FC Bayern München – Atlético Madrid 2:1 (1:0)

Der FC Bayern München hat das Finale der Champions League verpasst. Das Team von Pep Guardiola gewann zwar sein Halbfinal-Rückspiel in München gegen Atlético Madrid mit 2:1 (1:0), schied aber wegen der Auswärtstorregelung aus. Für die Bayern war es bereits das dritte Vorschlussrunden-Aus in der Königsklasse nacheinander.

Im letzten Champions-League-Spiel unter dem scheidenden Guardiola hatte Xabi Alonso die Münchner nach 31 Minuten in Führung gebracht, ehe Thomas Müller kurz darauf die große Chance zum 2:0 vergab. Der deutsche Nationalspieler scheiterte mit einem Foulelfmeter (34.). Wütend schlug Thomas Müller nach dieser Schlüsselszene auf den Rasen, Pep Guardiola schaute mit weitaufgerissenen Augen und starrer Miene von der Bank aus zu. Statt mit einem verwandelten Foulelfmeter für die frühe wie beruhigende 2:0-Führung zu sorgen, ebnete der Fehlschuss des Weltmeisters gegen Madrids Torwart Jan Oblak in der 34. Minute den Weg der Spanier ins Finale. Der Strafstoß hätte dem Spiel eine ganz andere Entwicklung geben können.

Mit großem Druck hatten die Bayern das Spiel begonnen. Bereits nach 20 Minuten ergaben sich erste Torchancen. Boateng, der am Wochenende nach 99 Tagen Verletzungspause sein Comeback beim 1:1 gegen Borussia Mönchengladbach gegeben hatte, spielte den Ball in die Sturmspitze, Müller legte direkt auf Lewandowski ab. Diesem gelang es aber nicht, aus dem spitzen Winkel Torhüter Oblak zu überwinden. Zuvor hatte der 23 Jahre alte Slowene auch schon gegen Vidal (17.), danach gegen Ribéry (23.) pariert.

In der zweiten Halbzeit sorgte Atlético dann für den Ausgleich. In der 54. Minute gelang Antoine Griezmann das 1:1. Aber die Bayern gaben nicht auf. Guardiola versuchte seine Mannschaft von der Seitenlinie anzutreiben. Auf dem Feld scheiterten nacheinander zunächst Alonso und auch Lewandoswki. Beim Treffer des Polen auf Vorlage von Arturo Vidal war aber auch er geschlagen.

Dennoch sollte Lewandowskis Siegtreffer auf Vorlage von Arturo Vidal  (74.) den Bayern nicht mehr zum Einzug ins Endspiel am 28. Mai in Mailand reichen. In der brutal nervenaufreibenden Schlussphase hielt auch Neuer die Bayern weiter im Rennen. Nach einem Foul von Martínez an Torres vor der Strafraumlinie entschied Schiedsrichter Cüneyt Çakır auf Strafstoß, der Gefoulte scheiterte aber am Bayern-Torwart. Es nützte den Münchnern auch nichts mehr.

Nach Real Madrid (2014) und FC Barcelona (2015) als Gegner scheiterte Guardiola mit den Bayern damit auch 2016 an einer spanischen Mannschaft. Nun kann sich der Katalane noch maximal mit dem Double (Meister und Pokalsieger) aus München verabschieden.

Anders als im Hinspiel in Madrid hatte Guardiola im Rückspiel den Bayern-Lieblingen vertraut. Im Gegensatz zur mit 0:1 verlorenen Partie vor einer Woche hatte er neben Thomas Müller auch Franck Ribéry in die Startelf befördert und in der Defensive die Aufstellung des zuvor erst einmal nach über drei Monaten Wettkampfpause eingesetzten Jérôme Boateng gewagt.

Bayerns Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge war nach Ende des Spiels dennoch stolz auf seine Mannschaft. "Unsere Mannschaft hat großartig gespielt. Sie hat verdient gewonnen und sie hätte es auch verdient gehabt, nach Mailand zu fahren", sagte Rummenigge. Das Aus sei schmerzhaft, aber "wir brauchen uns nicht schämen".

Im Königsklassen-Endspiel trifft Atlético auf Real Madrid oder Guardiolas künftigen Club Manchester City.