Der Kirgise Isat Artykow ist als erster Medaillengewinner der Olympischen Spiele von Rio de Janeiro des Dopings überführt worden. Wie der Internationale Sportgerichtshof CAS mitteilte, wird dem 22-jährigen Gewichtheber die Bronzemedaille in der Kategorie bis 69 Kilogramm aberkannt.

Artykow sei positiv auf das verbotene Mittel Strychnin getestet worden, eine sehr giftige Substanz, die Muskelstarre auslöst. Er wurde daraufhin von den Spielen ausgeschlossen. Seine Medaille dürfte an den Kolumbianer Luis Javier Mosquera Lozano gehen, der in dem Wettbewerb Vierter geworden war.

Die Disziplin Gewichtheben gilt seit langem als stark dopingbelastet. Bundestrainer Oliver Caruso warf während der Spiele neun Ländern systematischen Betrug vor: Russland, Bulgarien, Kasachstan, Belarus, Usbekistan, Armenien, Moldawien, Rumänien und der Ukraine. Die Russen durften wegen des Staatsdopingskandals in Rio nicht am Gewichtheben teilnehmen, auch Bulgaren und Aserbaidschaner waren vorab ausgeschlossen worden.

Zudem sollten Belarussen, Kasachen, Armenier und Türken eigentlich nicht in Rio starten dürfen. Das hatte der Weltverband IWF verfügt, weil diesen Ländern bei den Nachtests von Peking 2008 und London 2012 jeweils mindestens drei Dopingfälle nachgewiesen worden waren. Das Internationale Olympische Komitee hatte die Verfahren gegen die Sportler jedoch nicht rechtzeitig bis zu Beginn der Spiele abgeschlossen, daher konnte keine Dopingsperre gegen sie verhängt werden.

So mussten sich die eigener Aussage nach sauberen deutschen Athleten mit verdächtigen Startern aus Dopinghochburgen messen. Der Superschwergewichtler Almir Velagic sagte der Welt, "wenn man sich die Wettkämpfe hier angeguckt, dann ist das einfach nur peinlich". Das seien junge Leute, "die fangen fast mit Weltrekord an", fügte Velagic hinzu.

Vor dem Fall Artykow hatten die Sportrichter des CAS drei Dopingfälle bei den Sommerspielen von Rio publik gemacht: Ein polnischer Gewichtheber und eine bulgarische Leichtathletin wurden ausgeschlossen, der Fall einer chinesischen Schwimmerin ist noch nicht abschließend entschieden. Zudem war kurz vor Olympia der brasilianische Radprofi Kleber Ramos positiv auf das EPO-Präparat Cera getestet worden.