Die deutschen Tischtennis-Männer haben ihre letzte Medaillen-Chance genutzt und bei den Olympischen Spielen Bronze geholt. Der angeschlagene Timo Boll, Dimitrij Ovtcharov und Bastian Steger gewannen in Rio de Janeiro im Spiel um Rang drei gegen Südkorea mit 3:1. Es ist die dritte Olympia-Medaille für die Auswahl von Bundestrainer Jörg Roßkopf. 2012 in London hatte das Team Bronze geholt, 2008 in Peking war es die Silbermedaille. 

Boll hatte sich zu Beginn der Partie gegen den Olympia-Zweiten von 2012 und WM-Dritten Südkorea eine Nacken-Verletzung zugezogen, spielte aber weiter und holte den entscheidenden Punkt. Zuvor musste er mehrere Minuten mit Spritzen und Tabletten behandelt werden. Zum Auftakt vergab Steger gegen Südkoreas Nummer eins Jeoung Youngsik drei Matchbälle und verlor unglücklich 2:3. Ovtcharov erkämpfte sich gegen Joo Saehyuk ein 3:2 und auch Boll und Steger siegten im Doppel. 

Im Halbfinale hatten die an Position zwei gesetzten Deutschen gegen Japan mit 1:3 verloren und dadurch die Chance auf Silber oder Gold verpasst. Mit der ersehnten Medaille in Rio haben Boll und Ovtcharov auch ihr schwaches Abschneiden im Einzel-Wettbewerb vergessen gemacht. Der mit Medaillenhoffnungen gestartete Ovtcharov war im Viertelfinale ausgeschieden, Boll war im Achtelfinale gescheitert.  

Handballer ziehen souverän ins Halbfinale ein

Für die deutschen Handballer ist die erste Olympia-Medaille seit 2004 nah: Handball-Europameister Deutschland stürmte mit einer titelreifen Leistung ins Halbfinale von Rio de Janeiro. Dank einer Abwehr wie aus einem Guss demütigte das Team von Bundestrainer Dagur Sigurðsson den WM-Zweiten Katar mit 34:22 (16:12). Gegner im Halbfinale am Freitag ist Olympiasieger und Weltmeister Frankreich, das zuvor Gastgeber Brasilien mit 34:27 (16:16) ausgeschaltet hatte. Erfolgreichste deutsche Torschützen waren Kapitän Uwe Gensheimer (St. Germain), Tobias Reichmann (Kielce) und Fabian Wiede (Füchse Berlin) mit jeweils fünf Treffern. 

Nach dem Fehlen bei den Spielen in London 2012, der EM 2014 in Dänemark und dem sportlichen Verpassen der WM 2015 in Katar ging es unter der Regie von Bundestrainer Dagur Sigurðsson bergauf: WM-Platz sieben in Doha, wo erst eine Wildcard die Teilnahme ermöglichte, Europameister im Januar 2016 und nun – sieben Monate später – das olympische Halbfinale.

Springreiter verpassen Gold

Zum ersten Mal seit zwölf Jahren holten die deutschen Springreiter wieder eine Olympiamedaille. Die Chance auf Olympiagold vergaben sie jedoch: Trotz glänzender Ausgangsposition reichte es im Stechen gegen Kanada in Rio de Janeiro nur zu Bronze. 

Zu viele Fehler in der zweiten Runde kosteten den zum Greifen nahen Sieg. "Man braucht mehrere Nullrunden", sagte Bundestrainer Otto Becker. Doch die fehlten seinem Team im Olympiapark Deodoro, nur Beerbaum blieb im Normalparcours fehlerfrei. Weil die fehlerfreien Runden zumindest im Stechen klappten, gab es immerhin Bronze. Den Sieg holten die Franzosen, Silber ging an die USA.

Die blendende Ausgangsposition war schon nach den ersten beiden deutschen Startern dahin. Danach mussten die Reiter auf Fehler der Konkurrenz warten, um noch Gold zu gewinnen – doch das passierte nicht.

Vor der Springreiter-Entscheidung hatte die Deutsche Reiterliche Vereinigung (FN) bereits fünf Medaillen gewonnen, darunter Gold durch das Dressurteam und den Vielseitigkeitsreiter Michael Jung. In der Zielvereinbarung mit dem Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) waren drei bis fünf Medaillen anvisiert worden.

Vor vier Jahren hatte das deutsche Quartett ein Desaster erlebt. Bei den Spielen in London schied die Mannschaft, zu der damals auch Michaels-Beerbaum und Ahlmann gehörten, schon nach der ersten Runde aus.