Russische Hooligans haben in Köln Touristen angegriffen. Insgesamt sieben Russen hätten vor dem Dom auf drei spanische Urlauber eingeschlagen, sagte ein Polizeisprecher. Sechs Russen seien daraufhin festgenommen worden, gegen sie werde wegen gefährlicher Körperverletzung ermittelt. Einer der Randalierer sei flüchtig.

Es wird vermutet, dass sich die Täter auf der Rückreise von der Fußball-Europameisterschaft in Frankreich befunden haben. Auch dies sei Gegenstand der weiteren Ermittlungen, sagte ein Polizeisprecher. Die Hooligans sollen einer extremistischen russischen Gruppe angehören. Sie waren auf dem Weg in ihre Heimatstadt Moskau, in ihren Taschen fanden die Polizisten Eintrittskarten für das EM-Spiel England – Russland. "Wir wissen aber nicht, ob sie dort auch waren oder zuvor ausgewiesen wurden", sagte ein Polizeisprecher. Die Gruppe soll mindestens eine Nacht in Köln festgehalten werden.

Die Zentrale Informationsstelle für Sporteinsätze (ZIS) in Duisburg prüft nun, ob die Männer an den Ausschreitungen russischer Hooligans in Marseille teilgenommen haben könnten. Bei den Zusammenstößen zwischen russischen und englischen Fans dort waren am Samstag 35 Menschen verletzt worden. Ein englischer Fan erlitt lebensgefährliche Verletzungen, als er offenbar von einer Metallstange am Kopf getroffen wurde. Nach Darstellung der Behörden waren 150 gut organisierte russische Hooligans beteiligt.

Drei Russen wurden wegen der EM-Ausschreitungen zu Haftstrafen verurteilt. Ein französisches Gericht verhängte in einem Schnellverfahren gegen einen der Hooligans zwei Jahre Gefängnis, gegen einen weiteren 18 Monate und gegen den dritten zwölf Monate. Zwei der Briten wurden ebenfalls schon zu Haftstrafen verurteilt, allerdings nur zu zwei beziehungsweise drei Monaten.

Wegen der Gewalt wurde gegen die russische Nationalmannschaft eine Geldstrafe von 150.000 Euro verhängt. Zudem droht Russland der Ausschluss vom Turnier, sollten sich Krawalle wiederholen. Russland beschwerte sich gegen die Festnahmen.