Der chinesische Einzelhänder Suning Commerce übernimmt den italienischen Fußballverein Inter Mailand. Suning kauft für 270 Millionen Euro 69 Prozent der Anteile. Die restlichen 31 Prozent hält der Präsident des Clubs, Erick Thohir. Eine Folge der Übernahme wird offenbar sein, dass sich der frühere Präsident und Eigentümer Massimo Moratti vollständig aus dem Verein zurückzieht. Das berichten übereinstimmend mehrere Medien.

In den vergangenen Jahren hatten chinesische Investoren mehrere europäische Vereine übernommen, unter anderem Espanyol Barcelona und Aston Villa. Darüber hinaus halten sie Anteile etwa an Manchester City und Atlético Madrid. Zuletzt hatte es Gerüchte gegeben, dass auch der andere große Mailänder Verein, der AC Mailand, von chinesischen Investoren übernommen werde.

Bereits vor der Übernahme von Inter Mailand hatte Suning in der chinesischen Liga einen Verein besessen, Jiangsu Suning. Dieser kaufte im Frühjahr den Brasilianer Alex Teixeira für 50 Millionen Euro sowie Ramires vom FC Chelsea 33 Millionen Euro. Insgesamt geben chinesische Vereine mehr und mehr für europäische Spieler aus. In der vergangenen Transferperiode waren es so in den ersten Tagen 260 Millionen Euro.

Chinas Präsident Xi Jinping ist Fußballfan. Im März teilte seine Regierung mit: "Ein Aufleben des Fußballs ist entscheidend auf Chinas Weg zu einer Sportnation." Ein Zweijahresplan sieht vor, dass 20.000 Fußballinternate im Land gebaut und Hunderttausende Jugendspieler rekrutiert werden. Mindestens 40.000 Trainer sollen eingestellt werden. 

Viele Chinesen hassen und lieben den Fußball zugleich. Sie nennen die Nationalmannschaft des Landes eine Schande. Die steht auf Platz 81 der Fifa-Weltrangliste und somit hinter Ländern wie Israel, Panama oder Sambia. Nur 19.000 Menschen besuchen durchschnittlich ein Spiel der ersten Liga. Das WM-Finale 2014 sah hingegen mehr als eine Million Menschen, es wurde in China nachts um drei Uhr übertragen.