Nach den Ausschreitungen russischer Holigans in Marseille, Lille und Köln drängt Thomas Oppermann den Weltfußballverband dazu, Russland ein Ultimatum zu stellen. "Ich halte wenig von ideologisch motivierten Sportsanktionen, aber die Fifa muss Russland in aller Deutlichkeit klarmachen, dass etwas passieren muss", sagte der SPD-Fraktionschef Spiegel Online. Russland habe sich "als künftiger WM-Gastgeber bis auf die Knochen blamiert".

Gleichzeitig bestimmten "Hooligans aus Russland die Schlagzeilen und bekommen auch noch Applaus aus Moskau, wenn sie zuschlagen", sagte Oppermann weiter. Der Vizepräsident des russischen Parlaments, Ultranationalist Igor Lebedew, hatte die Hooligans nach den Krawallen auf Twitter unterstützt: "Ich kann nichts Schlimmes an kämpfenden Fans finden. Im Gegenteil, gut gemacht, Jungs. Weiter so!" Lebedew ist zugleich Präsidiumsmitglied des russischen Fußballverbands, der die Weltmeisterschaft 2018 ausrichtet.

Die Uefa hatte das russische Team nach den Ausschreitungen nur auf Bewährung im Turnier belassen. Die Fifa hatte versichert, dass die WM-Gastgeber 2018 die Erfahrungen aus Frankreich für ihre Turnierplanungen berücksichtigen würden.

Oppermann: Französische Polizei nicht auf Hooligans vorbereitet

Oppermann kritisierte auch die französischen Sicherheitskräfte. "Offenbar waren sie vor allem auf Terrorabwehr fokussiert", sagte er. Er sei "erschrocken, wie wenig sich die französische Polizei auf die erwartbare Eskalation von Hooligangewalt vorbereitet hatte".