Wer spielte wie gegen wen?

FSV Mainz 05 – TSG Hoffenheim  3:1 (1:1)
VfL Wolfsburg – Hertha BSC  2:0 (0:0)
SV Darmstadt 98 – FC Bayern München  0:3 (0:1)
Hamburger SV – Eintracht Frankfurt  0:0
1. FC Köln – Borussia Mönchengladbach  1:0 (0:0)
Werder Bremen – FC Ingolstadt  0:1 (0:0)
VfB Stuttgart – FC Schalke 04  0:1 (0:0)
Borussia Dortmund – Bayer Leverkusen  3:0 (1:0)
FC Augsburg – Hannover 96  2:0 (2:0)

Welches Spiel durften Sie auf keinen Fall verpassen?

Dortmund gegen Leverkusen war eines dieser Spiele, das toll anzusehen war, und dabei stets von einem Video- oder Bayernspiel (B-Elf hin oder her) unterscheidbar blieb, weil sich die Akteure menschlich präsentierten. Im Telegramm: Leno eilt hinaus und schlägt ein Luftloch, Hofmann schiebt zum 1:0 ein. Leno dann sehr stark, rettet allein gegen Aubameyang (Reif: "Der Standardspruch wäre jetzt: 'Leno hat seinen Fehler wieder gut gemacht.' Aber hat er ja nicht. Steht ja immer noch 0:1 gegen Leverkusen…"). Hofmann macht sich dafür zum Horst, indem er einen Vier-gegen-zwei-Konter verbaselt. Schiri Aytekin verweigert dem BVB einen Elfmeter, was aber nicht weiter schlimm ist, weil er auf der Gegenseite auch dem Prinzen auf der kleinen Erbse, Chicharito, keinen gewährt. Bayer bricht ein, das zuvor großzügige Dortmund drückt und drängt. Kagawa erhöht mit der Picke auf 2:0, Aubameyang erhöht per Elfer. Zum Schluss bringt Tuchel noch den Ex-Leverkusener Castro, doch der trifft statt zum 4:0 nur den Pfosten und erspart Sportreportern aller Welt Sätze mit "ausgerechnet". Abpfiff. So muss Fußball.

Welches Spiel konnten Sie mit gutem Gewissen verpassen?

Eintorhalbzeit – der Samstagnachmittag erinnerte unschön an einen Til-Schweiger-Film, weil in der kompletten ersten Stunde aller fünf Spiele nur die Bayern trafen. Bis zum Abpfiff passierte dann aber doch noch was. Außer bei Frankfurts Gastspiel in Hamburg. Trotz Alex Meier. Der ist zwar ein, wenn nicht gar DER Fußballgott. Dass seine Torlos-Serie in Hamburg weiterging, ist aber geradezu folgerichtig. Schließlich hat der HSV mit Fußball so viel zu tun wie der kleine Champagnerschwips von Sebastian Vettel mit dem Exzess-Event Oktoberfest, wo die erste Bierleiche 80 Minuten nach Eröffnung zu beklagen war.

Wer stand im Blickpunkt?

Die Mehrfachtorschützen. Der Mainzer Mittelfeldmotor Yunus Malli hatte gelobt, in allen Bereichen besser zu werden. Was man eben so sagt als 23-jähriger Profisportler. Besonderen Wert werde man auf die Defensive legen, verspricht man dann, und die Bierbauchträger vor den Fernsehern nicken zufrieden. Dabei wollen sie doch bloß Tore sehen, maximal noch flinke Dribblings oder tödliche Pässe, die aber zu Toren führen müssen, sonst ist doch alles nüscht. Aber das zu sagen trauen sich in Zeiten der Taktik-Blogs nur noch Grundschüler. Früher gab es 80 Millionen Bundestrainer, heute 80 Millionen Konzepttrainer. Die aber auch auf Tore angewiesen sind. Was uns zurück zu Malli bringt. Der hatte sich auch vorgenommen, seine Chancen besser zu verwerten. Was er dann auch tat. Aus einem 0:1-Rückstand gegen Hoffenheim machte er unter den Augen des Ehrengasts Jürgen Klopp im Alleingang einen 3:1-Sieg. Malle mag nur einmal im Jahr sein, Malli war dreimal am Tag. Dass es bei ihm so gut läuft, ist kein Zufall: Der Deutschtürke ist verliebt, verlobt – und seit Dienstag verheiratet mit seiner Hatice.

Umso mehr kriselt es beim alten Ehepaar Dieter Hecking und Bas Dost. Der strenge Herr Hecking ließ seinen Star nach miesen Auftritten in der Champions League und im Training auf der Bank. Nachdem er Dost in der 70. gebracht hatte und der noch doppelt traf, gab es dann das Gegenteil von Versöhnungssex: "Wie er die letzten drei Tage rumgelaufen ist, das geht nicht", polterte Hecking. "Das ist Egoismus pur. Als ob man ihm das Spielzeug weggenommen hat." Und: "Wenn er meint, er muss seinen Ärger öffentlich zur Schau stellen, dann ist er hier in Wolfsburg falsch." Ein klarer Fall für den Paarpsychologen. Und das nach der noch frischen Scheidung von De Bruyne.