Die Chefin der russischen Anti-Doping-Agentur Rusada hatte in einem Bericht der New York Times systematisches Doping russischer Sportler zugegeben. Doch kurze Zeit später gibt es das Dementi aus Russland: Die Aussagen von Anna Anzeliowitsch seien verfälscht und aus dem Zusammenhang gerissen worden, teilte die Rusada der Agentur Tass zufolge mit. Die Zeitung hatte Anzeliowitsch mit den Worten zitiert, es habe eine "institutionelle Verschwörung" beim Doping gegeben.

Auch die russische Regierung bezweifelte die Glaubwürdigkeit des Berichts. Erst müsse man prüfen, ob die Aussage so gefallen sei, wie sie Anzeliowitsch zugeschrieben werde, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow. Der Kreml könne die New York Times nicht als Erstquelle akzeptieren.

Der Chefermittler der Welt-Anti-Doping-Agentur (Wada), Richard McLaren, hatte Russland in seinen beiden 2016 vorgelegten Berichten Staatsdoping vorgeworfen und von einer "institutionellen Verschwörung" über mehrere Jahre und sportliche Großereignisse hinweg gesprochen. Es seien Beweise für die Vertuschung von Dopingfällen bei den Olympischen Winterspielen 2014 in Sotschi gefunden worden. 

Russland hatte die Vorwürfe bislang stets zurückgewiesen. Sie sei schockiert gewesen von den Enthüllungen, soll Anzeliowitsch der New York Times gesagt haben. Die russische Regierung sei jedoch nicht involviert gewesen. Putin hatte im Juli die Gründung einer neuen Anti-Doping-Kommission in Russland angeordnet.

Das Internationale Olympische Komitee hatte kurz vor Weihnachten ein Disziplinarverfahren gegen 28 russische Teilnehmer der Spiele in Sotschi wegen Dopingverdachts eingeleitet. Der Ski-Weltverband und der Biathlon-Weltverband sperrten daraufhin einige russische Athleten vorläufig.