Die angeblich falsche Steuererklärung des Deutschen Fußball-Bundes zur WM 2006 ist nach Informationen der Süddeutschen Zeitung vom damaligen Generalsekretär und heutigen Präsidenten Wolfgang Niersbach unterzeichnet worden. Demnach unterschrieb er die Erklärung nur wenige Tage nach seiner Berufung zum Generalsekretär Ende Oktober 2007. Die Erklärung soll damals schon lange fertig gewesen sein.

In der Steuererklärung von 2007 sei der Betrag in Höhe von 6,7 Millionen Euro, den das WM-Organisationskomitee dem Fußball-Weltverband Fifa überwiesen hatte, als Betriebsausgaben geltend gemacht – obwohl er falsch deklariert war, berichtet die Zeitung. Niersbach hatte bislang behauptet, vor 13 Jahren von diesem Vorgang noch nichts gewusst zu haben. Auch bestreitet der DFB den Vorwurf des Stimmenkaufs bei der WM-Vergabe vehement.

Im Zusammenhang mit der Vergabe der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 ermittelt die Staatsanwaltschaft deshalb wegen des Verdachts der Steuerhinterziehung in einem besonders schweren Fall. Die Ermittlungen richten sich gegen Niersbach, dessen Vorgänger Theo Zwanziger sowie gegen den ehemaligen DFB-Generalsekretär und Ex-Schatzmeister Horst R. Schmidt. Am Dienstag hatten Steuerfahnder die DFB-Zentrale und die Privatanwesen von Niersbach, Zwanziger und Schmidt durchsucht.

DFB-Vizepräsident Rainer Koch forderte unterdessen eine rasche und lückenlose Aufklärung. "Es darf nicht sein, dass 6,7 Millionen Euro an eine unbekannte Stelle fließen und der Zweck dieser Geldleistung nicht bekannt ist", sagte Koch.

Koch erwartet im November erste Zwischenergebnisse und empfahl "größtmögliche Transparenz". Für einen Rücktritt von DFB-Präsident Niersbach sprach er sich allerdings nicht aus: "Ein Problem wäre es dann, wenn Wolfgang Niersbach nicht bereit wäre, umfassend die Aufklärung mit uns zu betreiben. Dem ist aber nicht so."