Wer spielt wann gegen wen?

FC Augsburg – 1. FC Köln (Freitag, 20.30 Uhr)
FC Bayern – Borussia Mönchengladbach (Samstag, 15.30 Uhr)
Borussia Dortmund – VfL Wolfsburg
Hannover 96 – FC Schalke 04
TSG Hoffenheim – FC Ingolstadt
FSV Mainz 05 – Hamburger SV
Darmstadt 98 – Eintracht Frankfurt
Bayer Leverkusen – Hertha BSC (Samstag, 18.30 Uhr)
Werder Bremen – VfB Stuttgart (Montag, 20.15 Uhr)

Welches Spiel dürfen Sie auf keinen Fall verpassen?

Darmstadt gegen Frankfurt, das Hessenderby, der Bembelgipfel. "Was kommt denn da fürn wüster Krach aus Frankfurt, Darmstadt, Offenbach? Was tobt seit vielen Wochen schon? Ne schaurig-schöne Invasion! Erbarme, zu spät, die Hesse komme!" Das sangen vor 30 Jahren die Rodgau Monotones, die Erfinder des Hessen-Funk, eines oft unterschätzten Genres. Henni Nachtsheim, Sänger und Kultbockenheimer, meinte das witzisch, doch jetzt wird’s leider ernst. Was sich fürs Wochenende andeutet, geht über eine neckische Lokalrivalität hinaus. Im Hinspiel schon hatten Eintracht-Fans Darmstadt-Fahnen im Stadion verbrannt, zur Strafe muss diesmal der Gästeblock leer bleiben. Das macht die Frankfurter Ultras, ohnehin nicht für Gelassenheit bekannt, wütend. Spekuliert wird, ob Tausende von ihnen am Samstag im Sternmarsch auf das südhessische Städtchen losziehen, offenbar nicht um schunkelnd mit Ebbelwoi und Stöffsche auf die gemeinsame Erstklassigkeit anzustoßen.

Am Dienstag randalierten bereits Dutzende von ihnen in Darmstadt. Das ganze Programm: Pyrotechnik, Vermummte und Fratzegeballer, wie der Ortsansässige sagt. Das Gebiet wäre sogar fast zur Sperrzone geworden. Die Rede ist nicht von Tschernobyl, sondern von der Darmstädter Innenstadt. Die Stadt wollte verfügen, dass Eintracht-Fans von Freitagabend bis Sonntagmorgen sie nicht betreten dürfen. Ein Gericht hat das am Donnerstag untersagt. Man fragt sich auch, wie diese Maßnahme durchgesetzt worden wäre. Die Vereinszugehörigkeit steht ja nicht im Personalausweis oder auf der Stirn. Oder doch? Die Polizei wollte die Eintrachtler am Verhalten identifizieren, vielleicht ja am von Niederlagen gebückten Gang.

Die Lilien-Fans sind zwar auch nicht alle Kinder von Traurigkeit, wundern sich aber, womit sie diese Rivalität "verdient" haben. Der SV 98 und die Eintracht spielen fast nie in einer Liga. Und läuft alles normal auf dem Platz, wo ja auch noch 90 Minuten lang ein Duell stattfindet, und siegt die Elf, die bislang den besseren Fußball gespielt hat, könnte das auch nächste Saison wieder der Fall sein. Durch eine Niederlage würde nämlich die Eintracht den Kontakt zum rettenden Rang 15 verlieren.

Welches Spiel können Sie mit gutem Gewissen verpassen?

Wer hat eigentlich den Montag erfunden? Der Kühlschrank ist leer, die Augenlider schwer und an manchen Montagen kann man fast ahnen, was die 16-jährige Brenda Ann Spencer, damals, am 29. Januar 1979, geritten hat: "Ich mag keine Montage", sagte sie, nachdem sie Amok lief. Selbst Fußballkonsum hilft am Montag nicht, man ist noch übersättigt vom Wochenende. Eine Erkenntnis, die die DFL nicht davon abgehalten hat, ein Montagsspiel anzusetzen. Bremen empfängt den VfB Stuttgart. Schuld ist der 1. Mai, der auf den Sonntag fällt und viele Polizeikräfte bündelt. Der DFL kommt das als Testlauf gelegen. Ab der übernächsten Saison soll an fünf Montagen pro Jahr gespielt werden, das bringt mehr TV-Geld. Die Stadionbesucher finden's traditionell weniger lustig.

Ultras aus Bremen und Stuttgart haben deshalb auch angekündigt, das Spiel boykottieren zu wollen. Dabei hätten die Teams Unterstützung dringend nötig, beiden droht der Abstieg. Beide Teams schrieben jedoch in dieser Woche unterschiedliche Schlagzeilen. Bei Werder trat Clemens Fritz von seinem Rücktritt zurück. Er könne seine Karriere nicht in so einer Situation beenden, sagte er, dafür gab es einen Candystorm in den sozialen Netzwerken. Gegenteiliges erfuhr Robin Dutt, der Mann, dem es gelingt, jede Truppe, bei der er anheuert, in einen nervenzerfetzenden Abstiegskampf zu verwickeln. Der VfB hat einen Blogger abgemahnt. Christian Prechtl hatte im Januar geschrieben, Dutt habe den ukrainischen Stürmer Artem Krawez ausgeliehen, ohne ihn vorher live beobachtet zu haben. In seinem Blog schreibt Prechtl nun, dass er eine durch "eine vom VfB mandatierte, renommierte und im Presserecht bestens aufgestellte hanseatische Kanzlei zugestellte kostenpflichtige Abmahnung inkl. der Aufforderung zur Abgabe einer strafbewehrten Unterlassungserklärung und der Übernahme der Rechtsanwaltskosten" erhalten habe. Kurze Frage: Lieber VfB, lieber Herr Dutt, haben Sie gerade nichts anderes zu tun?

Wer steht im Blickpunkt?

Stephan-Alexander von Wiese, Cathy Kleemann und Graf Taunus. Kennen Sie nicht? Das sind die Fans von Mirko Slomka. Jedenfalls kommentieren User mit solchen Namen, die in Dreigroschenromanen oder Pornos vorkommen könnten, Texte, die sich mit Slomka befassen, aber auch mit seinem Freund, dem Unternehmer Carsten Maschmeyer und dessen Frau Veronica Ferres. Graf Taunus, das möchten wir nicht unerwähnt lassen, kommentiert übrigens auch unter dem Pseudonym Cream Sahne. Der Tagesspiegel hat das recherchiert und legt den Verdacht nahe, dass hier eine Hannover-Connection am Werk sein könnte. Eine bezahlte Trollfabrik von der Leine. Es fällt nämlich auf, dass Maschmeyer, Ferres und Slomka in den Taunus-Urteilen stets sehr gut wegkommen und gegen Kritik von anderen Usern in Schutz genommen werden. "Zugreifen bei Slomka. Wer soll es denn sonst machen?" heißt es da. Oder: "Die Stadt und der Verein hätten es verdient, wenn der erfolgreichste und sympathischste Trainer wieder zurückkäme!" Maschmeyer und Slomka bestreiten, dass sie Claqueure engagiert hätten. Gibt es doch keine Jubelhannoveraner? Die stehen also alle freiwillig Woche für Woche im Fanblock von 96?