Wer spielt wann gegen wen?

RB Leipzig – FC Augsburg (Freitag, 20.30 Uhr)
FC Bayern – 1. FC Köln (Samstag, 15.30 Uhr)
Hertha BSC – Hamburger SV
FC Ingolstadt – TSG Hoffenheim
SV Darmstadt – Werder Bremen
SC Freiburg – Eintracht Frankfurt
Bayer Leverkusen – Borussia Dortmund (Samstag, 18.30 Uhr)
VfL Wolfsburg – Mainz 05 (Sonntag, 15.30 Uhr)
Schalke 04 – Borussia Mönchengladbach (Sonntag, 17.30 Uhr)

Welches Spiel dürfen Sie nicht verpassen?

Gleich drei, es treffen nämlich die großen Sechs aufeinander. Leverkusen misst sich im Topspiel mit Dortmund. Wie heiß es im Duell der Champions-League-Teams zugeht, sah man im Februar, als Roger Schmidt eine Spielunterbrechung provozierte. Schalke duelliert sich am Sonntag mit Gladbach. Die Borussia hat Barça einen Schrecken eingejagt. Schalke ist zwar in der Liga noch punktlos, aber im Europacup läuft's. Diesmal bezwangen die Königsblauen die zweite Mannschaft von RB Leipzig, die Jungbullen aus Salzburg.

Und dann ist da noch Bayern gegen Köln. Noch vor Kurzem hätte man gefragt: Geht's 3:0, 4:0 oder 5:0 aus? Doch so klar ist es vielleicht nicht mehr. Inzwischen begreifen manche Fans und Gegner, dass der FC Bayern nicht "die beste Mannschaft der Welt" ist, wie meist diejenigen behaupten, die gegen ihn verloren haben, zuletzt Bruno Labbadia. Der Trick, den Gegner größer zu machen, damit die eigene Kleinheit nicht auffällt, funktioniert dieses Jahr nicht so gut. Gegen Bayern geht was, vielleicht sogar für die Kölner. Die liegen ungeschlagen auf Platz drei, haben mit Anthony Modeste, Yuya Osako und Marcel Risse eine starke Offensive und mit nur zwei Gegentoren die zweitbeste Defensive der Liga. Im Vorstand schielt man schon nach Europa. Auch der FC-Fan war lange genug bescheiden, spätestens am 11.11. übernimmt er das Rathaus, die Tabellenführung und dann den Uno-Vorsitz. So denken die da, wirklich.

Welches Spiel können Sie mit gutem Gewissen verpassen?

Das auf der Insel. England fragt sich gerade, was peinlicher ist: Gegen Island bei der EM auszuscheiden oder einen windigen Nationaltrainer zu beschäftigen. Mit verblüffender Offenheit plauderte der Nationaltrainer Sam Allardyce, Spitzname Big Sam, im August vor einer verdeckten Kamera darüber, wie man "dumme" Fifa-Verbote umschiffen kann. Big Sam bot sich zudem für 460.000 Euro als Redner eines Banketts an. Die Gesprächspartner gaben vor, Investoren aus Asien zu sein, waren aber Journalisten des Telegraph und veröffentlichten diese Woche ihre Videos. Erstaunlich schnell reagierte der englische Fußballverband. Big Sam ist nun Fired Sam. In der Fifa geriert sich die FA als rechtschaffender Verband, gründlich gekehrt wird aber auch auf dem eigenen Rasen. Look at this, DFB! Die vielleicht wichtigste Lehre aus dem Fall Allardyce ist aber eine andere: Fußball stiftet für seine Fans Identität, für seine Insider ist es reines Business. Es geht um Boni, Deals und Gewinnmaximierung, Allardyce im Hemd und weintrinkend bietet ein guten Einblick in die Konzernzentrale des Fußballs. 

Wer steht im Blickpunkt?

Markus Gisdol, der neue HSV-Trainer aus Geislingen an der Steige. Es schwäbelt au wieder a bissele in der Liga. Nach dem Prenzlauer Berg okkupieren die Schwaben nun die Alster. Gisdols Mission ist heikel: Er soll die zweitgrößte deutsche Stadt retten. Er ist der letzte Versuch von HSV-Chef Didi Beiersdorfer und den 78 anderen, die beim HSV mitentscheiden, den stolzen Verein auf Kurs zu hieven. Scheitert Gisdol, kann Beiersdorfer au gehe. Spott über den Hamburger SV fällt deswegen auch so leicht, weil der Verein eine große Stadt, also erstklassige Bedingungen, hinter sich hat. Gleiches kennt man in Berlin, dem Gegner an diesem Wochenende, wo man an die Hertha und gleichzeitig an ein muffiges Eisbeinrestaurant in Charlottenburg denkt. Der HSV und die Hertha sind Underperfomer. Die Hertha ist zwar gerade dabei, mit schmissigen Werbeslogans und saisonübergreifend überzeugenden Spielen der Mottenkiste zu entsteigen. Doch vor dem Duell mit dem HSV sollte die Hertha gewarnt sein, der Weg zurück ins Mittelmaß ist kurz. Wer vegane Strickcafés im Prenzlauer Berg kennt, weiß, wozu ankommende Schwaben wie Markus Gisdol in der Lage sind. Aufpasse, Hertha.