Sieben spanische Fußballclubs müssen rechtswidrige staatliche Hilfen in Höhe von zusammen mindestens 48 Millionen Euro zurückzahlen. Das hat die EU-Kommission in einem Prüfverfahren entschieden. Die Beihilfen für den FC Barcelona, Real Madrid, Valencia, Athletic Bilbao, Atlético Osasuna, Elche und Hércules verstießen gegen EU-Recht und hätten den Vereinen einen unfairen Vorteil verschafft. Deshalb müsse Spanien die Hilfen nunmehr zurückfordern.

Mit 20,4 Millionen Euro soll der Club in Valencia den größten Anteil zurückgeben. Die EU-Kommission beanstandete Bürgschaften des staatseigenen Instituto Valenciano de Finanzas, dank derer die Vereine Valencia, Hércules und Elche trotz finanzieller Probleme an Darlehen kamen. Hércules soll deshalb 6,1 und Elche 3,7 Millionen Euro zurückerstatten.

Bei Real Madrid geht es um einen Grundstückstausch mit der Stadt Madrid, aus dem der Verein den Prüfern zufolge einen Vorteil von 18,4 Millionen Euro zog. "Damit wurde Real Madrid ein ungerechtfertigter Vorteil gegenüber anderen Vereinen zuteil, den der Club jetzt zurückzahlen muss", erklärte die Behörde.

Zudem habe der spanische Rekordmeister Real Madrid wie der FC Barcelona, Athletic Bilbao und Atlético Osasuna von 1990 bis 2015 von Steuervorteilen profitiert. Die vier Vereine seien als "Organisationen ohne Erwerbszweck" eingestuft worden, weshalb ihre Gewinne um fünf Prozent niedriger besteuert wurden als die einer GmbH. Den genauen Betrag – zwischen null und fünf Millionen Euro pro Verein – müsse jetzt der spanische Staat bestimmen.

"Profifußball ist eine Wirtschaftstätigkeit, bei der beträchtliche Summen im Spiel sind, und die staatliche Unterstützung muss mit den Regeln eines fairen Wettbewerbs vereinbar sein", betonte die zuständige EU-Kommissarin Margrethe Vestager laut Mitteilung. "Das war bei den hier untersuchten Subventionen nicht der Fall."

Hingegen genehmigte die Kommission mehrere Beihilfen für niederländische Fußballclubs. Vergleichbare Untersuchungen bei anderen Fußballclubs führe die Kommission derzeit nicht, sagte ein Behördensprecher.