Roger Federer und Rafael Nadal. Novak Đoković und Andy Murray. Die vier größten Tennisspieler dieser Ära – wie lange hatte man sie nicht mehr zusammen erlebt?  Am heutigen Montag starten die Australien Open und die Big Four – wie Đoković, Murray, Federer und Nadal genannt werden – werden erstmals seit genau einem Jahr wieder zusammen bei einem Grand Slam antreten. Nachdem in den vergangenen Jahren Finals häufig Đoković gegen Murray hießen, verspricht das Comeback von Federer und Nadal Spannung: Werden der Schweizer und der Spanier noch einmal einen Grand Slam gewinnen können?

Federer hatte in der vergangenen Saison fast nur an der Rasensaison teilgenommen, und auch Rafael Nadal konnte verletzungsbedingt nur selten spielen. Spürbar fehlte dem Sport die Brillanz des Schweizers und der Kampfgeist Nadals, der ja immer so spielt, als sei es das letzte Mal.

Federer rutschte im Bad aus

Für Federer war fast das ganze Jahr 2016 eine große Enttäuschung gewesen. Rückenschmerzen begleiteten ihn. Und nachdem er im Bad ausgerutscht war, musste er am Knie operiert werden. Erstmals seit 1999 verpasste er einen Grand Slam, die French Open. "Wie Paris ohne Eiffelturm", kommentierte die Frankfurter Allgemeine Zeitung Federers Absage bei den French Open.

Nadal trat bei den French Open zwar an, sie wurden für ihn aber zum Desaster. Vor seinem Drittrundenmatch hatte der Spanier eine Pressekonferenz einberufen und erklärt: "Das ist einer der schwersten Momente meiner Karriere. Die French Open sind für mich das bedeutendste Turnier, aber es ist ein zu hohes Risiko weiterzuspielen." Schon lange hatte Nadal unter Handgelenksproblemen gelitten, nun aber konnte er "keine Vorhand mehr ohne Schmerzen spielen". In den folgenden Monaten versuchte es Nadal noch ein paar Mal, doch im Oktober erklärte er die Saison verletzungsbedingt endgültig für beendet.

Nun feiern sowohl Federer als auch Nadal ihr Comeback. Federer, der weiß, wie man mit Fans umgeht, hatte sich Ende Dezember bereits mit einem Trainingsvideo aus Dubai zurückgemeldet: Ausgestattet mit einem Mikrofon spielte er ein Trainingsmatch gegen den Franzosen Lucas Pouille und kommentierte jeden Ballwechsel. Er wirkte fröhlich, wie ein Junge, der einen Nachmittag in den Sommerferien genießt – also im Grunde wie immer. Außer, wenn es in einem Spiel richtig eng wird.