Borussia Mönchengladbach feierte seinen ersten Champions-League-Erfolg in der Clubgeschichte. Die Mannschaft gewann gegen den FC Sevilla überzeugend mit 4:2 (1:0) und verbesserte sich in der starken Vorrundengruppe D auf den dritten Platz. Damit hat es das Team von Trainer André Schubert in zwei Wochen bei Manchester City selbst in der Hand, sich für die Europa League zu qualifizieren.

Gewinnt Sevilla sein letztes Gruppenspiel gegen Juventus Turin nicht, ist Gladbach auf jeden Fall weiter international dabei. Das Achtelfinale der Champions League war schon vor dem letzten Gruppenheimspiel außer Reichweite.

Vor 45.177 Zuschauern im Borussia-Park erzielten der überragende Lars Stindl (29./83. Minute), Fabian Johnson (67.) und Raffael (78.) die Tore für die Gladbacher. Für Sevilla trafen Vitolo (82.) und Éver Banega per Foulelfmeter (90.+1.)

Für die Borussia war es der erste Erfolg gegen Sevilla nach zuvor drei Niederlagen in diesem Jahr. In der vergangenen Saison hatte sich der fünfmalige deutsche Meister zweimal in der ersten K.o.-Runde der Europa League geschlagen geben müssen. Zum Auftakt der aktuellen Champions-League-Saison hatten die Gladbacher noch unter dem kurz darauf zurückgetretenen Lucien Favre in Sevilla mit 0:3 verloren. Es war der erste Borussen-Sieg gegen eine spanische Mannschaft nach fast 30 Jahren. Am 27. November 1985 hatten sich die Gladbacher gegen Real Madrid mit 5:1 durchgesetzt. 

Die Gladbach-Devise war schnell klar: mutig nach vorne. Häufig versuchte es die Borussia mit Schüssen aus der zweiten Reihe. Den ersten Rückschlag gab es aber schnell. Ibrahima Traoré musste schon nach 13 Minuten mit einer Blessur am Oberschenkel ausgewechselt werden. Josip Drmić kam ins Spiel. Gladbach blieb bemüht, offensiv Akzente zu setzen, war aber nur mit Fernschüssen gefährlich. Die Defensive war anfällig. Torwart Yann Sommer (19.) reagierte gegen Jewgeni Konoplijanka sehr gut.

Das Engagement der Borussia wurde mit der Führung belohnt. Bei einer Hereingabe von Granit Xhaka reagierte Stindl gut, lief im Gegensatz zur Sevilla-Defensive weiter durch und traf aus kurzer Distanz. Auch gegen Manchester City (1:2) und Juventus Turin (1:1) hatte man in den Heimspielen vorne gelegen. Diesmal sollte der Vorsprung auf keinen Fall wieder verspielt werden. 

Die zweite Halbzeit begann wieder mit einem Distanzschuss, diesmal von Oscar Wendt (46.), der aber neben das Tor traf. Gladbach gewann mehr und mehr die Kontrolle über das Spiel, versäumte es aber zunächst, das beruhigende zweite Tor zu machen. Wie gefährlich das war, zeigte der Schuss von Konoplijanka (63.) knapp neben das Tor.

Kurz darauf machte Johnson mit seinem Treffer ins lange Eck alles klar. In einer turbulenten Schlussphase hätte Gladbach fast noch den direkten Vergleich für sich entschieden. Die Tore von Raffael und Stindl reichten dafür nicht, weil Vitolo und Banega für Sevilla trafen.