Wer spielt wann gegen wen?

FC Schalke 04 – FC Bayern München (Freitag, 20.30 Uhr)
Bayer Leverkusen – Hamburger SV
VfL Wolfsburg – 1. FC Köln
FC Ingolstadt – Hertha BSC
SV Darmstadt 98 – Eintracht Frankfurt
SC Freiburg – Borussia Mönchengladbach (alle Samstag, 15.30)
RB Leipzig – Borussia Dortmund (Samstag, 18.30)
Werder Bremen – FC Augsburg (Sonntag, 15.30)
FSV Mainz 05 – TSG Hoffenheim (Sonntag, 17.30)

Welches Spiel dürfen Sie auf keinen Fall verpassen?

Eigentlich alle. Wenn wir die Wahlergebnisse und die politischen Entwicklungen der letzten Zeit richtig verstehen, steht Deutschland vor dem Untergang. Ist bloß eine Frage von Monaten, Wochen, Tagen. Dann also unbedingt noch mal Bundesliga schauen. Besonders empfehlen wir Leipzig gegen Dortmund. Das ist das erste Bundesliga-Spiel in Ostdeutschland (Berlin zählt nicht) seit Mai 2009, als Energie Cottbus abstieg. Das ist aber auch Klassenkampf. Zwar spielt formal gesehen ein Verein, Leipzig, gegen eine Kommanditgesellschaft auf Aktien, Dortmund. Doch reell sind die politischen Rollen, oben und unten, links und rechts, anders verteilt. RB stößt viele Kritiker ab. Sie werfen den Leipzigern vor, ihre Filiale aus Salzburg auszuschlachten. Und sie sagen: Alle Vereine, auch Borussia Dortmund, wurden des Fußballs wegen gegründet. RB Leipzig hingegen wurde gegründet, damit Dietrich Mateschitz mehr von seiner Limonade verkauft. Sogar die Dortmunder Vereinsspitze geht auf Distanz. RB wird einen Spielschal verkaufen, doch Aki Watzke verweigerte Zustimmung, das BVB-Logo zu verwenden. Nun steht auf dem Schal ein neutraler Schriftzug. Dass der Dortmunder Block am Samstag voll sein wird, liegt an den vielen ostdeutschen BVB-Fans. Doch die meisten üblichen Auswärtsfahrer bleiben im Ruhrgebiet, gehen zum Spiel der Amateure in der Roten Erde. Es ist, o kuriose Fußballwelt!, ein westdeutscher Protest gegen die Auswüchse des ostdeutschen Turbokapitalismus.

Und wem das nicht brisant genug ist – es ist auch das Duell Rangnick gegen Tuchel. Tuchel hatte dessen Offerte im vorigen Jahr absagen lassen. Rangnick soll daraufhin seinen Papierkorb durch das Büro getreten haben.

Welches Spiel können Sie mit gutem Gewissen verpassen?

Wolfsburg gegen Köln. Das Spiel wird bestimmt super, zumal Mario Gomez endlich für seine Traumstadt ("Wolfsburg ist mega") auflaufen kann. Doch in Wolfsburg spielen sich die noch größeren Dramen hinter den Kulissen ab. Klaus Allofs ist überprüft worden, und zwar intern. Es geht um Filip Kostić. Der kroatische Stürmer, ehemals VfB Stuttgart, stand kurz vor einem Wechsel nach Wolfsburg. Doch nach langen Verhandlungen platzte der Deal, Kostić ging zum HSV. Daraufhin beschwerte sich der Berater des Spielers, Sedat Duraki, öffentlich: "Ich war ein Jahr lang mit Wolfsburg in Kontakt. Vor wenigen Wochen schalteten sie dann weitere Berater ein." Volkswagen, skandalerprobt, nahm die Vorwürfe offenbar ernst. Bild berichtete, die Süddeutsche auch. Wenn man die Berichte und Aussagen richtig versteht, hat VW gecheckt, ob Allofs über einen Mittelsmann an Transfers mitverdient hat. In den Zeitungen steht der Name Giacomo Petralito, mit dem Allofs sehr lange zusammenarbeitet. Die Frage war wohl auch, ob Allofs Transfers nicht nur nach sportlichen Gründen getätigt hat. Das wäre ein Ding, zumal man nicht davon ausgehen muss, dass der VfL seinen Führungskräften Hungerlöhne zahlt. Doch alles sei korrekt verlaufen, sagte Francisco Javier García Sanz, VW-Vorstand und Aufsichtsrat beim VfL, diese Woche. "Da bleibt nichts übrig." Allofs sei sauber. Der sagte: "Der VfL, ich und Personen, die mit uns arbeiten, werden verunglimpft." Im Raum bleibt aber auch das Zitat Durakis: "Wir arbeiten nur mit seriösen Clubs  zusammen."


Wer steht im Blickpunkt?

Jonathan Heimes. Er ist seit dieser Woche der Namensgeber für das Böllenfalltor in Darmstadt, der Sponsor Merck verzichtet in dieser Saison auf sein Recht. Eingeweiht wird der neue Stadionname würdigerweise im Hessenderby gegen Frankfurt. Heimes wird es vom Himmel aus beobachten, er starb im März an seiner Krebserkrankung mit 26. Der Aufstieg der Lilien von der Dritten in die Erste Liga ist mit ihm verknüpft. Er litt viele Jahre an einem Hirntumor, immer wieder kam der Krebs zurück, er schrieb eine Biographie über seinen Kampf und ließ Armbänder produzieren, auf denen "Du musst kämpfen" stand. Nach dem Relegationshinspiel zur Zweite Liga kaufte der Verein fünfzig Stück, er hatte 1:3 gegen Bielefeld verloren. Vor dem Rückspiel erzählte der Trainer Dirk Schuster dem Team von Heimes und sagte: "Schaut auf euer Armband, wenn ihr Zweifel habt!" Darmstadt gewann 4:2, stieg auf, im nächsten Jahr erneut. Als Heimes starb, war das Team bei der Beerdigung, Schuster hielt eine Trauerrede. Nun wird diese große Geschichte weitergeschrieben. Der Kapitän Aytaç Sulu sagt: "Johnnys Probleme machten unsere Sorgen klein, sein Kampf gegen den Krebs inspirierte uns." Dass das Stadion Heimes' Namen trägt, sei für die Mannschaft eine große Motivationshilfe.