Russische Leichtathleten, die nachweislich nicht gedopt sind, sollen bei den Olympischen Spielen im brasilianischen Rio de Janeiro unter ihrer Landesflagge starten dürfen. Dies teilte das Internationale Olympische Komitee (IOC) mit. Damit wird den Athleten Russlands die Teilnahme erlaubt, die wegen schwerer Doping-Vergehen durch den Weltverband IAAF aktuell suspendiert sind. Dazu müssen sie allerdings außerhalb Russlands getestet worden sein oder werden. Die IAAF hatte vorgeschlagen, dass Athleten aus Russland, die keine verbotenen Substanzen genommen haben, unter einer neutralen Flagge starten sollten.

Russlands Sportminister Witali Mutko reagierte erleichtert auf die IOC-Ankündigung. Sein Land sei für eine Teilnahme nicht gedopter Athleten bereit, alle Bedingungen des IOC einzuhalten. "Wir werden alles machen, was sie uns sagen", sagte Mutko der Agentur Tass zufolge.

Zuvor hatte der Chef des russischen Olympia-Komitees, Alexander Schukow, angekündigt, dass Russlands Leichtathleten gegen die Sperre des Weltverbandes IAAF juristisch vorgehen wollen. Sie würden Einspruch beim Internationalen Sportgerichtshof (CAS) einlegen. Der Einspruch werde im Namen aller Athleten eingereicht, "die noch nie gegen die Anti-Doping-Regeln verstoßen haben", sagte Schukow. Er hoffe, dass das Sportgericht eine objektive, faire und gerechte Entscheidung treffe.

Vor vier Tagen hatte der Weltverband IAAF Russlands Leichtathleten wegen massiver Dopingvorwürfe von den Spielen in Rio ausgeschlossen. Russland muss nun damit rechnen, dass auch andere Sportarten des Landes oder sogar die ganze Nation von Olympia in Brasilien ausgeschlossen wird.

Das International Olympic Committee (IOC) beriet am Vormittag über Maßnahmen im Kampf gegen Doping. Das IOC und seine Mitgliedsorganisationen unterstützten die Entscheidung des Leichtathletik-Weltverbandes IAAF, russische Leichtathleten weiterhin zu sperren und damit von den Spielen in Rio auszuschließen, sagte IOC-Chef Thomas Bach.