TSG Hoffenheim – 1. FC Köln 1:1 (0:0)

1899 Hoffenheim hat den ersten Rückschlag unter Trainer Julian Nagelsmann hinnehmen müssen. Nur mit sehr viel Mühe kam die TSG zu einem 1:1 (0:0) gegen den 1. FC Köln. Dennoch verbesserten sich die Hoffenheimer auf den 14. Tabellenplatz und stehen erstmals seit dem 8. Spieltag nicht auf einem Abstiegs- oder Relegationsrang.

Ohne den verletzten Kapitän Pirmin Schwegler startete Hoffenheim überlegen in die Partie und hatte nach zwölf Minuten die erste Chance. Kölns Torwart Timo Horn wehrte gegen Andrej Kramarić mit dem Fuß ab, der Nachschuss von Nadiem Amiri ging weit über das Tor (13.). Anschließend aber verloren die Hoffenheimer immer mehr die Kontrolle. Eine Flanke von Nationalspieler Jonas Hector fälschte Hoffenheims Verteidiger Niklas Süle noch leicht ab, doch der überzeugende Leonardo Bittencourt rutschte am Ball vorbei (28.). Knapp zehn Minuten später spielte Bittencourt mit einem feinen Pass Anthony Modeste frei, der frühere 1899-Stürmer vergab die Chance jedoch (37.). Die Kölner standen in der Folge sicher in der Abwehr und bereiteten den Hoffenheimern große Schwierigkeiten.

Die Herreinnahme von Philipp Ochs und Eduardo Vargas in der 57. Minute belebte das Offensivspiel der Hoffenheimer zwar kurzzeitig, war aber nicht von langer Dauer. Kevin Volland (62.) aus der Drehung über das Tor und mit einem abgefälschten Schuss am Tor vorbei (67.) vergab zwei Chancen, ehe die Kölner verdient in Führung gingen: Ein Zuspiel von Hector verwandelte Zoller per Direktabnahme (69. Minute). Erst in der Nachspielzeit rettete Kevin Volland (90.+1) den Hoffenheimern dann noch den glücklichen Punkt.

Borussia Mönchengladbach – Hertha BSC Berlin 5:0 (1:0)

Hertha BSC hat durch die höchste Saisonniederlage einen großen Schritt Richtung Champions League verpasst. Die Berliner wurden bei Borussia Mönchengladbach mit 0:5 (0:1) deklassiert und liegen nur noch drei Punkte vor den punktgleichen Verfolgern Gladbach und Bayer Leverkusen.

Gladbachs Trainer André Schubert war zu zwei Änderungen gezwungen. Torjäger Raffael konnte gegen seinen ehemaligen Club wegen eines Muskelfaserrisses nicht antreten, für ihn rückte Hahn in die Offensive. Der Linksverteidiger Oscar Wendt übernahm den Part von Martin Hinteregger. Die Berliner mussten nur ihren Innenverteidiger John Anthony Brooks ersetzen, für ihn kam Fabian Lustenberger in der zentralen Abwehr zum Einsatz.

Ohne ihren Ideengeber Raffael organisierten die Gastgeber ihre Offensive vor allem mit großer Laufbereitschaft, vielen Ballstafetten und setzten den Gegner durch frühes Attackieren immer wieder unter Druck. Die Angriffsspieler Hahn, Hazard und Lars Stindl wechselten dabei häufig ihre Positionen und kamen dadurch zu guten Aktionen vor dem Hertha-Tor und provozierten die Berliner zu Abspielfehlern.

Die erste große Gelegenheit nach einem Fehler von Rune Jarstein nutzte Hazard zum Führungstreffer für die Borussen. Berlins Torhüter spielte einen Ball unbedrängt in die Füße von Mo Dahoud, dessen Pass nahm Hazard auf und schoss Jarstein den Ball durch die Beine zum 1:0 (14.). Acht Minuten später scheiterte Gladbachs Kapitän Granit Xhaka mit einem Kopfball aus kurzer Distanz, Hazard vergab vor der Pause eine weitere Gelegenheit zum 2:0. Die Gäste suchten zwar auch ihre Möglichkeiten, kamen bei ihren Angriffen aber nicht zu zwingenden Chancen gegen die gut organisierte Dreier-Abwehrreihe der Gastgeber.

Die Entscheidung fiel nach einer Stunde, als Hahn mit einem Drehschuss aus halbrechter Position zum 2:0 (60.) traf. In der Schlussphase verstärkte Hertha die Offensivbemühungen, fand aber gegen die sichere Defensive der Gladbacher keine Mittel. Dafür kamen die Gastgeber durch Herrmann (76.), Hazard (80.) und Traoré (86.) innerhalb von zehn Minuten zu ihrem höchsten Saisonsieg.

Borussia Dortmund – Werder Bremen 3:2 (0:0)

Borussia Dortmund hat das erste große Saisonziel erreicht und sich wieder für die Champions League qualifiziert: Im ersten Jahr unter Chefcoach Thomas Tuchel kehrt der BVB in der Königsklasse zurück. Schon vor dem 3:2 (0:0) gegen Werder Bremen am Samstagabend war klar, dass die Teilnahme in der europäischen Eliteliga Tuchel und Co. in den verbleibenden sechs Bundesligapartien bei 67 Punkten und weiter fünf Zählern Rückstand auf Tabellenführer FC Bayern nicht mehr zu nehmen ist. Im schlechtesten Fall können die Dortmunder noch Dritter werden. 

Sechs Tage vor dem erwarteten Spektakel beim Viertelfinalhinspiel in der Europa League gegen den FC Liverpool mit dem einstigen BVB-Meistermacher Jürgen Klopp knackte Torjäger Pierre-Emerick Aubameyang erst in der 53. Minute die Defensive der Bremer. Werder glich durch Alejandro Gálvez (69.) aus, dessen Schuss von Gonzalo Castro zum 1:1 abgefälscht wurde. 

Zlatko Junuzović (75.) gelang sogar die Bremer Führung, ehe der eingewechselte Shinji Kagawa in seinem 100. Erstligaspiel in der 77. Minute für das 2:2 sorgte und "Joker" Adrián Ramos die BVB-Fans mit dem Siegtreffer (82.) doch noch jubeln ließ. Werder steckt mit 28 Zählern als vorerst 14. weiter in Abstiegsgefahr.

FC Ingolstadt 04 – FC Schalke 3:0 (2:0)

Der FC Ingolstadt gewinnt vor 15.200 Zuschauern mit 3:0 (2:0) und hat damit sechs Spieltage vor Saisonende mit 36 Zählern schon neun Punkte Vorsprung auf einen Abstiegsplatz. Letztmals stieg in Arminia Bielefeld 2002/03 ein Verein mit 36 Punkten aus der deutschen Eliteklasse ab.

Moritz Hartmann (29. Minute/Foulelfmeter) mit seinem achten Saisontor und Lukas Hinterseer (45.+2) mit seinem fünften Treffer in Serie verschafften dem zuvor in fünf Spielen sieglosen FC Ingolstadt die Führung schon vor der Pause. Darío Lezcano (65.) machte dann den höchsten Bundesligasieg des Aufsteigers perfekt. Der FC Schalke muss sich mit seinen 44 Punkten im Kampf um die Champions League anstrengen. In der nächsten Woche spielt der Verein gegen Borussia Dortmund.

Schalke-Coach André Breitenreiter stellte nach der Länderspielpause viermal seine Startelf um. Unter anderem kam Junior Caicara zurück ins Team, als Stoßstürmer durfte wieder Franco di Santo ran, der aber blass blieb. Klaas-Jan Huntelaar blieb zunächst nur die Ersatzbank. Ralph Hasenhüttl musste kurzfristig auf Benjamin Hübner wegen eines Infekts in der Abwehr verzichten, im Sturm vertraute er auf Hinterseer statt Mathew Leckie. Trotz seines dicken Patzers für Österreich beim 1:2 gegen die Türkei lief Ramazan Özcan im Tor der Ingolstädter auf. Tempo machten beide Mannschaften von Beginn an.

SV Darmstadt 98 – VfB Stuttgart 2:2 (1:2)

Für den SV Darmstadt war es bereits das vierte Unentschieden nacheinander. Wie schon in den vorangegangenen Spielen gaben sie dabei auch diesmal eine 1:0-Führung durch den zwölften Saisontreffer von Torjäger Sandro Wagner (26. Minute) aus der Hand. Denn kurz vor der Pause drehte der VfB durch einen Doppelschlag von Christian Gentner (45.) und Lukas Rupp (45.+3) auf einmal das Spiel. Nach der Pause kam der erneut sehr kampfstarke Aufsteiger aber noch einmal zurück. Peter Niemeyer erzielte in der 51. Minute den völlig verdienten Ausgleich.

Immerhin baute die Mannschaft von Trainer Dirk Schuster ihren knappen Vorsprung auf den ersten Abstiegsplatz auf zwei Punkte aus. Der letzte und bislang einzige Heimsieg der Saison liegt aber mittlerweile schon mehr als sechs Monate zurück. Ende September gab es ein 2:1 gegen Werder Bremen. Auch der VfB ist mit aktuell 33 Zählern noch nicht gerettet.

Dieses Abstiegskampfduell begann schon turbulent und blieb bis zum Ende hochspannend. Peter Niemeyer vergab bereits nach 40 Sekunden eine Riesenchance für den SV Darmstadt, als er aus kurzer Distanz unbedrängt über das Tor schoss. Nur zwei Minuten später lief Rupp auf der anderen Seite allein auf das Darmstädter Tor zu, scheiterte aber an Torwart Christian Mathenia.

Danach hatte das Spiel seine schwächste Phase, weil vor allem der VfB zeitweise sehr pomadig agierte. Das zeigte allein der unkonzentrierte und völlig missglückte Rückpass, mit dem Serey Die die Darmstädter Führung durch Wagner einleitete. Nur fiel der VfB gleich nach der Halbzeit zunächst wieder in seinen alten Trott zurück. Bereits in der 48. Minute hatte Wagner eine erste große Chance zum Ausgleich. Drei Minuten später traf Niemeyer dann tatsächlich zum 2:2.

Stuttgart war danach feldüberlegen und insgesamt besser im Spiel als in der ersten Halbzeit. Vor allem den technisch starken Kostić auf der linken Seite bekamen die Gastgeber nur schwer in den Griff. Trotzdem investierte Darmstadt mehr Leidenschaft und Siegeswille in dieses Spiel. Der Aufsteiger war dem 3:2 am Ende deutlich näher als die Gäste. Eine Doppelchance in der 84. Minute war dazu die beste Gelegenheit: Erst traf Luca Caldirola nur den Pfosten, dann Niemeyer im Nachsetzen die Latte.  

Bayern München – Eintracht Frankfurt 1:0 (1:0)

Der FC Bayern München hat seine Pflichtaufgabe in der Fußball-Bundesliga erfüllt. Der deutsche Rekordmeister und Tabellenführer kam am Samstag gegen den Vorletzten Eintracht Frankfurt zu einem 1:0. Der FC Bayern stimmt sich dank Franck Ribéry mit einem ungefährdeten Sieg auf Benfica Lissabon ein. Drei Tage vor dem Viertelfinal-Hinspiel in der Champions League siegten die Münchner auf dem Weg zum vierten Meistertitel in Serie mit 1:0 (1:0) die abstiegsgefährdete Frankfurter Eintracht. Ribérys zweites Saisontor in der 20. Minute reichte den Münchnern. Von den defensiven, aber auch nicht ehrfürchtigen Gästen ging kaum Gefahr aus. Bayern-Trainer Pep Guardiola ließ Leistungsträger wie Douglas Costa, Arturo Vidal oder Joshua Kimmich lange oder ganz auf der Bank.

Hannover 96 – Hamburger SV 0:3 (0:0)

Hannover 96 verspielte mit dem 0:3 gegen den Hamburger SV beinahe die letzten Hoffnungen auf den Klassenverbleib in der Bundesliga. Im Spiel gegen den Hamburger SV, der ebenfalls im Abstiegskampf steckt, gab es eine 0:3 (0:0)-Niederlage. Die Hannoveraner bleiben zu Hause unter Thomas Schaaf weiter sieglos. Der Erstliga-Letzte spielte zunächst gut und mutig nach vorn, brach nach dem 0:1 allerdings ein. Dem HSV gelang ein ganz wichtiger Erfolg, auch wenn er spielerisch nicht überzeugte. Vor 49.000 Zuschauern erzielten Cléber (61.), Ivo Iličević (73.) und Nicolai Müller (75.) für den lange Zeit enttäuschenden Hamburger SV.

1. FSV Mainz 05 – FC Augsburg 4:2 (2:2)

Der FSV Mainz 05 marschiert weiter Richtung Europapokal. Dank des 4:2 (2:2) am Samstag gegen den FC Augsburg verbesserte sich der Verein mit jetzt 44 Punkten zumindest bis zum Sonntag auf den fünften Tabellenplatz der Fußball-Bundesliga. Augsburg schwebt hingegen nach dem sechsten sieglosen Spiel in Serie in größter Gefahr.

31.780 Zuschauer, darunter der künftige Mainzer Manager Rouven Schröder, feierten die beiden Mainzer Doppeltorschützen Pablo De Blasis (24., 53. Minute) und Christian Clemens (13., 76.). Augsburg war durch Caiuby (9.) früh in Führung gegangen. Der ehemalige Mainzer Ja-Cheol Koo (40.) hatte vor der Pause noch einmal ausgeglichen.

Munter wie beim 3:3 im Hinspiel legten beide Mannschaften los. Augsburg, das auf Kapitän und Abwehrchef Paul Verhaegh verzichten musste, traute sich trotz der misslichen Lage mehr zu und wurde belohnt. Caiuby nutzte die geschickte Weiterleitung durch Dominik Kohr und ließ 05-Torwart Loris Karius keine Chance.

Für die Mainzer, denen die gesperrten Giulio Donati und Jairo sowie Leon Balogun und der nach einer Erkältung noch nicht ganz fitte Julian Baumgartlinger fehlten, war es der richtige Weckruf. Schon der erste Angriff nach dem Rückstand führte zum Ausgleich. Yunus Malli bediente Clemens und der vollendete mit einem Rechtsschuss.

Die 05er bestimmten danach die unterhaltsame Partie, doch auch Augsburg suchte immer wieder den Weg nach vorn. Danny Latza gewann vor dem FCA-Strafraum den Ball und passte gleich auf De Blasis, der noch Marwin Hitz umkurvte und zum 2:1 einschob. Die Chancen häuften sich, doch weder De Blasis noch Jhon Córdoba schossen den dritten Treffer.

Nach der Pause präsentierten sich beide Teams laufstark, teilweise wurde die Härte im Zweikampf übertrieben. Mainz drängte auf die Vorentscheidung und hatte einen De Blasis in Bestform. Einen weiten Flankenball von Daniel Brosinski köpfte der nur 1,66 Meter große Argentinier mustergültig ein. Kurz danach war auch Clemens seinem zweiten Treffer nahe, doch Hitz parierte den Schuss aufs kurze Eck mit einem Reflex.

Raúl Bobadilla hatte die größte Augsburger Chance nach der Pause, doch Karius rettete den Mainzer Vorsprung. Die Entscheidung fiel durch Clemens. Nach einem Konter legte Córdoba für die Schalker Leihgabe auf. Zwei Minuten vor dem Ende traf der Mainzer Latza nur den Pfosten.

Bayer 04 Leverkusen – VfL Wolfsburg 3:0 (1:0)

Bayer Leverkusen hat den VfL Wolfsburg im Rennen um einen Europacupplatz abgehängt. Das 3:0 (1:0) war der erste Sieg nach vier Niederlagen gegen den VfL. Damit vergrößerte Leverkusen den Abstand zum deutschen Vizemeister auf sieben Punkte und stieg vom sechsten auf den vierten Tabellenrang. Die Tore erzielten vor 29.239 Zuschauern Julian Brandt (27. Minute), Javier Chicharito Hernández (73.) und Wladlen Jurtschenko (87.).

Für Wolfsburg reichte es damit nicht zum 250. Liga-Erfolg. Der Verein muss nun immer mehr um die Rückkehr auf die internationale Bühne bangen. Außerdem droht es für den Tabellen-Achten im Champions-League-Viertelfinale am kommenden Mittwoch gegen Real Madrid sehr unangenehm zu werden.

Das Duell der Werksclubs war lange Zeit biederer Fußball mit viel Ballgeschiebe im Mittelfeld und in der ersten Halbzeit fast ohne aufregende Torraumszenen. Die erste sehenswerte Offensivaktion des Spiels führte zum Führungstreffer für den Gastgeber Leverkusen. Nach einem Doppelpass mit Hakan Çalhanoğlu schoss Brandt flach ein. Der 19-Jährige hätte um ein Haar noch den zweiten Treffer vor der Pause gemacht. Sein Aufsetzer in der 37. Minute von der Strafraumgrenze bereitete dem nach einer Rippenverletzung wieder ins VfL-Tor zurückgekehrten Diego Benaglio erhebliche Mühe.

Während den Leverkusenern anzumerken war, dass sie unbedingt den dritten Liga-Sieg in Serie schaffen und auf Kurs Europacup bleiben wollten, schien auf den in der Saison enttäuschenden Wolfsburgern der Druck des Gewinnen-Müssens zu lasten. Abgesehen von einem harmlosen Schussversuch von André Schürrle (26.) und einem Schuss von Max Kruse (31.) ans Außennetz, konnten die Gäste in den ersten 45 Minuten kaum für Gefahr sorgen.

Etwas munterer wurde die Partie in der zweiten Hälfte, keineswegs aber viel niveauvoller. In der 49. Minute demonstrierte Hakan Çalhanoğlu seine Schusskunst: Aus 16 Metern schoss er nur um Haaresbreite am rechten Pfosten vorbei.

In der 61. Minute wurde für Leverkusens Nationalspieler Lars Bender, der nach fast fünfmonatiger Verletzungspause ein solides Comeback feiern konnte, Chicharito eingewechselt. Dieser eilte in der 66. Minute auf Benaglio zu, der seinen Schuss mit einer tollen Fußabwehr parierte. In der 73. Minute war Benaglio aber machtlos, als Chicharito von der Strafraumgrenze mit einem hereingedrehten Schuss ins rechte Eck zum 2:0 traf. Es war bereits sein 15. Liga-Treffer. Jurtschenko setzte noch einen drauf, am Ende kam der lang verletzte Bayer-Neuzugang Charles Aránguiz noch zu seinem Debüt in der Bundesliga.