Usain Bolt ist in Rio de Janeiro auch mit der jamaikanischen Staffel über 4 mal 100 Meter zum Olympiasieg gelaufen. Der Leichtathletik-Star holte damit seine neunte Goldmedaille bei Sommerspielen und verabschiedete sich von der olympischen Bühne. Nach Peking 2008 und London 2012 hängte Bolt auch am Zuckerhut über 100 Meter, 200 Meter sowie 4 mal 100 Meter die versammelte Konkurrenz ab. Vor seinem 30. Geburtstag am Sonntag beschenkte sich der schnellste Mann der Welt damit selbst und genoss nach seinem Zieleinlauf den ausgelassenen Jubel der Zuschauer im Olympiastadion.

Hinter den davonrauschenden Jamaikanern Asafa Powell, Yohan Blake, Nickel Ashmeade und Schlussläufer Bolt sicherte sich Japan Silber. Die USA um Justin Gatlin liefen zu Bronze – sie wurden allerdings nachträglich wegen eines Wechselvergehens disqualifiziert und verloren ihre Medaille an Kanada. Die Statisten interessierten jedoch auch diesmal nur am Rande. Das Blitzlichtgewitter gehörte Bolt, der zu jamaikanischen Klängen auf seine letzte Ehrenrunde im Olympiastadion ging.

2.925 Tage nach seinem ersten Olympiasieg in Peking über 100 Meter schließt Bolt sein historisches Kapitel Sommerspiele hocherfolgreich ab. "Wie kann ich der Welt sonst noch beweisen, dass ich der Größte bin", hatte er rein hypothetisch von Journalisten wissen wollen. Sein Eintrag in den Geschichtsbüchern der Leichtathletik ist ihm sicher. Mit Gold Nummer neun verdrängte Bolt die frühere Kanutin Birgit Fischer von Platz sechs in der Liste der erfolgreichsten Sportler bei Sommerspielen.

Bolt hatte die Spiele am Zuckerhut standesgemäß eröffnet. Über 100 Meter siegte er in 9,81 Sekunden, dann ließ er seine Konkurrenz auch auf seiner Paradestrecke über 200 Meter in 19,78 Sekunden hinter sich. Seine sieben Jahre alte Bestmarke von 19,19 Sekunden konnte Bolt aber nicht wie erhofft unterbieten. Der Zahn der Zeit.

"Ich werde älter. Ich erhole mich nicht mehr so schnell, wie ich es früher getan habe", räumte Bolt nach seinem kräftezehrenden Erfolg über 200 Meter ein. Für seinen olympischen Schlussauftritt nahm der elffache Weltmeister aber noch einmal alle Kräfte zusammen und führte seine Staffel schließlich erneut auf den Goldgipfel.