Wer spielte wie gegen wen?

RB Leipzig – FC Augsburg 2:1 (1:1)
FC Bayern – 1. FC Köln 1:1 (1:0)
Hertha BSC – Hamburger SV 2:0 (1:0)
FC Ingolstadt – TSG Hoffenheim 1:2 (0:2)
SV Darmstadt – Werder Bremen 2:2 (1:0)
SC Freiburg - Eintracht Frankfurt 1:0 (1:0)
Bayer Leverkusen – Borussia Dortmund 2:0 (1:0)
VfL Wolfsburg – Mainz 05 0:0 (0:0)
Schalke 04 – Borussia Mönchengladbach 4:0 (0:0)

Welches Spiel durften Sie auf keinen Fall verpassen?

Schalke gegen Gladbach, weil man Zeuge eines verspäteten Saisonstarts wurde. Während an anderen Orten schon Trainer getauscht wurden, Champions-League-Ambitionen durchdekliniert sind oder Busse blockiert waren, legte Schalke jetzt erst los. So jedenfalls werten die meisten die ersten Schalker Punkte nach dem 4:0-Sieg gegen Gladbach. Bislang ächzten die Kumpel von Markus Weinzierl mit einer hagebaumarktwerbespothaftigen Rackermentalität durch die Saison, nur ohne Jippjajajippiyey am Ende und ohne Punkte.

Bis gestern. Wer Bierholen war, verpasste, wie Schalke seine Saison drehte. In sechs Minuten am Anfang der zweiten Hälfte war jeder Schuss ein Treffer, der teuerste Neuzugang Breel Embolo durfte gleich zweimal. Jippjajajippiyey. Und wie irritiert jemand wirkt, der Schalke gerade in die Saison verholfen hat, war an Gladbachs Trainer André Schubert nachher zu beobachten. Reporterin: "Kann es sein, dass Sie auswärtsschwach sind?" Schubert: "Hm. Wir holen daheim mehr Punkte." Reporterin: "Aber das muss doch Gründe haben?" Schubert: "Ja, daheim holen wir mehr Punkte." Schalke macht alle verrückt.

Welches Spiel durften Sie mit gutem Gewissen verpassen?

Wolfsburg gegen Mainz, wegen Mario Gómez. Der arme Tor, ist genauso torlos wie zuvor. Auch im sechsten Spiel gelang kein Treffer. Rührend, wie ihm die Kollegen beim 0:0 gegen Mainz die Bälle auflegten, als hinge an seinem Tor die Lösung des Abgasskandals, doch Gómez vollendete keinen. "Fehlzündung", murmelten einige Kfz-Mechaniker auf der Tribüne, andere pfiffen, wenn Gómez am Ball war. Würde man Gómez bisheriges Engagement in Wolfsburg literarisch abhandeln, Goethe müsste nur das suizidale Ende im Leiden des jungen Werther entschärfen. Die ländliche Idylle, die Verzweiflung, die Enttäuschung, es passt fast alles, wenn auch die Liebesgeschichte eine andere ist. Und man kann ihm am Sonntag noch nicht mal etwas vorwerfen, er probierte sehr vieles an diesem Nachmittag. Aber: "Mario ist meistens einen Schritt zu spät", sagte Mitspieler Julian Draxler nach dem Spiel, es regnete. Draxler vergab allerdings alleine vor dem Tor die deutlich bessere Chance auf den Sieg. Am Leiden anderer wächst man offenbar auch ein bisschen. Halt findet Gómez bei Goethe. Schon der wusste: "Prüfungen erwarte bis zuletzt."

Wer stand im Blickpunkt?

Simon Zoller, der Stürmer vom 1.FC Köln. Selten lag mehr Macht in einem Torabschluss als in dem von Zoller um 17.17 Uhr am Samstagnachmittag. Es stand 1:1 in München und mit einem Schuss alleine vor dem Tor hätte er das Programm des letzten Oktoberfest-Wochenendes umkrempeln können. Die Wiesn-Wirte hätten Kölsch statt Bier ausschenken müssen, statt der Plattlinger Isarspatzen wären die Höhner aufgetreten und Alaaf hätte Prosit ersetzt. Zoller ahnte aber wohl, was er angerichtet hätte, vielleicht schoss ihm auf den letzten Metern vor Manuel Neuer auch die Vorahnung des Kölner Diskurses durch den Kopf, der sich bei einem Sieg fest Richtung Weltherrschaft bewegt hätte, und er zielte deswegen daneben. Nach dieser Szene war Schluss. Ein Remis, das Köln im Kampf um den Titel noch wehtun wird.

Zuvor sprang Joshua Kimmich mit dem Kopf voran in eine Flanke von Juan Bernat, 1:0, Anthony Modeste nahm den Fuß hoch, 1:1. Die Bayern bewiesen wieder, dass sich der Nimbus der Unbesiegbarkeit im heißen Sommer aufgelöst haben muss und hatten zudem noch Glück: Javi Martínez boxte Zoller fies in den Rücken, wieder hätten die Bayern das Spiel nicht zu elft beenden dürfen. Arnie Schwarzenegger, der auf der Tribüne saß, soll aufgesprungen sein und gerufen haben: "Das ist mein Junge!" Umso ärgerlicher für Zoller, das er sich dafür nicht gerächt hat. Andererseits: Wer legt sich schon gerne mit Arnie an?