Wer spielt wann gegen wen?

Borussia Mönchengladbach – Eintracht Frankfurt (Freitag, 20.30 Uhr)
FC Augsburg – FC Bayern München
VfL Wolfsburg – Bayer Leverkusen
SV Darmstadt 98 – RB Leipzig
Werder Bremen – SC Freiburg
FSV Mainz 05 – FC Ingolstadt (alle Samstag, 15.30)
Borussia Dortmund – FC Schalke 04 (Samstag, 18.30)
TSG Hoffenheim – Hertha BSC (Sonntag, 15.30)
1. FC Köln – Hamburger SV (Sonntag, 17.30)

Welches Spiel dürfen Sie auf keinen Fall verpassen?

Augsburg gegen die Bayern, obwohl wir das diese Woche schon gesehen haben. Der Pokalsieg der Bayern wirkte nur auf den ersten Blick souverän. In Durchgang eins verbuddelten sich die Augsburger im eigenen Strafraum. Okay, gegen den ewig jungen Philipp Lahm, der seinen Gegenspieler tunnelte und in Stürmermanier ins lange Eck schoss, kannste nicht viel machen. Aber warum ließen die Schwaben Julian Green mitten vor dem Tor so alleine? Sie hätten doch wissen müssen, dass der in den letzten zwei Länderspielen für die USA je ein Tor schoss. Die zweite Halbzeit verlief ganz anders, nämlich ausgeglichen. Bayern kam zu kaum noch Torchancen, das 3:1 fiel in der letzten Sekunde durch einen haltbaren Fernschuss von David Alaba. Welches Augsburg wird man Samstag sehen: Das aus der ersten oder das aus der zweiten Halbzeit? Dirk Schuster, Trainer des Jahres, kann sich noch nicht entscheiden, wie viel Offensive er mit seinem neuen Team wagen kann und wie viel Darmstadt er sein muss. Carlo Ancelotti, auf der anderen Seite, coacht die von Guardiola geerbten Bayern zu Siegen, aber es wackelt zwischendurch so heftig, dass es selbst Fernsehreportern auffällt. Beide Trainer haben ihre Handschrift noch nicht auf das Spiel übertragen, beide Teams suchen noch nach ihrer DNA. Vielleicht kann die Polizei Thüringen helfen.

Welches Spiel können Sie mit gutem Gewissen verpassen?

Wolfsburg gegen Leverkusen. Beide Teams sind Champions-League-Vereine. Leverkusen spielt dort regelmäßig, Wolfsburg hätte es im Frühjahr fast ins Halbfinale geschafft. Die Kader beider Vereine zählen zu den teuersten der Liga. Doch am Samstag trifft Platz 16 auf Platz 11. Es treffen sich mit Valérien Ismaël und Roger Schmidt auch zwei, bei denen man nicht darauf wetten würde, dass sie bis zur Rente an ihrem jetzigen Ort bleiben. Der VfL hat offenbar versucht, Lucien Favre von Nizza (Côte d’Azur) nach Wolfsburg (Mittellandkanal) zu locken. Man ahnt es: vergeblich. Ismaël darf bleiben, vorerst. Sein größter Erfolg bislang: Mario Gómez trifft wieder. Erst gegen Darmstadt in der Liga, dann gegen Heidenheim im Pokal: "Endlich! Endlich dreckig!", bejubelte er sein 1:0 in Heidenheim, als hätte man ihm die Abgaswerte seines Firmenwagens vorgelegt.

Verpestet ist auch die Stimmung in Leverkusen. Noch vor der Saison prophezeite Hertha-Trainer Pál Dárdai Bayer als Meister. Könnte eng werden, Roger Schmidt steht unter Druck wie nie zuvor in Leverkusen. Am vorigen Wochenende wurde er wegen seiner Wortwahl gegenüber Hoffenheims Trainer Nagelsmann ("Spinner", "Schnauze", "Fußballerfinder") auf die Tribüne verwiesen, im Presseclub-Pendant Doppelpass angezählt und vom DFB-Sportgericht für zwei Spiele gesperrt. Die Pechsträhne hielt an. Im Pokal verloren elf Leverkusener gegen zehn Drittligaspieler aus Lotte. Schmidt sah die Blamage im TV des Mannschaftsbusses. Immerhin bekommt er Zuspruch von mindestens einem Kollgen. Christian Streich will wohl ungestraft weiterschimpfen dürfen:

Wer steht im Blickpunkt?

Der 1. FC Kaiserslautern. Der gastiert am Samstag am Ronhof, beim Pokalüberraschungssieger Fürth. Auch der FCK gewann, wenn auch in der Liga und verließ durch ein 3:0 gegen Bochum am Montag die Abstiegsränge. Doch durchschnaufen ist nicht am Betze, der Heimat der ersten deutschen Weltmeisterschaft 1954. RTL will herausgefunden haben, dass der Verein 2008 insolvent gewesen sei. Und weil die Verantwortlichen das verschwiegen hätten, habe der Verein gegen die Statuten der DFL verstoßen. Der FCK hätte demnach eigentlich absteigen müssen, stattdessen traf es die Offenbacher Kickers. In der FAZ liest man über weitere Ungereimtheiten. Der Vorstand des FCK soll eine Fan-Anleihe über sechs Millionen Euro zweckentfremdet haben. Ursprünglich, also 2013, war sie für das Nachwuchszentrum aufgelegt, doch dort wird das Geld wohl nie ankommen. Auch fehlen weitere Millionen aus der Vergangenheit, das behauptet zumindest ein neuer Finanzvorstand. Mitglieder haben eine Untersuchung beantragt. Der Vorwurf der Misswirtschaft zielt, nicht zum ersten Mal, auf Stefan Kuntz, der den Verein von 2008 bis 2016 führte. Er bestreitet dies, der Verein dementierte. Kuntz, seit August Trainer der deutschen U21, ist einer der wichtigsten Mitarbeiter des DFB.