In ihrem ersten Spiel bei der Handball-WM in Frankreich hat das deutsche Team mit 27:23 (16:11) gegen Ungarn gewonnen. Nach einer starken ersten Halbzeit ließ das Team von Trainer Dagur Sigurðsson im französischen Rouen zwar nach, die "Bad Boys" konnten den Vorsprung aber bis zum Schluss halten.

Nachdem das vergangene Jahr mit einem Titel bei der Europameisterschaft und Bronze bei Olympia sehr erfreulich für das deutsche Team zu Ende ging, soll nun an den Erfolg angeknüpft werden. Ein überragender Silvio Heinevetter und ein treffsicherer Uwe Gensheimer sorgten für einen guten Start in die Weltmeisterschaft, bei der Deutschland als Favorit gilt. Mit 13 Toren war der Kapitän Gensheimer der beste Werfer, obwohl er kurz vor Turnierstart vom plötzlichen Tod seines Vaters erfahren musste. Torwart Heinevetter sorgte für einen starken Rückhalt in der Mannschaft.


Sigurðsson hatte seine Mannschaft gegen die erfahrenen Ungarn um ihren Star László Nagy perfekt vorbereitet. Der Europameister startete hochkonzentriert, vor allem die deutsche Abwehr präsentierte sich in starker Verfassung. Angeführt von Defensivchef Finn Lemke blockte der Sechserverbund zahlreiche Wurfversuche der Gegner.

Heinevetter, der Keeper von den Füchsen Berlin, lieferte eine überragende Leistung ab und sorgte mit seinen Paraden dafür, dass die DHB-Auswahl von Beginn an nie in Rückstand geriet. Zur Pause waren nur 55 Prozent der ungarischen Torversuche erfolgreich. Der Weltklasse-Linksaußen Gensheimer hingegen hatte lange eine hundertprozentige Trefferquote, in der ersten Hälfte traf er sieben Mal, vier Mal davon vom Siebenmeterpunkt.

Panne bei der Live-Übertragung

Nach dem Wechsel ließ das erste deutsche Tor acht Minuten auf sich warten und fiel schließlich durch Kai Häfner. Die Würfe des einzigen Linkshänders im Rückraum, der insgesamt sechsmal traf, wurden mit zunehmender Spielzeit jedoch unpräziser. Auch seine Teamkollegen waren offensiv in der zweiten Hälfte deutlich schwächer. Einzig Heinevetter war es zu verdanken, dass die Ungarn nie näher als auf ein Tor an die Deutschen herankamen. Der 32-Jährige war der stabilste Akteur im deutschen Team, das sich im Verlauf des Spiels ungemein schwer tat. Am Ende fing sich der Europameister aber und brachte den wichtigen Erfolg nach Hause.

Für Fans, die das Spiel im Internet verfolgen wollten, gab es bereits nach fünf Spielminuten eine Enttäuschung. Sowohl der Stream auf dem Portal des Sponsors Deutsche Kreditbank (DKB) als auch bei YouTube fiel kurz nach dem 1:1 aus. Bei YouTube war der Schriftzug "Dieses Video ist nicht verfügbar" zu sehen. Der Ausfall dauerte mehr als 15 Minuten.

Erste Meldungen, wonach es wegen eines "enormen Zuschauerandrangs" technische Schwierigkeiten gegeben habe, bestätigte ein DKB-Sprecher nicht. "Nach unseren bisherigen Informationen waren der Grund des temporären Ausfall keine Serverprobleme oder der hohe Ansturm mit über 500.000 Fans", sagte er. Die Ursache habe beim katarischen Rechtevergeber beIN sports gelegen, der den Livestream unterbrochen habe. DHB-Vizepräsident Bob Hanning sagte: "Jetzt wird hoffentlich beIN sports daraus lernen und die richtigen Schlüsse ziehen."

Die Rechte für den deutschen Markt besitzt der Handball-Sponsor DKB; im deutschen Free-TV wird die Handball-WM nicht live übertragen. Die Spiele der deutschen Nationalmannschaft sowie maximal vier weitere Spiele sollen von den Handball-Experten Markus Götz und Uwe Semrau live kommentiert werden.

Am Sonntag trifft die Mannschaft in ihrem zweiten Vorrundenspiel auf Chile. Die Südamerikaner legten mit einem 32:28 gegen Weißrussland ebenfalls einen siegreichen WM-Start hin. Die Weltmeisterschaft ist am Mittwoch gestartet und läuft bis zum 29. Januar. Deutschland ist zum 22. Mal dabei und könnte nach 1938, 1978 und 2007 den vierten Titel holen.