krychowiak (FC Sevilla/25/22), Grosicki (Stade Rennes/27/26 – 83. Peszko/Legia Danzig/30/30) – Lewandowski (Bayern München/27/64), Milik (Ajax Amsterdam/21/12)

Schiedsrichter: Rizzoli (Italien)

Zuschauer: 48 500 (ausverkauft)

Tore: 1:0 Müller (12.), 2:0 Götze (19.), 2:1 Lewandowski (36.), 3:1 Götze (82.)

Gelbe Karten: Kroos, Schweinsteiger / Grosicki, Rybus

Beste Spieler: Götze, Gündogan, Müller / Lewandowski, Grosicki