Wer spielte wie gegen wen?

Bayern München – Werder Bremen 6:0
Borussia Dortmund – FSV Mainz 05 2:1
1. FC Köln – SV Darmstadt 98 2:0
Eintracht Frankfurt – FC Schalke 04 1:0
FC Augsburg – VfL Wolfsburg 0:2
Hamburger SV – FC Ingolstadt 1:1
Borussia Mönchengladbach – Bayer Leverkusen 2:1

Hertha BSC – SC Freiburg 2:1
TSG Hoffenheim – RB Leipzig 2:2

Welches Spiel durften Sie auf keinen Fall verpassen?

Frankfurt gegen Schalke. Die Eintracht hat den Schwung aus der gewonnenen Relegation in die neue Saison übertragen. Klar, wer den Club aus Nürnberg aus dem Weg räumt, bekommt Auftrieb. Und so stürmten die Hessen über die Schalker hinweg, ließen sie in der ersten Halbzeit fast gar nicht an den Ball. Einen guten Eindruck hinterließ Branimir Hrgota, der Neue aus Gladbach, ein schwedisch-kroatischer Fußballer, geboren in Bosnien-Herzegowina. Ein typisches Mitglied dieses Multikulti-Ensembles, das sich Claudia Roth ausgedacht haben könnte. In der Startelf der Hessen waren neun Nationen vertreten, darunter Uruguay, Finnland, Ungarn und Jamaika. Das Tor entstammte jedoch deutscher Wertarbeit. Auf Alexander Meier ist Verlass. Es hatte wieder mal Klasse, wie sich der ewige Torjäger den Ball behände vom rechten auf den linken Fuß legte und abdrückte. Den Schalkern blieb nur Staunen und Abwinken. Dabei will Schalke endlich ein Spitzenverein werden, hat dafür Markus Weinzierl und Christian Heidel geholt. Beide waren an kleineren Standorten positiv aufgefallen, wurden umworben von der Konkurrenz. Eigentlich sind sie nicht nach Schalke gekommen, um sich von Eintracht Frankfurt nass machen zu lassen.

Welches Spiel konnten Sie mit gutem Gewissen verpassen?

Bayern gegen Werder. Viele wollen Fußballtrainer in der Bundesliga werden, doch Viktor Skripnik darf man sich zurzeit nicht als einen glücklichen Menschen vorstellen. "Mein Telefon brennt, es bimmelt und brummt den ganzen Tag", sagte Bremens Trainer über den Druck der Medien und der Öffentlichkeit klagend. Nach dem 0:6 seiner Elf in München verschärft sich die Debatte um ihn bereits nach dem ersten Spiel. Der neue Sportdirektor Frank Baumann sagt zwar, er werde nichts ändern, und das ist im Biotop Bremen ausnahmsweise auch glaubhaft. Doch Skripnik wäre es zuzutrauen, dass er freiwillig geht. In der vorigen Saison soll es schon mal fast so weit gewesen sein. Es war ihm im Gesicht abzulesen, dass er sich für die Performance seiner Mannschaft geschämt hat. Die Bremer ließen sich von den Bayern sogar noch mehr vorführen als eine Woche zuvor von Lotte. Immerhin gab Werder der ARD die Freiheit, Pep Guardiola eine mitzugeben. Mehmet Scholl, bei dem man zunehmend den Eindruck gewinnt, es geht nicht immer um die Sache, sagte: "Die Bayern haben Spaß, Ancelotti hat sie freigelassen. Sie haben die Pep-Ketten abgestreift." Und Steffen Simon, dem die wunderbare Gabe zu eigen ist, Fußballspiele am Fernsehen auf eine Art zu kommentieren, als glaubte er, niemand würde zuhören: "Ein Feuerwerk, wie wir es unter Guardiola nie gesehen haben."


Wer stand im Blickpunkt?

Thomas Tuchel, der Trainernerd, der dem BVB ein Update verordnet. Vier Zugänge (Rode, Dembéle, Bartra, Schürrle) brachte er gegen Mainz, plus den 18-jährigen Passlack. Damit hatte er die halbe Mannschaft ausgetauscht. Die Borussia machte viel Dampf, offenbarte aber auch viele Lücken in der Defensive. Mainz hätte früher als in der Nachspielzeit treffen können. Tuchel war nicht glücklich über das Spiel, lehnte Komplimente der Verlierer ab. "Es sah immer ein bisschen zäh aus", sagte er und ließ das allseitige Lob auf André Schürrle nicht gelten. Der hatte das erste Tor mit einer scharfen Flanke vorbereitet, vor dem zweiten (Elfmeter) wurde er gefoult, hinterließ insgesamt einen sehr lebendigen Eindruck, gerade im Vergleich mit seinen müden Wolfsburger Zeiten. Doch Tuchel sagte: "Da ist bei Schürrle noch jede Menge Luft nach oben." Tuchel hingegen hat so viel Energie, dass er nebenbei unseren Job miterledigt. Am Freitag verkündete er den Wechsel von Bas Dost nach Sporting Lissabon. "Sie haben gerade, glaube ich, Bas Dost verpflichtet, das wurde mir eben zugerufen", sagte der BVB-Coach nach der Champions-League-Auslosung. Die Wolfsburger bedankten sich, sie verhandelten nämlich noch. Inzwischen ist Dost tatsächlich gewechselt. Tuchel hat offenbar gute Quellen.