Am Ende hat die bundesweite Spendenaktion trotz ihres überraschenden Erfolgs nicht gereicht: Die Eishockeymannschaft Hamburg Freezers hat keine Lizenz für die nächste Saison in der Deutschen Eishockey Liga (DEL) beantragt. Der US-amerikanische Besitzer Anschutz Entertainment Group (AEG) ließ die entscheidende Frist bis Mitternacht verstreichen.

AEG hatte am vergangenen Mittwoch verkündet, keine neue Lizenz beantragen zu wollen, wenn sich kein Käufer für den Verein finden sollte. Grund dafür ist, dass AEG außerdem die Berliner Eisbären besitzt und in Zukunft nicht mehr zwei Mannschaften in einer Liga betreiben will. Der Ankündigung folgte eine Welle der Solidarität und ein Spendenaufruf im Internet, Fans überwiesen insgesamt mehr als eine halbe Million Euro zur Rettung des Vereins. Doch selbst mit dieser Summe würden die Hamburg Freezers in der kommenden Saison Verluste machen, für die der Betreiber aufkommen müsse, sagte AEG-Europapräsident Tom Miserendino. Dazu sei AEG nicht mehr bereit.

Das Aus für den Verein verkündete Geschäftsführer Uwe Frommhold. "Es tut mir unendlich leid", sagte er kurz vor Mitternacht. Laut Hamburger Morgenpost hatten etwa 200 Fans den Abend vor der Geschäftsstelle verbracht und auf die späte Rettung gehofft. Auch der Mannschaftskapitän der Freezers, Christoph Schubert, trauert um seinen Club. Er hatte die Spendenaktion organisiert, die seinen Angaben zufolge sogar eine Million Euro eingebracht hatte.

Die Social-Media-Abteilung der DEL äußerte ebenfalls ihre Bestürzung.

Für die Stadt Hamburg bedeutet die Nachricht einen weiteren Abgang eines Profi-Sportvereins. Seit dem Olympia-Aus melden immer mehr Spitzenmannschaften finanzielle Probleme. So hatten bereits die HSV-Handballer Insolvenz angemeldet und die Volleyballerinnen des VT Aurubis verkündet, keine Lizenz mehr für die erste Liga bezahlen zu können. Zudem ist das Radrennen Cyclassics dringend auf die Unterstützung eines Sponsoren angewiesen.