Wer spielte wie gegen wen?

Hertha BSC – Hannover 96 2:2
VfB Stuttgart – FC Bayern München 1:3
Hamburger SV – SV Darmstadt 98 1:2
FC Ingolstadt – Borussia Mönchengladbach 1:0
Werder Bremen – FC Augsburg 1:2
Eintracht Frankfurt – TSG Hoffenheim 0:2
VfL Wolfsburg – FSV Mainz 05 1:1
FC Schalke 04 – Borussia Dortmund 2:2
1. FC Köln – Bayer Leverkusen 0:2

Welches Spiel durften Sie auf keinen Fall verpassen?

Ingolstadt gegen Gladbach. Vor der Saison war uns allen klar, dass Ingolstadt absteigt. Während der Saison war uns allen klar, dass Ingolstadt nachlässt und (Achtung, Fußballneudeutsch!) nach unten durchgereicht wird. Von wegen, ruft Ralph Hasenhüttl den vermeintlichen Experten entgegen. Innerhalb einer Woche hat er Schalke weggehauen und Gladbach geschlagen. Der FCI ist seit sieben Heimspielen ungeschlagen, hat nach 29 Spieltagen 39 Punkte. Platz neun, punktgleich mit Wolfsburg. Ingolstadt bereichert die Liga mit Kampfelementen, geht den Kontrahenten wie Moskitos auf die Nerven. Und, das kann man jetzt schon sagen, hält verdient die Liga. Im Übrigen ohne große Finanzspritzen durch den Konzern, der hinter dem Verein steht. Hasenhüttl spielt fast mit derselben Elf wie zu Zweitligazeiten. Er fährt sozusagen weiter A1.

Und wo wir schon dabei sind – dem SV Darmstadt, der in Hamburg gewann und zum fünften Mal hintereinander ungeschlagen blieb, werden wir bald auf ähnliche Weise zum Klassenerhalt gratulieren. Vielleicht sogar, die Ingolstädter müssen es uns nachsehen, noch ein klitzekleines Bisschen lieber.

Welches Spiel konnten Sie mit gutem Gewissen verpassen?

Berlin gegen Hannover. Eigentlich ein gutes Spiel mit vier Toren, denen schöne Pässe und feine Kombinationen vorausgingen, wie man sie selten in der Bundesliga sieht. Ein gerechtes Unentschieden zweier gleich starker Mannschaften. Bloß, dass die eine nächste Saison wohl Europapokal spielt, die andere aber nur Zweite Liga. Das heißt, wenn die Hertha nicht doch noch den viel prophezeiten Einbruch erlebt. Der miesen Laune des Trainers Pál Dárdai ("Ich kann den Begriff Champions League nicht mehr hören.") nach zu urteilen, scheint er genau das zu fürchten. Und Hannover hat zwar nach der kurzen wie schlimmen Ära Thomas Schaaf wieder einen Trainer mit Zugriff auf die Mannschaft, Daniel Stendel. Der beförderte Jugendtrainer sortierte den Altherrenstürmer Hugo Almeida aus und änderte die Mannschaft auf sechs Positionen. Manuel Schmiedebach durfte rein, machte gleich ein Tor. Doch Stendel hat wohl keine Chance. Weder auf den Klassenerhalt, dafür kam er zu spät. Noch auf ein dauerhaftes Engagement. Die Führung von 96 hat ihm offenbar die Aufgabe erteilt, den Sitz auf der Bank für Mirko Slomka warmzuhalten und den Verein mit Anstand in die Zweite Liga zu führen. Hannover erfindet das betreute Absteigen, eine Art Palliativ-Coaching.

Wer stand im Blickpunkt?

Arturo Vidal. Er steht für das Missverständnis zwischen dem deutschen Fußball und Pep Guardiola. Manch Experte, auch im eigenen Verein, hält den chilenischen Irokesen für den neuen Chef der Bayern. Weil er hin und wieder ein wichtiges Tor macht, vor allem weil er so schön dazwischenhaut. Ein Führungsspieler muss genau dies, denken viele hierzulande. Dabei steht der spanische Trainer weniger auf das Modell Effenberg, sondern auf Fußballer, die mit Köpfchen zusammenspielen. In Stuttgart brachte Vidal andere Körperteile zum Einsatz. Früh sah er die Gelbe Karte, foulte aber weiter. Noch in der ersten Halbzeit wurde er beim Stand von 0:0 ausgewechselt. Ob Guardiola ihn rausnahm, weil er zu elft weiterspielen wollte oder weil Vidal wieder mal die Bälle verlor und den Spielfluss hemmte, erfuhr man nicht. Es kam Müller, Bayern schoss noch drei Tore.