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6. Juli 2016 Liveblog abgeschlossen
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Deutschland – Ukraine: Er klärt das mal

Jérôme Boatengs Zirkusnummer rettet dem DFB-Team den EM-Auftaktsieg gegen die Ukraine. Bastian Schweinsteiger keucht derweil immer noch. Das Blog zum Spiel.

  • 23:42 Uhr
    Fabian Scheler

    Fazit des Spiels: Wenn die Szene des Spiels eine Aktion beschreibt, in der ein Verteidiger ein Tor verhindert, verheißt das für die Spielanalyse zunächst nichts Gutes. Es war Jerome Boateng, der in der ersten Hälfte den Ball von der Linie kickte. Im Rückwärtsfallen. Eine Zirkusnummer, die den Ausgleich verhinderte. Und der wäre gar nicht so unverdient gewesen.

    Mehrmals waren die Ukrainer einem Tor sehr nahe. Deswegen entwickelte sich auch das bislang beste Spiel der EM. "Wir hatten auch Glück", sagte Sami Khedira nach dem Spiel. Auch wenn ARD-Experte Mehmet Scholl vor dem Spiel rhetorisch schon den deutschen Sieg vorausnahm und die ukrainische Liga samt ihrer Spieler ins untere Mittelmaß schob. Er wird sich gewundert haben.

    Manuel Neuer musste in der ersten Hälfte zweimal retten, sein gewohnt schnell zuckender Reklamierarm half ihm dabei. In der zweiten Hälfte aber kontrollierte das DFB-Team das Spiel. Wenn eine Mannschaft gefährlich vor dem deutschen Tor auftauchte, dann war es die deutsche. Shkodran Mustafi, motiviert durch sein 1:0, wollte wohl Boateng nachahmen, seine verunglückte Kopfballrückgabe brauchte er aber nicht mehr selbst zu retten, sie trudelte neben das Tor.

    Die Schlusspointe des Spiels gehörte dem leicht angegrauten Bastian Schweinsteiger. Lange verletzt, berechnete die ARD 190 Meter für den Sprint des eben eingwechselten Schweinsteiger. Eigene Hälfte, andere Hälfte, Strafraum, Pass, Tor, abdrehen, eigene Bank, Manuel Neuer: Mit Schweinsteiger können wir wohl erst wieder ab dem Achtelfinale rechnen.

  • 22:57 Uhr
    Fabian Scheler

    Drei Minuten gespielt, zwei Sprints und Schweinsteiger ist "völlig aus dem Atem". Da müssen die Mediziner nochmal ran.

  • 22:54 Uhr
    Christian Spiller

    Aus, vorbei. Deutschland gewinnt 2:0 gegen die Ukraine. Es gab schon schlechtere Auftaktspiele bei einem großen Turnier. Allerdings auch bessere. Hier gibt es gleich ein kleines Fazit. Morgen früh dann die Reportage des Kollegen Oliver Fritsch aus Lille. Und ein nettes ZEIT-ONLINE-Spielchen. Schauen Sie sich dafür noch einmal genau die deutschen Tore an...

  • 22:50 Uhr

    92. Minute

    2:0

    Schweinsteiger! Natürlich von Özil vorbereitet! Schweini, gerade erst eingewechselt, strahlt, als wäre es 2006, als er und Poldi zusammen in die Kamera giggelten. Hach.

  • 22:46 Uhr
    Christian Spiller

    87. Minute: Jetzt sind alle nochmal aufgewacht. Erst vergibt Özil die Chance auf das 2:0, aber der bereitet ja bekanntlich lieber alles vor: Tore, das Essen, schlechte Witze. Sekunden später köpft Mustafi fast das zweite Tor. Dieses Mal hatte er das eigene anvisiert. Einmal gegen Neuer treffen, ein Traum, verständlich. War aber daneben.

  • 22:40 Uhr
    Fabian Scheler

    83. Minute: Schürrle! Mit seinem Schüsschen, das er zärtlich liebkost, es streichelt und dann auf die Reise knapp neben den Pfosten schickt, erinnert er uns daran, dass das Spiel noch läuft.

  • 22:37 Uhr
    Christian Spiller

    80. Minute: Die deutsche Mannschaft kontrolliert nun das Geschehen (Diesen Satz wollte ich schon immer mal schreiben.) Sie kombiniert besser, lässt den Ball laufen. Meist bis Benedikt Höwedes an den selbigen kommt.

  • 22:35 Uhr
    Oliver Fritsch

    79. Minute: Zu hören ist heute das übliche Repertoire der deutschen Fans: "Mexiko", "Die Nummer 1 der Welt sind wir!", "Sieg" und die Nationalhymne (immerhin die 3. Strophe). Seit der 30. Minute sind sie aber leiser geworden, etwa zu dem Zeitpunkt, als die Ukrainer merkten, dass gegen den Weltmeister was geht. Inzwischen gehen die Fans aber mit dem Spiel mit. Sie spüren, das Spiel ist viel knapper als es anfangs ausgesehen hat.

  • 22:29 Uhr
    Fabian Scheler

    73. Minute: Fairerweise muss man auch sagen, dass genau das eingetreten ist, was Jogi Löw vor der WM orakelte: Dass sich Teams wie die Ukraine oder Nordirland mit fünf Mann hinten rein stellen werden.

  • 22:29 Uhr
    Christian Spiller

    72. Minute: Unsere Leser passen sich unserem Niveau problemlos an. Fabian52 zum Beispiel (der Vorname ist sicher reiner Zufall): "Wer ist denn dieser ominöse Spieler "Hublot"? Spielt wohl für mehrere Mannschaften, dauernd steht er auf der Tafel zur Einwechslung, nur auf dem Platz hab ich ihn noch nie gesehen."

  • 22:26 Uhr
    Fabian Scheler

    69. Minute: Bei jeder Ecke muss man den Ausgleich befürchten. Das ist Deutschland gegen die Ukraine in der Vorrunde. Ist noch ein langer Weg zum Titel.

  • 22:22 Uhr
    Fabian Scheler

    Du hast Polizei.

  • 22:21 Uhr
    Oliver Fritsch

    Ihr habt Netz.

  • 22:20 Uhr
    Fabian Scheler

    63. Minute: Wenn wir schon bei den Bürothemen sind: Immer wenn ich hierher fahre, fällt mir auf, dass jeder Späti in Berlin einen größeren Bildschirm als wir organisiert hat. Sie müssen also etwaige Fehleinschätzungen von uns (Passiert eh nie), verzeihen. Vielleicht bloggen wir einfach auch mal von einem Späti aus.

  • 22:17 Uhr
    Fabian Scheler

    56. Minute: Eine Beichte. Ich musste gerade nachgucken, ob es wirklich Gerd Gottlob ist, dem wir nun seit fast einer Stunde lauschen. Ja, er ist es, fand ich bei den Kolleginnen und Kollegen der Bild heraus. Natürlich gepaart mit einer zurückhaltenden Frage: "Gottlob - Bringt er uns wieder Glück?" Immer wenn er Auftaktspiele kommentiert, gewinnt Deutschland, lerne ich. Aha. Sich bietende Anschlussartikel: Welchen Espresso trank Löw vor dem Spiel? Stieg Neuer aus dem Teambus vorne oder hinten aus? Notier ich mir alles. Wenn Sie noch was wissen, gerne an fabian.scheler@zeit.de  Danke!

  • 22:12 Uhr
    Fabian Scheler

    55. Minute: Götze mit acht Ballkontakten bisher, erzählt uns ARD-Mann Gerd Gottlob. Jetzt schon vier mehr als in der abgelaufenen Saison bei den Bayern.

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Vorbemerkungen:

Guten Abend. Wir hatten so viele Fragen zu Deutschland. Manche hatten auch mit Sport zu tun. Wer spielt heute? Wer nicht? Während sich in der Nationalmannschaft wie auch in der Politik die Rechtsaußen gegenseitig überholen, war lange unklar, wer die linke Außenbahn besetzt. Draxler? Podolski? Gysi?

Es wurde Julian Draxler, vorne darf Mario Götze ran, und während Joachim Löw seinen Mannen von seinen Entscheidungen erzählte, haben sich in Lille auch die üblichen deutschen Fans aufgestellt. Die Dicken, die mit Pickelhaube auf dem Kopf in die Gassen brüllen: "Die Nummer 1 der Welt sind wir." Den Geschichtsunterricht haben sie damals übersprungen. Oder die Partypatrioten aus Dresden-Ost, die sich beim Kofferpacken vertan haben und plötzlich die Reichskriegsflagge in der Hand hatten. Bestimmt nur ein Versehen. Das geht den Politikern, die sie gut finden, auch ständig so. Oder die deutschen Fans, die nach den Engländern und den Russen nun auch ihren ersten Versuch im Stuhlweitwurf absolviert haben. Die Sportart der Stunde. Ja, auch Deutschland ist in diesem Turnier angekommen.

Wir aber, als bedingungslose Optimisten, wissen, dass die mit Hirn zwischen den Ohren in der Überzahl sind. Und dass es auch deutsche Fans gibt, die das machen würden, was Kroaten und Türken heute schafften: zusammen auf den Straßen zu stehen, sich in den Arm zu nehmen und miteinander einen schönen Tag zu verbringen. Oder der polnische Opa, der mit den Nordiren tanzte. Das ist doch die EM.

Unser Reporter in Lille, Oli Fritsch, erlebt ebenfalls bisher ganz angenehme Tage. Der hat ein Leben! Pendelt zwischen den Fußballstadien und dem Genfer See. Gut für uns: Ihm fallen dabei clevere Sachen ein. Zum Beispiel die Antwort auf die Frage, ob der DFB es schafft, nun eine Ära aus Titeln zu starten. Spoiler: . Er wird den Blog aber trotzdem mitbefüllen. Kollege Spiller und ich ziehen uns währenddessen in Kreuzberg die Gags gegenseitig aus der Nase und hoffen, dass die Fanmeile und ihre Besucher am Brandenburger Tor bleiben. 

Zum Abschluss noch Halbzeitwissen zum Angeben: Beim letzten wichtigen Spiel der Ukrainer gegen die Deutschen (das dröge Freundschaftskick-3:3 von 2011 lassen wir hier mal raus), trafen für Deutschland Ballack, Rehmer und Neuville. Zwei Fragen für Sie zum Grübeln, bis es losgeht. Wann war das? Und ist ein Tor von Marko Rehmer nicht eine Postillon-Erfindung?


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