Olympia währt ewig, doch die Disziplinen der Spiele variieren. Ein Platz im olympischen Programm ist daher sehr umkämpft. Rugby und Golf rücken in diesem Jahr neu rein, Softball, eine Baseball-Variante, muss draußen bleiben. Damit ist er in guter Gesellschaft, im Laufe der Olympia-Geschichte hat es einige Sportarten, auch kuriose und kriegerische, erwischt.


Taubenschießen

Die Taube steht für Frieden und in der Kirche für den Heiligen Geist. Bis zum olympischen Organisationsteam von 1900 hatte sich das nicht rumgesprochen. Über 300 Vögel mussten diesen Wettbewerb bei den Spielen in Paris mit dem Leben bezahlen. Das Schießen auf lebende Tauben wurde zu einer blutigen Disziplin. Allein der Belgier Léon de Lunden holte 21 vom Himmel und gewann den Wettkampf.

Bei den folgenden Olympischen Spielen wurden die lebendigen durch Tontauben ersetzt. Seitdem können die echten wieder sorglos ihrem Hauptberuf als Friedensbotschafter nachgehen.

Weitsprung zu Pferde

Der Pferdesport hat bei Olympia eine große Tradition. Auch in Rio werden Stute, Wallach und Hengst wieder aus der Box gelassen. Doch dass Pferde menschliche Leichtathletik-Disziplinen vollführen, klingt heute unvorstellbar. 1900 war das anders, damals gab es Weitsprung zu Pferde.

Der Belgier Constant van Langendonck gewann auf seinem Pferd diesen Wettbewerb und soll über 6 Meter weit gesprungen sein. Der US-Amerikaner Mike Powell kann darüber nur schmunzeln. Er hält den Weltrekord der Menschen im Weitspringen mit 8,95 Metern. Auch Hochsprung zu Pferde war bei den Spielen in Paris eine olympische Disziplin, die einmal durchgeführt und hinterher sofort wieder abgeschafft wurde.

Einzel-Synchronschwimmen

Doppelpass alleine? Unmöglich! Synchronschwimmen alleine? Das geht! Sogar sehr gut. Schon das Wort verdient eine olympische Medaille. Einzel-Synchronschwimmen klingt wie WLAN-Kabel, aber die Disziplin gibt es wirklich. Gemeint ist die Synchronität der im Wasser gezeigten Figuren zur Musik. Bei den Spielen 1984 in Los Angeles fanden erstmals Wettbewerbe im Solo-Synchronschwimmen statt. Der Sport konnte sich über zwei weitere Sommerspiele hinweg im olympischen Repertoire halten.

1992 verabschiedete sich die Sportart mit einer kuriosen Geschichte von der olympischen Bildfläche. Ausgerechnet im Solo-Synchronschwimmen gewannen in Barcelona zwei Frauen die Goldmedaille. Die Schwimmerin Kristen Babb-Sprague aus den USA hatte am Ende des Wettbewerbs die höchste Punktzahl. Doch bei der Bewertung der Kanadierin Sylvie Fréchette war einer Wertungsrichterin ein Fehler unterlaufen. Fréchette erhielt weniger Punkte, als ihr zugestanden hätten. Erst Jahre später wurde ihr die Goldmedaille anerkannt. Kristen Babb-Sprague durfte ihre Medaille dennoch behalten. Und so sieht Solo-Synchronschwimmen aus: