Wer spielt wann gegen wen?

Hamburger SV – Werder Bremen (Freitag, 20.30 Uhr)
Hertha BSC – FC Bayern München
VfB Stuttgart – Borussia Dortmund
1. FC Köln – SV Darmstadt 98
FC Ingolstadt – Hannover 96
VfL Wolfsburg – FC Augsburg (alle Samstag, 15.30)
FC Schalke 04 – Bayer Leverkusen (Samstag, 18.30)
Borussia Mönchengladbach – TSG Hoffenheim (Sonntag, 15.30)
Eintracht Frankfurt – 1. FSV Mainz 05 (Sonntag, 17.30)

Welches Spiel dürfen Sie auf keinen Fall verpassen?

Hamburg gegen Bremen. Der HSV war diese Saison lange im Mittelfeld, wurde von Häme verschont. Doch dieser Verein lässt die Satiriker nicht verkommen. Längst ist klar, dass alles so enden könnte wie zuletzt immer: mit Drama bis zum letzten Pfiff. Die Hamburger Fans zittern wieder so extrem, das Beben ist auch 100 Kilometer südwestlich zu spüren. Nun kommen ausgerechnet die Werderaner in den Volkspark. Die stehen zwar drei Punkte hinter den Hamburgern, machen aber den fröhlicheren Eindruck. Als wäre das alles nicht genug, wird Manuel Gräfe dieses Abstiegsfinale pfeifen, der Mann, der nach dem Relegationsspiel in Karlsruhe nach einem umstrittenen Handfreistoß im Internet zum Hohn im HSV-Trikot abgelichtet wurde. Gegen Bremen sollte er besser keinen fraglichen Elfer für den HSV geben, bei seinem ersten HSV-Spiel seit damals steht er unter Beobachtung. Wieder mal eine wahnsinnig sensible Ansetzung der Schiri-Chefs. Gräfe hätten sie zu seinem Schutz eine längere Hamburgpause gönnen müssen. Vielleicht so: den HSV erst wieder nächste Saison, am fünften Spieltag gegen Sandhausen.

Welches Spiel können Sie mit schlechtem Gewissen verpassen?

Berlin gegen Bayern. Vierter gegen Erster. Hertha könnte sich den direkten Qualifikationsplatz zur Champions League zurückergattern, die Bayern sogar Meister werden, falls der BVB verliert. Juckt halt keinen so richtig. Es ist eh eher ein Duell der Schlechtgelaunten. Nicht, dass wir erwartet hätten, dass die Berliner die Dortmunder im Pokalhalbfinale überrennen würden. Aber das, was Hertha zeigte, hätte der VfL Osnabrück auch hinbekommen. Pál Dárdai machte nach der Niederlage einen Reporter an, weil der den arg mutlosen Auftritt von Hertha arg mutlos genannt hatte. "Ich nehme Unterricht bei Ihnen, wie man Dortmund schlägt", biss der Trainer zurück. Und bei den Bayern könnte man fast meinen, Pep schleppt sich ins Ziel. So karg waren zuletzt viele Leistungen der Bayern, etwa der Sieg gegen Bremen. Man sprach weniger über schöne Tore als über Arturo Vidal, der Andy Möller, den Urheber der Schutzschwalbe, zitiert hatte. Möller musste damals vor dem Sportgericht erscheinen und wurde zu 10.000 Mark und zwei Spielen Sperre verdonnert. Vidal darf im Finale ran, teilte der DFB ganz rasch mit. Sein Gegenspieler sei mit beiden Beinen voraus in Vidals Laufweg gegrätscht, Vidal habe "zurückziehen" müssen. Bei Möller sei kein Gegner in der Nähe gewesen. Argumentiert der DFB. So viel zum Thema neutrale Instanz.

Wer steht im Blickpunkt?


Der Abstiegskampf und seine Dramaturgie. Hoffenheim, Augsburg und Darmstadt wirken derzeit am frischesten. Ganz anders Stuttgart. Sollte Bremen am Freitag in Hamburg gewinnen, rutscht der VfB zumindest über Nacht auf Rang 16 und muss am Samstag gegen den BVB ran. Unter Jürgen Kramny legten die Stuttgarter Anfang des Jahres eine Siegesserie hin, dass es nur eine Frage der Zeit schien, bis sie an den Europapokalplätze schnuppern. In der Rückrundentabelle liegen sie dank der Erfolge dieser Zeit noch auf Platz sieben. Doch irgendwann ging's wieder Stück für Stück bergab. Nun hat der VfB die letzten fünf Spiele nicht gewonnen. Die VfB-Fans fürchten sich vor weiteren Luftlöchern Georg Niedermeiers. Vor der Begegnung mit Thomas Tuchel, der ja vor einem Jahr fast in Stuttgart gelandet wäre und der seine Spieler so erfolgreich und schön anleitet. Und davor, dass die Boulevardpresse mit ihrer gemeinen Beschreibung des Stuttgarter Sportdirektors recht hat: "Wo Dutt ist, ist unten." Die Vereinsführung würden viele Schwaben am liebsten in die Muppet Show schicken, wobei sie übersehen, dass das natürlich eine Ehre ist, dort aufzutreten:

Sollte dem VfB aber die Überraschung gelingen, gibt er den Druck weiter an die TSG Hoffenheim, die am Sonntagnachmittag in Gladbach ran muss. Und an Frankfurt. Die Eintracht spielt am Sonntagabend gegen Mainz. Je nach Verlauf des Spieltags könnte es so was wie ihre letzte Chance sein. Es naht im Fußball die Zeit der großen Gefühle.