Die Fußballerinnen des VfL Wolfsburg haben ihren dritten Champions-League-Titel verpasst. Das Bundesliga-Team von Trainer Ralf Kellermann verlor in Reggio Emilia das Finale gegen den französischen Meister Olympique Lyon im Elfmeterschießen mit 3:4. 

Nach der regulären Spielzeit und der Verlängerung hatte es 1:1 (1:1, 0:1) gestanden. Die Norwegerin Ada Hegerberg hatte nach Vorarbeit der deutschen Nationalspielerin Pauline Bremer in der 12. Minute Lyon in Führung gebracht. Alexandra Popp gelang der Ausgleich kurz vor Schluss in der 88. Minute. Vor 15.117 Zuschauern im Stadio Città del Tricolore im italienischen Reggio Emilia verwandelte die Japanerin Saki Kumagai schließlich den entscheidenden Elfmeter für Lyon.

"Es ist sehr, sehr hart, wenn man im Elfmeterschießen verliert. trotzdem bin ich sehr, sehr stolz auf die Leistung der Mannschaft", sagte VfL-Trainer Ralf Kellermann und gab zu: "Aber es tut gerade einfach nur unendlich weh."  

Wolfsburg hatte mutig begonnen und holte direkt eine Ecke heraus. Danach war das Team gegen das offensivstarke Lyon jedoch auf Defensive bedacht und versuchte kompakt zu stehen, Olympique übernahm das Kommando. Die Französinnen hatten durch zwei Schüsse von Eugénie Le Sommer (2./7.) die ersten Chancen. Wolfsburg fehlte die Durchschlagskraft nach vorne, klare Torchancen erspielte sich der Bundesliga-Zweite nicht.

Kurz darauf war es dann Lyons Top-Torjägerin Hegerberg, die die verdiente Führung besorgte: Nach schöner Vorarbeit der deutschen Nationalspielerin Pauline Bremer über die rechte Seite traf sie aus kurzer Distanz (12.). Es war bereits der 13. Treffer der Norwegerin in dieser Königsklassen-Saison. Wolfsburg war um eine direkte Antwort bemüht, gegen Lyons kompakte Defensive war für Popp und Co. jedoch kaum ein Durchkommen, offensiv lief nur wenig zusammen.  

Revanche für das Endspiel 2013

Nach der Pause spielte Lyon weiter nach vorne und kontrollierte die Partie. Wolfsburgs Élise Bussaglia klärte nach einem Kopfball von Renard auf der Linie (48.), Lyons Mittelfeldspielerin Nécib war mit einem Weitschuss gefährlich (64.). Beim Bundesliga-Zweiten lief nach vorne zu lange zu wenig zusammen. Erst erneut Bussaglia und vor allem Alexandra Popp (83.) wenig später vergaben Möglichkeiten. Dann aber wuchtete Popp den Ball nach Flanke von Wullaert den Ball per Kopf zum kaum noch möglichen gehaltenen Ausgleich ins Tor.

Erneut Popp vergab zu Beginn der Verlängerung die klare Chance zur Führung (93.), fast im Gegenzug tat es ihr Hegerberg gleich. Torfrau Schult rettete gegen Lotta Schelin (103.), sonst schien Wolfsburg in der Verlängerung näher dran am Siegtreffer. Im Elfmeterschießen zeigte beide Teams Nerven: Wolfsburg war schon 3:1 vorn, vergab den Vorsprung aber. Dann behielt Kumagai die Nerven behielt und traf sicher gegen Schult.

Lyon machte das Triple aus Meisterschaft, Pokalsieg und Triumph in der Königsklasse perfekt. "Wir wussten, dass unsere Torfrau mindestens einen Elfmeter hält. Es war ein Wechselbad der Gefühle", sagte Lyons Kapitänin Wendie Renard. Gleichzeitig war es für die Französinnen die Revanche für das Endspiel 2013, das sie 0:1 gegen Wolfsburg verloren hatten. Für Lyon ist es nach den Triumphen 2011 und 2012 der dritte Titel in der 2009 eingeführten Champions League der Frauen. Dies gelang noch keinem Team.

Wolfsburg hingegen verpasste es nach dem DFB-Pokalsieg am vergangenen Samstag, den zweiten Titel der Saison zu holen. Die VfL-Frauen müssen nach ihren Champions-League-Triumphen von 2013 und 2014 weiter auf den dritten Titel in der Königsklasse warten. Dennoch soll die Mannschaft am Freitag im Wolfsburger Rathaus empfangen und für eine erfolgreiche Saison mit Rang zwei in der Liga gefeiert werden.