In der vergangenen Saison kreierten wir die bessere Tabelle, um die enormen Abstände an der Tabellenspitze greifbarer zu machen. Eine Visualisierung legte im März den Blick frei auf enteilte Bayern, die sieben Punkte vor dem BVB und 27 Punkte vor dem Dritten aus Leverkusen lagen. So offensichtlich wie nie war die Dominanz der damals noch von Pep Guardiola trainierten Münchner.

Und jetzt? Pep ist weg, wie einige andere Trainer auch, und nun ist Winterpause. Was hat sich geändert? Ein Zwischenfazit.

Zunächst fallen zwei Dinge auf: Die Bayern sind wieder Erster. Auch wenn es unter Carlo Ancelotti nicht immer so souverän aussah: Verloren haben die Bayern nur gegen den BVB. Erst vor Kurzem wiesen sie den neureichen Emporkömmling aus Leipzig zurecht, der sich zum Frustabbau das Leipziger Zentralstadion kaufte.

Und in Leipzig liegt die zweite, wenn auch nicht so überraschende Erkenntnis: Nicht der BVB ist derzeit Münchens größter Konkurrent um den Titel, sondern das von Red Bull ins Leben gerufene Projekt aus Leipzig. Die haben drei Punkte Rückstand auf den FC Bayern und in der abspielbaren Version der Tabelle lässt sich studieren, wie diese beiden Teams der Liga sachte davonzogen. Hinter Leipzig beginnt das Gewusel mit den überraschend guten Teams aus Berlin, Frankfurt und Hoffenheim. Dann kommt der BVB, der auf die Bayern aber schon zwölf, auf Leipzig neun Punkte Rückstand hat. Nach dem BVB-Sieg gegen die Bayern schien die Liga ausgeglichen, doch nun deutet sich wieder eine Zweiklassengesellschaft an der Spitze an, allerdings mit einem anderen Bayernkontrahenten. In keiner anderen europäischen Topliga ist der Abstand vom Ersten auf den Dritten schon so groß.

An der Reihenfolge der Tabelle ändert sich natürlich mit diesem Tabellentool nichts, aber die Relationen werden sichtbar. Weil die Tabelle eigentlich den besseren Überblick bietet, haben wir sie "Bessere Tabelle" genannt. Wir zeigen sie seit der vergangenen Saison immer am Montag in unserer Bundesligarückschau. Die animierte Darstellung des kompletten Saisonverlaufs der Teams ist unten zu finden.

In der abspielbaren Version der Tabelle kann man die ganze Spielzeit der einzelnen Mannschaften verfolgen. Bei einem Klick auf das jeweilige Team erscheint die Tabellenkurve. Je steiler sie ist, desto erfolgreicher der Verein. Auch die einzelnen Spiele werden angezeigt, wenn man auf die Punkte klickt.

Man sieht, dass der BVB ähnlich hoch wie Leipzig und Bayern ansteigt, wären da nicht die Niederlagen gegen Frankfurt, Leverkusen und Leipzig. Das junge Dortmunder Team findet sich noch, verlor gegen Frankfurt, holte aber in Madrid ein Remis. Gut zu sehen ist auch der miserable Start der Schalker mit fünf Niederlagen in Folge, die Aufholjagd danach und die Stagnation seit dem 12. Spieltag.

Man kann auch die Effekte von Trainerwechseln studieren. Die untersten sieben der Tabelle entließen jeweils schon den Trainer. Markus Gisdol übernahm den HSV am 25. September, hatte zunächst einige Probleme, sammelt aber seit dem 10. Spieltag kontinuierlich Zähler. Gleiches gilt für den Tabellennachbarn Ingolstadt, die mit Maik Walpurgis seit Anfang November stetig punkteten. Bereits etwas abgeschlagen liegt Darmstadt trotz Trainerwechsel am Ende der Tabelle.

Die "Bessere Tabelle" ist nur eine von vielen Möglichkeiten, die Bundesliga abzubilden. Andere führen die "wahre Tabelle", um vermeintliche Fehlentscheidungen der Schiedsrichter auszugleichen. Dort ist Bayern auch vor Leipzig, der BVB aber ist Dritter, Bremen Letzter. Auch unsere Tabelle bietet Raum für weitere Überlegungen: Wie verhält sich die Saisonbilanz zum Marktwert? Wo kommen mehr Zuschauer, wenn es erfolgreich läuft? Wie viele Verletzte hat jedes Team? Bis wir diese Werte eingeführt haben, glauben wir aber an die Aussagekraft dieser Tabelle.