Real Madrid – VfL Wolfsburg 3:0 (2:0)

Der VfL Wolfsburg hat den erstmaligen Einzug ins Halbfinale der Champions League verpasst. Der Mannschaft von Dieter Hecking gelang es nicht, an den sensationellen 2:0-Hinspielsieg anzuknüpfen. Im Rückspiel des Champions-League-Viertelfinales im Bernabéu-Stadion gewann Real Madrid vor 80.000 Zuschauern 3:0. Alle drei Treffer erzielte der portugiesische Superstar Cristiano Ronaldo (16./17./77. Minute).

Das letztlich übermächtige Real steht damit zum sechsten Mal in Serie im Halbfinale der europäischen Königsklasse. Für Wolfsburg ist zum dritten Mal nach 2010 und 2015 Schluss im Viertelfinale eines Europapokals.

Was bleibt, ist die Erinnerung an die Hinspielnacht und der als Bundesliga-Achter schwierige Kampf um ein erneutes internationales Ticket in der kommenden Saison. Bitter für Wolfsburg war, dass Ronaldos entscheidendem Freistoß ein fragwürdiger Pfiff nach angeblichem Foul von Luiz Gustavo vorausgegangen war und der Ball dann durch die VfL-Mauer flog.

Die mythische Wucht des Bernabéu-Stadions bekamen die Wolfsburger von Anfang an zu spüren. Vor der Arena hatten euphorische Real-Fans den Teambus bei der Ankunft des Starensembles in dichte Rauchschwaden gehüllt. In der Choreographie auf der Tribüne zielten Pfeile schon auf den Henkelpokal – Finalziel Mailand war die Forderung der Madridista. Um die unerwartete Hürde Wolfsburg erst mal zu schaffen, hatte Real sogar das Spielfeld verbreitert, ein legaler Trick für mehr Raum für die schnellen Stürmer Gareth Bale, Karim Benzema und Ronaldo.

Auch Wolfsburg versuchte sich in Mätzchen. Der Trainingsabbruch von Naldo am Vorabend war wohl ein Bluff von Coach Dieter Hecking. Der Abwehrchef war von Beginn an dabei und auch gleich gefordert. Real schnürte Wolfsburg wie befürchtet ein. Der Bundesligist stand zwar kompakt, konnte aber überhaupt nicht für Entlastung sorgen. Es blieben nur lange Bälle nach vorn als unpassendes Stilmittel. Die Cleverness des Hinspiels fehlte.

Ronaldos Doppelschlag bringt Real auf Kurs

Sergio Ramos (6.) köpfte auf die Latte. Und gerade war die Anfangsviertelstunde vorbei, da war Zeit für die Ronaldo-Show. Eine Hereingabe des Ex-Leverkuseners Daniel Carvajal ließen Dante und Naldo passieren. Der Superstar hatte keine Mühe einzuschieben. Sekunden später rettete Vieirinha gerade noch so. Doch nach der nächsten Flanke war Ronaldo per Kopfball da – und die Hinspielschmach war für die Spanier zumindest ergebnistechnisch aufgearbeitet.

Ronaldo erzielte nun 20 Tore in diesem Jahr, so viele wie der VfL insgesamt. Dann verletzte sich auch noch Julian Draxler. Der linke Oberschenkel zwickte. Max Kruse kam im Tausch der Nationalspieler. Wolfsburg traute sich jetzt mehr zu, löste sich häufiger aus der Umklammerung. Luiz Gustavo (34.) nötigte Keeper Keylor Navas per Distanzschuss zu einer ersten Parade. Vier Minuten später hätte Bruno Henrique das so ersehnte Auswärtstor erzielen müssen, doch Ramos blockte den zu zaghaften Versuch ab.

Auch in der zweiten Halbzeit war Real weiter tonangebend. Doch Wolfsburg ließ sich nicht mehr komplett beherrschen. Wieder hatte Ramos (48.) per Kopfball die erste Chance. Nach genau einer Stunde verhinderte VfL-Torwart Diego Benaglio per Reflex ein Eigentor von Josuha Guilavogui. Glück hatte der Schlussmann auch bei einem Kopfball von Ramos, der ihm vom Innenpfosten von hinten in die Arme fiel.

Die Verlängerung war in Sicht, da schlug Ronaldo mit seinem 16. Champions-League-Tor der Saison zum dritten Mal zu. Naldo und Guilavogui öffneten im Sprung die Mauer – und eben dort flog der Ball hindurch. Das Bernabéu huldigte dem Portugiesen mit "Cristiano"-Rufen.

Manchester City – Paris St. Germain 1:0 (0:0)

Manchester City steht erstmals im Halbfinale der Champions League und hat die Titelträume von Paris Saint-Germain und Zlatan Ibrahimović beendet. Durch einen Treffer des früheren Wolfsburgers Kevin De Bruyne (76. Minute) gewannen die Citizens nach dem 2:2 aus dem Hinspiel das zweite Duell gegen das Team um Fußball-Torwart Kevin Trapp 1:0 (0:0). Trapp verursachte einen Foulelfmeter, den jedoch Sergio Agüero verschoss (29.).

ManCity könnte damit in der Königsklasse weiter auf den FC Bayern und seinen nächsten Coach Pep Guardiola treffen; die Münchner wollen am Mittwoch bei Benfica Lissabon ins Halbfinale einziehen.