Der ägyptische Judoka Islam al-Schehabi hat sich nach seiner Niederlage gegen Or Sasson bei den Olympischen Spielen in Rio geweigert, dem Israeli die Hand zu geben. Or Sasson streckte sie vergeblich aus. Das Publikum reagierte mit Pfiffen auf das Verhalten des Ägypters. Al-Schehabi wollte sich anschließend nicht zu seinem umstrittenen Verhalten äußern.

"Es gibt keine Verpflichtung, am Ende eines Kampfes die Hand zu geben, aber es ist obligatorisch, sich zu verbeugen", sagte ein Sprecher des Internationalen Judo-Verbandes (IJF). Der Ägypter sei daher zurückgerufen worden und habe sich dann auf Aufforderung vor Sasson verbeugt. Nach den Olympischen Spielen werde geprüft, ob weitere Maßnahmen wegen Al-Schehabis Verhalten ergriffen werden.

Der Sprecher lobte, dass der Kampf überhaupt stattgefunden hat. "Es ist schon ein großer Fortschritt, dass die arabischen Länder es akzeptieren, gegen Israel zu kämpfen", sagte er mit Blick auf den andauernden Nahostkonflikt, in dem viele Araber sich mit den Palästinensern gegen Israel stellen.

Der Präsident von Ägyptens Olympischem Komitee, Hescham Hatab, bezeichnete Al-Schehabis Gebaren als "persönliches Verhalten". "Wir haben ihm wiederholt gesagt, dass er den sportlichen Geist respektieren, nicht die Regeln verletzen und sich nicht dem Druck beugen soll", sagte Hatab. Der Druck ägyptischer und arabischer Medien auf Sportler wie Al-Schehabi sei sehr groß.

Politisch haben sich Ägypten und Israel zuletzt angenähert. So will Ägypten im Konflikt zwischen Israel und den Palästinensern vermitteln.