Hannover 96 hat Trainer Thomas Schaaf beurlaubt. Nach Angaben des Fußball-Bundesligisten übernimmt Daniel Stendel den Posten beim Verein, der derzeit Tabellenletzter ist. Stendel, der bisherige Coach der A-Junioren, soll die Mannschaft bis zum Ende der Saison führen. Sechs Partien hat die Mannschaft noch zu spielen.

Am Samstag hatte Hannover 96 die letzten Hoffnungen auf einen Verbleib in der ersten Bundesliga mit einem 0:3-Heimspiel gegen den Hamburger SV verspielt. Vor 49.000 Zuschauern erzielten Cléber (61.), Ivo Iličević (73.) und Nicolai Müller (75.) für den Hamburger SV die Tore. 

"Nach der zehnten Niederlage im elften Spiel sind wir zu dem Entschluss gekommen, dass wir so die Saison nicht beenden wollen und versuchen mit dem Wechsel auf der Trainerposition noch einmal einen neuen Impuls zu geben", sagte 96-Geschäftsführer Martin Bader. "Wohl wissend, dass der Klassenerhalt bei zehn Punkten Rückstand auf den Relegationsplatz nur noch sehr theoretisch möglich ist." 

Von selbst wollte Thomas Schaaf nicht gehen. Nach dem Spiel am Samstag hatte er auf die Frage nach einem Rücktritt noch selbstbewusst geantwortet: "Ich bin nicht das Problem. Wenn einer da ist, der es besser machen kann, soll er es machen." Mit Clubchef Martin Kind und Geschäftsführer Martin Bader habe er den Vertrag abgeschlossen. "Wenn sie anderer Meinung sind, ist das kein Problem", sagte Schaaf.

So schlecht wie Schaaf war noch kein Trainer bei Hannover. Der ehemalige Bremer Meistercoach übernahm Hannover 96 als Vorletzter. Jetzt steht der Club abgeschlagen auf Platz 18 mit zehn Punkten Abstand auf den Relegationsrang.

Schaaf trat seinen Dienst bei den Niedersachsen am 4. Januar an. Nach der schwachen Vorrunde, als das 96-Team unter der Leitung seines Vorgängers Michael Frontzeck lediglich 14 Punkte holte, sollte er für eine Wende sorgen. Schaaf hatte in elf Bundesligaspielen mit zehn Niederlagen und nur einem Sieg eine desaströse Bilanz. In seiner Amtszeit schossen die 96-Profis lediglich vier Tore.

Der 54-jährige Thomas Schaaf war von 1999 bis 2013 Trainer bei Werder Bremen und erarbeitete sich in dieser Zeit einen Ruf als Meistercoach. Nach einer mehrmonatigen Auszeit trainierte er in der Saison 2014/2015 die Mannschaft von Eintracht Frankfurt.