Herr Müller, es geht los. Wird Deutschland Europameister?

"Ich glaube eher nicht. Um so einen Titel zu holen, muss der unbedingte Wille da sein. Ich sehe aber auf einigen Positionen zu viele Spieler, die sich verstecken. Mesut Özil zum Beispiel. Wenn es wehtut, ist der weg. Ich selbst wohne quasi zwischen Schalke und Dortmund, habe aber eine Dauerkarte für den VfL Bochum. Man kann nicht immer nur dahin, wo die Sonne scheint, man muss halt auch dahingehen, wo es wehtut. Gómez ist auch so einer. Der trifft drei Mal gegen Liechtenstein, aber ist gegen Spanien nicht zu sehen.

Wir bräuchten einen Schweinsteiger in der Form vom WM-Finale. Der, wenn es vier Mal wehgetan hat, auch das fünfte Mal hingeht. Ich hätte außerdem Bellarabi mitgenommen. Wenn der auf dem Platz ist, ist Alarm. Aber nicht, dass Sie mich falsch verstehen. Ich wünsche es mir natürlich schon für uns. Bei der EM bin ich patriotisch. Sie erwischen mich übrigens auf einer Baustelle in Russland. Hoffentlich wird das nicht zu teuer für Sie. Bei den Roamingkosten setzt man sich manchmal ganz schön auf den Hintern."

(Thomas Müller, 56, Bergbau-Ingenieur aus Bochum. Thomas Müller ist der häufigste Name Deutschlands.)