FC Ingolstadt 04 – SV Darmstadt 98 3:1 (0:1)

Mit einem Doppelschlag innerhalb von zwei Minuten hat der FC Ingolstadt das Aufsteigerduell in der Bundesliga noch für sich entschieden. Robert Bauer (58. Minute) und Moritz Hartmann (60./Foulelfmeter) wendeten am Sonntag gegen Darmstadt 98 nach dem Seitenwechsel ein intensives Kräftemessen zweier Überraschungsteams, ehe Hartmann mit seinem zweiten Treffer (88.) zum 3:1 (0:1) den Sieg klarmachte.

Gäste-Kapitän Aytaç Sulu (9. Minute) hatte die Darmstädter Standardspezialisten mit dem 100. Bundesligator ihrer Clubhistorie in Führung gebracht. In der Tabelle verbesserten sich die Oberbayern auf den achten Platz. Der Mitaufsteiger hat als Tabellendreizehnter nunmehr fünf Punkte Rückstand.

Hertha BSC – 1899 Hoffenheim 1:0 (1:0)

Hertha BSC hat den vierten Tabellenplatz in der Fußball-Bundesliga erfolgreich verteidigt. Die Berliner gewannen ihr Heimspiel gegen das neue Schlusslicht 1899 Hoffenheim am Sonntag mit 1:0 und durften bereits den siebten Saisonsieg bejubeln. Ein Eigentor von 1899-Profi Eugen Polanski (30. Minute) bescherte den Gastgebern im Berliner Olympiastadion die drei Punkte.

Dichtes Schneegestöber verwandelte den grünen Rasen teilweise in eine weiße Rutschfläche. Auch in Berlin waren die Sicherheitsvorkehrungen nach dem Terrorakt von Paris und dem abgesagten Länderspiel in Hannover verstärkt worden.

Schalke 04 – Bayern München 1:3 (1:1)

Im Topspiel des Spieltages gewann der FC Bayern München gegen Schalke 04 mit 1:3. Die Gäste aus München waren früh in der Partie in Führung gegangen. Bereits in der neunten Spielminute konnte David Alaba das 0:1 für den Rekordmeister erzielen. Schalke konzentrierte sich zunächst auf die Defensive und hielt die Bayern vom eigenen Strafraum fern. In der elften Minute kamen die Schalker durch einen Treffer von Max Meyer zunächst zum Ausgleich.

In der zweiten Halbzeit bewiesen die Bayern Geduld gegen sehr defensiv agierende Schalker. Die Führung zum 1:2 erzielte Javi Martínez (69. Minute) per Kopf. Den 1:3-Endstand markierte Thomas Müller durch einen Treffer in der Nachspielzeit (91.). Die Bayern liegen durch den Sieg gegen Schalke nun mit acht Punkten Vorsprung vor dem Zweitplatzierten Borussia Dortmund. Schalke verliert einen Platz und steht aktuell auf Platz sieben.

Wolfsburg gewinnt 6:0 gegen Bremen

Mit dem 6:0 (2:0) hat Dieter Hecking auch das sechste Bundesliga-Spiel als VfL-Coach gegen die Bremer gewonnen. Die daheim noch ungeschlagenen Wolfsburger festigten mit dem Sieg ihren dritten Platz in der Tabelle, während die Bremer im unteren Drittel feststecken. Wolfsburg ging vor 30.000 Zuschauern durch ein Eigentor von Alejandro Gálvez in der 11. Minute in Führung. Danach trafen Max Kruse (44., 87.), Vieirinha (56.), Josuha Guilavogui (67.) und Bas Dost (78.).

Die Wolfsburger waren nach der Kritik des Trainers und von Manager Klaus Allofs nach der Niederlage in Mainz von Beginn an dominierend. Die Gastgeber drückten den Gast aus Bremen fast durchgehend in die eigene Hälfte und erarbeiteten sich reichlich Torchancen. Doch die blieben zunächst durch Bas Dost (15.) und Luiz Gustavo (22.) ungenutzt. Die Treffer fielen dann durch ein Eigentor nach einer Flanke von Christian Träsch sowie einen Kopfball von Kruse, der einen Freistoß von Vieirinha nutzte.

Erst nach dem Wechsel verwertete Vieirinha eine Flanke von Marcel Schäfer und erzielte mit dem Fuß die Entscheidung zugunsten der Gastgeber. Danach war es noch leichter für den VfL. Zugabe waren der Treffer von Guilavogui nach einer Flanke des ebenfalls eingewechselten André Schürrle und Bas Dosts Treffer nach Kruse-Vorarbeit. Den Abschlusstreffer erzielte Kruse nach Vorarbeit von Schürrle.

Die Bremer kamen hingegen zu keinen echten Torchancen. Den ersten ernstzunehmenden Schuss aufs Wolfsburger Tor gab es erst in der 39. Minute durch Fin Bartels. Ähnlich trostlos wie zuvor blieben die Bremer Offensivbemühungen danach.

Wolfsburgs Abwehrchef Naldo hatte nicht viel zu tun und konnte genießen, dass sich sein Vertrag am Samstag um ein Jahr verlängert hat. Ausgerechnet gegen seinen ehemaligen Verein absolvierte der 33 Jahre alte Verteidiger das 20. Pflichtspiel der laufenden Saison, wodurch eine Klausel in seinem Kontrakt wirksam wurde.

Vor dem Spiel in Wolfsburg waren die verschärften Sicherheitsvorkehrungen nicht zu übersehen. Es gab eine "erhöhte Präsenz der Polizei", sagte Wolfsburgs Manager Klaus Allofs. Einige Beamte trugen Maschinenpistolen. Zudem waren die Einlasskontrollen nach der Absage des Fußball-Länderspiels in Hannover durch den Sicherheitsdienst des VfL verschärft worden. Autos, die auf den VIP-Parkplatz fuhren, wurden durchsucht. Die Zuschauer wurden abgetastet. Vor dem Stadion bildeten sich lange Schlangen, die sich aber rechtzeitig zum Anpfiff auflösten.

Augsburg deklassiert Stuttgart

Der FC Augsburg hat den VfB Stuttgart deklassiert und gegen seinen Lieblingsgegner VfB Stuttgart zugleich seine Negativserie in der Fußballbundesliga beendet. Nach zuletzt sieben sieglosen Spielen fertigte das bisherige Schlusslicht den Tabellen-Drittletzten im Kellerderby mit 4:0 (3:0) ab. Die bayerischen Schwaben feierten gegen die württembergischen Schwaben am Samstag ihren ersten Auswärtssieg in dieser Saison.

Alexander Esswein (11.), Jan-Ingwer Callsen-Bracker (36.) und Ja-Cheol Koo (53.) sorgten mit ihren Treffern für den auch in dieser Höhe verdienten sechsten Erfolg nacheinander gegen den VfB. Zudem war Augsburgs Timo Baumgartl (17.) ein Eigentor unterlaufen. Die Stuttgarter enttäuschten vor 54.925 Zuschauern nach zuvor zwei Heimerfolgen auf ganzer Linie.

Die Partie begann mit einer Viertelstunde Verspätung. Tausende Fans standen zur normalen Anstoßzeit noch vor dem Stadion, weil nach den Terroranschlägen in Paris die Sicherheitsbestimmungen und Einlasskontrollen verschärft worden waren.

Der VfB musste kurzfristig auf Stammtorhüter Przemysław Tytoń wegen eines Magen-Darm-Infektes verzichten. Für den Polen kam Odisseas Vlachodimos zu seinem dritten Erstliga-Einsatz in dieser Saison. Ihn traf aber keine Schuld an dem Debakel.

Die Gäste bestimmten nach etwa zehn Minuten Anlaufzeit eindeutig das Geschehen. Der FCA erkannte die Schwachstellen in der Stuttgarter Defensive und nutzte die teilweise amateurhaften Fehler gnadenlos aus. Esswein profitierte bei seinem Führungstreffer von eklatanten Stellungsfehlern des VfB. Bei seinem Distanzschuss zum 2:0 hatte der Stürmer Glück, VfB-Innenverteidiger Baumgartl fälschte den Ball entscheidend und unhaltbar ab.

Callsen-Bracker setzte sich bei seinem wuchtigen Kopfball zum vorentscheidenden 3:0 nach einer Ecke gegen vier wie Statisten dastehende Stuttgarter durch. Bei konsequenter Chancenverwertung hätte Augsburg sogar noch mehr Tore erzielen können.

Der verunsicherte VfB hatte der Gästedominanz kaum etwas entgegenzusetzen. Lediglich Linksverteidiger Emiliano Insúa konnte FCA-Schlussmann Marwin Hitz mit einem satten Distanzschuss einmal ernsthaft prüfen (20.). Ansonsten präsentierte sich auch die Offensive wenig erstligatauglich. Die frühe Einwechslung von Stürmer Jan Kliment für den überforderten Innenverteidiger Toni Šunjić (27.) und damit zumindest eine nominelle Verstärkung des Angriffs brachte nichts.

Auch nach dem Wechsel das weitgehend gleiche Bild und Kräfteverhältnis: Der schwache VfB machte es den Gästen spielend leicht. Koo nutzte einen der zahlreichen Stellungsfehler zum verdienten 4:0. Augsburg kontrollierte die Partie. Dem VfB gelang fast nichts. Timo Werner (77.) und Baumgartl (89.) vergaben Chancen zum Ehrentreffer.

Leverkusen – Frankfurt 1:3 (1:2)

Torjäger "Chicharito" Hernández hat den Absturz von Bayer Leverkusen wieder gestoppt. Nach drei Pflichtspiel-Niederlagen in Serie gewann die Werkself mit 3:1 (2:1) bei Eintracht Frankfurt vor 47.500 Zuschauern und geht mit gestärkten Rücken in das Champions-League-Spiel am Dienstagabend bei BATE Borissow. Leverkusen war von Beginn an die klar bessere, hoch überlegene, deutlich handlungsschnellere und technisch versiertere Mannschaft.

Der Mexikaner Hernández brachte die Gäste mit Toren in der 23. und 39. Minute in Führung. Nach der Pause legte Hakan Çalhanoğlu (72.) das dritte Tor nach. Für die schwache Eintracht hatte nur Slobodan Medojević kurz vor der Pause zum 1:2 (45.) getroffen. Nach dem vierten Heimspiel nacheinander ohne Sieg ist der kurze Frankfurter Aufschwung in der Fußballbundesliga damit schon wieder vorbei.

Dass der Eintracht gerade offensiv die Mittel fehlten, hatte auch etwas mit ihrer stark dezimierten Personallage zu tun. Stürmer Haris Seferović fehlte gelbgesperrt, sein Vertreter Luc Castaignos musste schon früh verletzt raus (22.). Da Václav Kadlec keine Rolle mehr spielt und im Januar nach Dänemark wechseln wird, musste Veh in dieser Situation den Außenverteidiger Timothy Chandler einwechseln.

Die Folge: Nach der Pause hatte Frankfurt nur zwei gute Chancen durch Stefan Aigner (59./90.). Leverkusen verwaltete die Partie nur noch, war aber selbst im Energiesparmodus noch das gefährlichere Team.

Auch dieses Spiel wurde von verstärkten Sicherheitsmaßnahmen begleitet. Bereits am Freitag und dann noch mal am Samstag wurde die Commerzbank Arena unter anderem mit Hilfe von Sprengstoffspürhunden der Polizei durchsucht. Die Ordnungskräfte der Eintracht verstärkten die Einlasskontrollen, weshalb die Schlangen vor den Stadiontoren etwas länger waren als sonst üblich.  

Mainz und Köln trennen sich 0:0

Der 1. FC Köln und der FSV Mainz 05 treten in der Fußballbundesliga nach ihrer Nullnummer auf der Stelle. Zwei Wochen nach den überzeugenden Erfolgen des FC in Leverkusen und der Mainzer gegen Pokalsieger Wolfsburg trennten sich beide Mannschaften vor 46.700 Zuschauern in einer enttäuschenden Begegnung 0:0. Der FC kommt damit nach 13 Spieltagen auf 19 Punkte, die Mainzer haben nun 17 Zähler.

Nach zwei Heimpartien ohne Torerfolg begann der FC mit viel Engagement. Schon in der siebten Minute war die Führung möglich: Kapitän Matthias Lehmann legte auf Philipp Hosiner, dessen Flachschuss um wenige Zentimeter links vorbeistrich. Vier Minuten später traf Leonardo Bittencourt aus der Drehung das Außennetz. Im Gegenzug wurde es bei einem Kopfball des Argentiniers Pablo de Blasis erstmals auch für die Gastgeber gefährlich (12.).

Nach gut 20 Minuten verflachte die Partie. Der FSV, der nach dessen Knöchelverletzung wieder auf Spielführer Julian Baumgartlinger zurückgreifen konnte, störte früh, bekam bei 54 Prozent Ballbesitz in den ersten 45 Minuten mehr Kontrolle und wurde offensiv mutiger – die FC-Abwehr um den von einer Oberschenkelblessur genesenen Nationalspieler Jonas Hector hatte gut zu tun.

Ein Kopfball des Japaners Yoshinori Mutō senkte sich auf das FC-Tornetz (31.). Bei den Kölnern, die vor zwei Wochen das Städtederby in Leverkusen mit 2:1 für sich entschieden hatten, dauerte es bis zur 40. Minute, ehe Kevin Vogt in seinem 100. Erstligaspiel Gästekeeper Loris Karius wieder zum Eingreifen zwang.

Wie schon in Spielhälfte eins übernahmen die wegen der Anschläge von Paris nicht mit den eigentlich geplanten Karnevalstrikots angetretenen Kölner zu Beginn der zweiten 45 Minuten das Kommando. Der bis dahin völlig unauffällige Torjäger Anthony Modeste traf den Pfosten (48.).

Die Mainzer indes suchten weiter ihre Chancen nach vorn: Yunus Mallıs Flachschuss in der 51. Minute ließ erkennen, dass die Gäste trotz zeitweise zunehmenden FC-Drucks auf einen Sieg aus waren. Zudem erwies sich die Elf von Köln-Trainer Peter Stöger als äußerst harmlos, was der Franzose Modeste bei einer missglückten Kopfballchance (73.) und Hector bei einem harmlosen Schuss zwei Minuten vor dem Abpfiff bewiesen – so war das torlose Remis ein mehr als gerechtes Resultat.

Gladbach gewinnt gegen Hannover mit 2:1

Zehn Tage nach der Vertragsunterschrift von Chefcoach André Schubert feiert Borussia Mönchengladbach einen Clubrekord. Das 2:1 (1:0) gegen Hannover 96 durch das späte Siegtor von Stürmer Raffael (84. Minute) war der siebte Sieg im achten Bundesligaspiel unter Schubert. Ebenfalls ungeschlagen in seinen ersten acht Fußballspielen war 1975 Udo Lattek mit vier Siegen und vier Unentschieden. Damit ist die Bilanz des Senkrechtstarters, der einen Vertrag bis 2017 hat, sogar noch besser als die des ehemaligen Meistertrainers der Borussen.

Ibrahima Traoré (35.) hatte die Borussia zuvor in Führung gebracht, Artur Sobiech für die Gäste ausgeglichen (65.). Mönchengladbach feierte vor 52.214 Zuschauern zudem eine gelungene Generalprobe für das Champions-League-Gruppenspiel gegen den FC Sevilla am Mittwoch (20.45 Uhr). Die ersatzgeschwächten Hannoveraner mussten nach zuletzt zwei Auswärtssiegen einen Dämpfer hinnehmen.

Kurz vor dem Anpfiff gab es wie in allen Bundesligastadien eine Schweigeminute für die Opfer der Terroranschläge von Paris. Im Stadion gab es keine Probleme. Vor dem Spiel hatte es Ärger mit etwa 130 Ultras aus Hannover gegeben. Sie hatten in einem Regionalzug von Düsseldorf nach Mönchengladbach randaliert und per Notbremse einen Stopp verursacht. Die Anhänger wurden von der Polizei sofort wieder nach Hause geschickt.

Schubert, dem vier langzeitverletzte Leistungsträger und der gesperrte Kapitän Granit Xhaka fehlten, brachte die zuletzt angeschlagenen Tony Jantschke und Julian Korb von Beginn an. Hannovers Coach Michael Frontzeck, Ex-Profi und -Trainer in Gladbach, musste kurzfristig auf Leon Andreasen und Hiroki Sakai verzichten.

Die Gäste standen zu Beginn gut organisiert und versuchten die Gladbacher schon bei der Ballannahme zu stören. Das führte zu Ballverlusten und zu Möglichkeiten. Bereits nach vier Minuten tunnelte Artur Sobiech alleinstehend Gladbachs Keeper Yann Sommer, erst Kapitän Jantschke schlug den Ball vor der Linie weg. Mit dem ersten guten Angriff hatte die Borussia die Führung vor Augen, aber die Direktabnahme des ehemaligen Hannoveraner Lars Stindl nach Pass von Traoré landete am Außenpfosten (13.).

Das Schubert-Team wirkte danach befreiter, wodurch sich in der Folge gefährliche Situationen, häufig über Traoré, ergaben. Hannovers Schmiedebach rettete vor dem einschussbereiten Fabian Johnson (28.). Fast traf Raffael, der allerdings freistehend in die Arme von Ron-Robert Zieler köpfte. Fünf Minuten später zirkelte Traoré den Ball durch die Beine des Nationalkeepers zur Führung. Hannover hatte durch Karamans Direktabnahme die Riesenmöglichkeit zum Ausgleich, aber Sommer parierte prächtig (41.).

Die Gäste suchten nach dem Wechsel weiter ihre Chancen. Dabei hatte Uffe Bech Pech mit einem Pfostenschuss nach Alleingang (50.) und Salif Sané scheiterte mit einem Kopfball an Sommer (53.). Stindl hätte danach alles klarmachen können, traf nach einer Finte aber erneut den Pfosten (63.). Dann stocherte Sobiech nach einer Ecke im Gefühl den Ball ins Gladbacher Tor. Es entwickelte sich ein offener Schlagabtausch, in dem auch die Gäste hätten in Führung gehen können. Aber Raffael staubte dann zum umjubelten Siegtreffer ab.