Wer spielt wann gegen wen?

FSV Mainz 05 – Borussia Dortmund (Freitag, 20.30 Uhr)
Werder Bremen – FC Bayern München
FC Schalke 04 – Hertha BSC
Hamburger SV – Bayer Leverkusen
VfL Wolfsburg – TSG Hoffenheim
FC Augsburg – SV Darmstadt 98 (alle Samstag, 15.30 Uhr)
Eintracht Frankfurt – Borussia Mönchengladbach (Samstag, 18.30 Uhr)
1. FC Köln – Hannover 96 (Sonntag, 15.30 Uhr)
VfB Stuttgart – FC Ingolstadt (Sonntag, 17.30 Uhr)

Welches Spiel dürfen Sie auf keinen Fall verpassen?

Mainz gegen Dortmund. Alle wollen nach dem Bayern-Spiel wissen, wie Thomas Tuchel seine erste BVB-Niederlage wegsteckt. Wobei Niederlage wohlwollend ausgedrückt ist. Ob er in den zwei Wochen seine Abwehr besser auf die langen Bälle des Gegners eingestellt hat. Ob er die guten taktischen Ratschläge seines Kapitäns annimmt. Ob er Kimme und Korn von Reus wieder richtig einstellt. Ob er an Roman Bürki festhält und ihn festigt. Der junge Schweizer Keeper hatte nicht gut ausgesehen, später wurde er von einigen Medien rausgepickt. In dieser ersten kritischen Situation in seinem neuen Verein ist also der Taktiker Tuchel gefragt – und zwar nicht nur auf dem Platz. Zumal auch die Rückkehr zu seinem alten Verein von Misstönen begleitet wird. Harald Strutz, Best Dressed Man of Bundesliga und Mainzer Präsi mit hessischem Sound, meldete sich zu Wort. Nach Tuchels Abgang vor anderthalb Jahren hatte Strutz gesagt: "Ich kam mir verraten vor." In diesen Tagen sagte er: "Wir haben unterschiedliche Auffassungen von Respekt." Tuchel blieb zunächst cool, sagte dann aber leicht stachelig: "Wie und wo er es gesagt hat, sagt am Ende mehr über ihn als über mich. Die Zeiten sind vorbei, in denen ich mich über Harald Strutz geärgert habe." Vielleicht will Strutz aber vor allem seinen Manager Christian Heidel an Vertragstreue erinnern, der wird nämlich von Schalke umworben.

Welches Spiel können Sie mit gutem Gewissen verpassen?

Wolfsburg gegen Hoffenheim. Sie werden sich jetzt sicher fragen: Wie kommen die darauf? Ausgerechnet das Duell, auf das die Nation hinfiebert. Aber wir sind nun mal Spielverderber und müssen auf was anderes hinweisen: Volkswagen streicht nach dem Auspuff-Gate dem Fußball die Mittel. Vorausgesetzt die entscheiden noch selbst und diesen Job hat inzwischen nicht auch Dobrindt übernommen. Die Branche spekuliert nun, wie und wo, VW ist ja in der halben Bundesliga dabei. Vermutlich wird es andere Clubs noch stärker treffen als den VfL. Doch auch der muss kürzer treten. Die Pläne für das neue Nachwuchsleistungszentrum, das 30 bis 40 Millionen Euro kosten sollte, kann der Verein erst mal in den Harz kicken. Und wer weiß, wer sonst noch kürzer treten muss? Kann sein, dass Lord Bendtner und Max Kruse bald statt mit dem Sportwagen im Jetta Diesel rumtuckern. Die Story am Mittellandkanal ist so spannend, dass sich Leonardo DiCaprio und Paramount Pictures die Filmrechte gesichert haben. Wir sind auf die Besetzung von Winterkorn, Allofs und Hecking gespannt. Mögliche Titel: Dieter goes to Hollywood. Oder: The Wolf of Wolfsburg.

Wer steht im Blickpunkt?

Jürgen Klopp und Stefan Effenberg. Die beiden darf man zurzeit tatsächlich in einem Atemzug nennen. Klopp begeht nach einem grandios charmanten Auftritt vor der Liverpooler Presse sein Debüt in Tottenham, am Samstag um 13.45 Uhr deutscher Zeit ist es so weit. Man möchte ihm nicht nur zwei Daumen drücken, dass er Erfolg hat und die letzte Dortmunder Saison nur ein Ausrutscher war. Effenberg legte bei seiner Vorstellung in Paderborn einen Auftritt hin, der mit Klopp konkurrieren konnte. Wer die gewohnt großspurigen Worte und Gesten erwartet hatte, wurde angenehm überrascht. "Ich habe eine unglaubliche Vorfreude, bin Feuer und Flamme", sagte Effenberg und versprühte Lust auf große Taten. "Ich bin sehr froh, hier zu sein. Ich hatte nach ein, zwei Minuten sofort das Gefühl, dass ich hier willkommen bin." Das wirkte nicht aufgesetzt oder auswendig gelernt. Fragt sich, was er kann. Auf jeden Fall ein spannendes Experiment. In den vergangenen zehn Jahren galt ja als gesichert, dass eine aktive Fußballerkarriere nicht mehr notwendig ist, um ein guter Trainer zu werden. Sie wurde schon fast zum Hindernis. Sollte Effenberg in Paderborn Erfolg haben, ohne Laptop sozusagen, schlägt das Pendel bald vielleicht in die andere Richtung.