Hertha BSC – Hannover 96 2:2 (1:1)

Beim Debüt von Trainer Daniel Stendel hat Schlusslicht Hannover 96 zumindest ein leises Lebenszeichen im Abstiegskampf abgegeben. Beim erneut enttäuschenden Champions-League-Aspiranten Hertha BSC holte Hannover mit einem hochverdienten 2:2 (1:1) nach zehn Niederlagen aus elf Rückrundenspielen zumindest wieder einen Punkt. Ausgerechnet die von Stendel reaktivierten Artur Sobiech (18. Minute) und Manuel Schmiedebach (58.) erzielten die Tore für die in der Tabelle weiter abgeschlagenen 96er.

Hertha-Trainer Pál Dárdai – in Freitagabendspielen weiter ungeschlagen – beließ es nach der 0:5-Niederlage in Gladbach bei zwei personellen Änderungen vor den 45.229 Zuschauern im Berliner Olympiastadion. Sebastian Langkamp und Peter Pekarík spielten anstelle von Fabian Lustenberger und Vladimír Darida.

Stendel tauschte hingegen mehr als die halbe 96-Elf aus. Gleich sechs neue Akteure standen in der Startformation, darunter der 20 Jahre alte Bundesliga-Debütant Noah-Joel Sarenren-Bazee und zuletzt nicht berücksichtigte erfahrene Akteure wie Sobiech und Schmiedebach.

Der "Bock", den Neu-Coach Stendel auf die Bundesliga spürte, drohte schnell vorüber zu sein. In der dritten Minute schoss Ibišević nach einem schnellen Angriff und einer Flanke von Marvin Plattenhardt zur Berliner Führung ein. Doch Hannover antwortete mit Elan auf den Rückstand. Uffe Bech zwang Hertha-Keeper Rune Jarstein (6.) zu einer Glanztat. Sekunden später traf Schmiedebach den Pfosten. Hannover wollte sich nicht aufgeben und belohnte sich mit dem Ausgleich. Nach Schmiedebachs Hackentrick legte Hiroshi Kiyotake für Sobiech auf, der zu seinem ersten Rückrundentor einschoss.

Die Hertha wurde ihren gestiegenen Ansprüchen nicht gerecht. Tolga Ciğerci (22.) schoss den ohnehin im Abseits stehenden Niklas Stark an. Mehr Offensivaktionen gab es nicht. Topstürmer Kalou (40.), im Hinspiel beim 3:1 noch dreifacher Torschütze, leistete sich ein übles Foul an Alexander Milošević. Gelb von Schiedsrichter Benjamin Brand war eine eher milde Strafe.

Auch in der zweiten Halbzeit fehlte den Berlinern der Einsatz und das Glück der bislang so erfolgreichen Spielzeit. 96 war leidenschaftlicher. Erst spät wurde die Hertha aktiver. Kalou verstolperte in der 72. Minute zunächst die Hereingabe des gerade eingewechselten Julian Schieber, brachte den Ball aber doch noch zum Ausgleich über die Linie.  

Ambitionen auf einen Startplatz in der Königsklasse bestätigte der Tabellendritte aus Berlin erneut nicht. Die Konkurrenz aus Mönchengladbach und Leverkusen könnte am Wochenende bis auf einen Punkt heranrücken. Hannover wird trotz des Punktgewinns nach dem 29. Spieltag mindestens zehn Punkte Rückstand auf einen Nichtabstiegsplatz haben. Im ersten Spiel nach der kurzen wie glücklosen Ära von Thomas Schaaf war aber zumindest ein Leistungsanstieg unübersehbar.