Wer spielte wie gegen wen?

Eintracht Frankfurt – FC Bayern München 0:0
FC Schalke 04 – FC Ingolstadt 1:1
FC Augsburg – FSV Mainz 05 3:3
Werder Bremen – Borussia Dortmund 1:3
1. FC Köln – TSG Hoffenheim 0:0
Hertha BSC – Borussia Mönchengladbach 1:4
VfL Wolfsburg – Bayer Leverkusen 2:1
VfB Stuttgart – SV Darmstadt 98 2:0
Hamburger SV – Hannover 96 1:2

Welches Spiel durften Sie auf keinen Fall verpassen?

In der mehr als hundertjährigen Geschichte dieser Bundesliga-Rückschau hat es noch nie ein 0:0 in diese erste Rubrik geschafft. Doch das torlose Unentschieden der Bayern hat es verdient. Lang ist es nämlich her, dass der FC Bayern in der Bundesliga nicht gewann. Es war am 16. Mai in Freiburg, die Älteren werden sich erinnern. Das Spiel in Frankfurt könnte aber nun eine Blaupause liefern, wie dem Primus beizukommen ist: mit dem Mauerbau, was auch zum Tod von Günter Schabowski an diesem Wochenende passt. Die Eintracht stellte sich zu elft auf die Torlinie, zählte neunzig Minuten runter und betete. Bei den Bayern glaubte man, etwas Verdruss herauszuhören. "Das habe ich so noch nicht erlebt", sagte Jérôme Boateng. Philipp Lahm sprach von einem "Unterschied zwischen defensiv und defensiv". Selbst begabte Mannschaften mit Trainern, die stolz sind auf ihre Kurzpässe wie Arsène Wenger und der FC Arsenal, verrammelten gegen die Bayern das Tor und hatten Erfolg. Eine Adelung für Guardiola, aber auch ein Problem. Was tun gegen jemanden, der kein bisschen mitspielen will? Ein 100-Meter-Lauf, bei dem die Gegner alle ins Ziel spazieren, weil ihnen Usain Bolt zu schnell ist, macht ja auch keinen Spaß. Bei Kampfsportarten wie Judo gibt es übrigens Strafen für Passivität.

Von ihren letzten vier Spielen haben die Bayern nur zwei gewonnen. Spieler und Trainer bemühten sich zwar, keine schlechte Stimmung aufkommen zu lassen. Wenn aber Lewandowski nicht trifft, Neuer Kerzen schlägt, Robben nur schwalbt und Müller gar auf der Bank sitzt, dann, aber nur dann, sind die Bayern nur noch eine gute Fußballmannschaft. Der in den vergangenen beiden Spielzeiten bewährte Plan, die Meisterschaft schon zu Weihnachten im Sack zu haben, um sich dann auf Europa zu konzentrieren, dürfte dieses Mal schwieriger umzusetzen sein. Fünf Punkte Vorsprung sind es jetzt nur noch auf den BVB, der seinerseits plötzlich eine gewisse Selbstverständlichkeit beim Gewinnen entwickelt. Zumindest eine Woche lang können alle Bundesligafans hoffen, dass die Meisterschaft doch noch ein wenig spannend werden könnte.

Welches Spiel konnten Sie mit gutem Gewissen verpassen?

Wie prophezeit, das der gar nicht so jecken Kölner gegen Hoffenheim, das neue Team von Huub Stevens, des Knurrers vom Kraichgau. Unbestätigten Gerüchten zufolge sollen im Südwesten des Landes einige Kinder zu Halloween als Stevens gegangen sein, um ihre Nachbarn zu erschrecken. Nach 90 ereignisarmen Minuten stand ein 0:0, es hätte aber auch anders herum ausgehen können.

Wer stand im Blickpunkt?

Marco Reus. Der Nationalspieler und passionierte Fußgänger ist wieder da. Der Dortmunder Höhenflug der vergangenen Wochen fand ja vor allem trotz Reus statt, nicht seinetwegen. Grotesker Höhepunkt seiner Formkrise war das Länderspiel gegen Georgien, bei dem er sich als bester Abwehrspieler der Kaukasustruppe entpuppte. Nun aber traf Reus doppelt, wie auch schon gegen Augsburg, und sorgte dafür, dass der Liga eine zweite Übermannschaft heranwächst. "Ja, ja, nur noch fünf Punkte Rückstand, und sie kommen ja auch noch zu uns", sagte Thomas Tuchel und meinte das ebenso ironisch wie der Pressesprecher von Werder, der Tuchel zum Entsetzen von Viktor Skripnik einen Job in Bremen anbot. Auch Mats Hummels, ein anderes Sorgenkind, verzeichnet ansteigende Form. Zwar hummelste er beim Bremer Treffer wieder mal in der eigenen Abwehr herum. Dafür bereitete er auf denkbar elegante Weise das 2:1 von Mchitarjan vor. Seine Außenristflanke erinnerte an den frühen Franz Beckenbauer. Bleibt zu hoffen, dass Hummels dessen späteres Schicksal erspart bleibt.