Angelique Kerber hat den Wimbledon-Titel verpasst. Die Tennisspielerin aus Kiel verlor das Endspiel gegen die Weltranglistenerste Serena Williams aus den USA mit 5:7 und 3:6. Nach höchst unterhaltsamen und teilweise mitreißenden 1:21 Stunden Spielzeit verwandelte Williams auf dem Centre Court in London ihren ersten Matchball.

Serena Williams gewann damit wie im Vorjahr das bedeutendste Tennisturnier weltweit und stellte einen Rekord von Steffi Graf ein. Wie Graf hat die 34 Jahre alte Amerikanerin nun 22 Grand-Slam-Titel geholt und könnte bei den US Open an der Deutschen vorbeiziehen.

Rücklings ließ sie sich nach dem Matchball auf den Rasen fallen. "Nummer 22, das ist fantastisch", sagte Serena Williams und lobte Kerber: "Sie ist eine großartige Gegnerin. Sie holt immer das beste Tennis aus mir heraus."

In ihrem zweiten Grand-Slam-Finale lieferte Kerber ein starkes Match ab, am Ende war die Präzision und Power von Williams einen Tick zu gut. Die 1,73 Meter große Linkshänderin war die erste Deutsche am Finaltag auf dem berühmten Rasen seit Sabine Lisicki 2013. Trotz der bitteren Niederlage hat sie bewiesen, dass ihr Melbourne-Triumph kein Zufall war. Auch wenn es nicht geklappt hat, sich als erste Deutsche seit Graf 1996 in der ruhmreichen Siegerliste zu verewigen.

Am Ende blieb einem Turnier, in dem sie sich selbstbewusst und entschlossen präsentierte, in dem sie beeindruckend spielte, nur die Krönung versagt. Auf der anderen Seite des Netzes stand aber auch die Spielerin, die das Damen-Tennis seit Jahren dominiert. Mit dem ersten Matchball kürte sich Williams einmal mehr zum Champion.

Kerber hatte Ende Januar sensationell die Australian Open gewonnen. Mit dem Erfolg über Serena Williams feierte sie ihren ersten Grand-Slam-Titel und wurde zur ersten deutschen Siegerin bei einem der vier wichtigsten Turniere seit 17 Jahren. Kerber erhält für den Finaleinzug in Wimbledon ein Preisgeld von gut 1,1 Millionen Euro. In der kommenden Woche wird sie wieder auf Position zwei der Weltrangliste geführt.