Wer spielte wie gegen wen?

SV Darmstadt 98 – FSV Mainz 05 2:3
Borussia Mönchengladbach – VfL Wolfsburg 2:0
Hannover 96 – Werder Bremen 1:0
Hertha BSC – Hamburger SV 3:0
TSG Hoffenheim – VfB Stuttgart 2:2
FC Ingolstadt – Eintracht Frankfurt 2:0
Schalke 04 – 1. FC Köln 0:3
FC Bayern – Borussia Dortmund 5:1
Bayer Leverkusen – FC Augsburg 1:1

Welches Spiel durften Sie auf keinen Fall verpassen?

Hertha gegen den HSV, weil Berlin plötzlich wieder knorke ist. Im vergangenen Jahr wäre die Hertha abgestiegen, hätte die Saison auch nur ein Spiel länger gedauert. Heute, nach dem 3:0 gegen die Hamburger, sind sie plötzlich Vierter. Die Hertha hat das geschafft, was viele Vereine wollen, aber nur wenige schaffen: Sie hat klug eingekauft. Mitchell Weiser und Niklas Stark tun der Abwehr gut, Vladimír Darida dominiert das Mittelfeld im Stile eines Mittelstreckenläufers und Vedad Ibišević zeigt, dass Toreschießen wie Fahrradfahren ist: unverlernbar. Deswegen waren am Samstag auch die Fans happy, die zum Tag der Deutschen Einheit mit einer liebevollen Choreografie winkten. Sie ließen die Berliner Mauer in ihrer Kurve verschwinden und teilten per Transparent mit: "Wir vereinen Ost und West, Hertha steht für ganz Berlin." Nun ja, in Köpenick sehen sie das sicherlich anders. Und auch viele Zugezogene aus Mitte, Prenzlauer Berg oder Friedrichshain würden eher ihren Jutebeutel verbrennen als einen Fuß ins muffige Olympiastadion zu setzen. Noch vielleicht.

Welches Spiel konnten Sie mit gutem Gewissen verpassen?

Bayern gegen den BVB, was natürlich nicht ganz stimmt, aber ein bisschen doch. Ganze acht Spiele hielt die Hoffnung. Nach dem 5:1 müssen aber alle, die von einer zumindest spannenderen Meisterschaft geträumt hatten, mit einer anderen Liga vorlieb nehmen (Pro-Tipp: Die algerische Ligue Professionelle 1). Aber was bleibt neutralen Beobachtern wie uns übrig, als dem FC Bayern zur Meisterschaft zu gratulieren und uns an Ästhetik zu erfreuen? An der Selbstverständlichkeit Lewandowskis, der Wurstigkeit Müllers, der Dynamik Costas und der Präzision Boatengs. Zu weit enteilt ist der FC Bayern der Konkurrenz, qualitativ noch mehr als punktetechnisch. Und alle, die insgeheim vorhatten, in einer möglichen Schwächephase der Münchner auch einmal von der Tabellenspitze zu grüßen, haben ihrerseits nicht gewonnen. Nicht Schalke, nicht Wolfsburg, nicht Leverkusen. Erst recht nicht der BVB.

Wer stand im Blickpunkt?

André Schubert und der Duden. Das Wort "Interim" kommt aus dem Lateinischen und bedeutet: inzwischen, einstweilen. Wer noch ein wenig weiter googelt, erfährt, dass Interim auch eine autonome Zeitung aus Berlin und ein Theater in München-Laim ist. All das wird den Gladbacher Interimstrainer André Schubert kaum interessieren. Aber nach drei Siegen aus drei Spielen fragen sich viele, warum Schubert, der den Herbst über die Bank warm halten soll, bis ein echter Nachfolger für den flüchtigen Lucien Favre gefunden wird, nicht länger bleiben soll. Auch gegen Wolfsburg spielten die Gladbacher zumindest in der zweiten Halbzeit einen flotten Fußball. Schuberts Wolfsburger Pendant Dieter Hecking war dagegen weniger vergnügt. Er wurde vom Vierten Offiziellen auf die Tribüne geschickt, der einen Tritt an die Werbebande bemerkt haben will. Dabei war es eher ein Streicheln. Der arme Hecking musste sich inmitten der Gladbacher Fans die beiden Gegentore geben. Fiese Gesten inklusive, die wir an dieser Stelle natürlich verurteilen. Aber vielleicht fuhr der Kerl ja auch nur Diesel.