Das Internationale Olympische Komitee (IOC) hat russische Sportler vor eine weitere Hürde für einen Start in Rio de Janeiro gestellt. Die Athleten werden durch ein Dreiergremium aus Mitgliedern der IOC-Exekutive abschließend ausgewählt. Das beschloss das Gremium unter Leitung von Präsident Thomas Bach in Rio, wie IOC-Sprecher Mark Adams nach der Sitzung sagte. Alle Entscheidungen sollen rechtzeitig vor Beginn der Spiele am Freitag getroffen sein.

Nach einer Prüfung durch Experten des Internationalen Sportgerichtshofs (CAS) hat dieses Dreiergremium das letzte Wort. Zu dem Team gehören die deutsche Vorsitzende der Athletenkommission, Claudia Bokel, der türkische Chef der medizinischen Kommission, Uğur Erdener, sowie der Spanier Juan Antonio Samaranch jr.

Die IOC-Exekutive hatte am 24. Juli die internationalen Fachverbände beauftragt, die russischen Sportler auszuwählen, die frei von Doping sind und in Rio starten dürfen. Diese Entscheidungen müssen dann von den CAS-Experten Fall für Fall bestätigt werden.

Die russische Doping-Informantin Julija Stepanowa scheiterte indes mit einem zweiten Versuch, eine Starterlaubnis für die Olympischen Spiele in Rio zu bekommen. Die Leitathletin hatte sich nochmals schriftlich an das IOC gewandt. Adams sagte, über die erneute Bitte Stepanowas sei nicht mehr gesprochen worden. "Die letzte Entscheidung ist schon getroffen worden", betonte der IOC-Sprecher und verwies auf einen entsprechenden Beschluss vom 24. Juli in Lausanne.

Die Kronzeugin Stepanowa hatte maßgeblichen Anteil daran, dass systematisches Doping bei Russlands Leichtathleten öffentlich gemacht und bewiesen wurde. Die 800-Meter-Läuferin war 2013 selbst wegen Dopings für zwei Jahre gesperrt worden.