Mit einem Dreierpack von Lars Stindl hat Borussia Mönchengladbach erstmals den Sprung ins Achtelfinale der Europa League geschafft. Der Elfte der Fußball-Bundesliga setzte sich am Donnerstagabend im Rückspiel beim AC Florenz nach 0:2-Rückstand mit 4:2 (1:2) durch und feierte damit den ersten Sieg auf italienischem Boden seit mehr als 37 Jahren. Das Hinspiel der Zwischenrunde hatte die Fiorentina – in Gladbach – mit 1:0 für sich entschieden.

Vor 24.712 Zuschauern im Stadio Artemio Franchi erzielten Kapitän Stindl (44./Foulelfmeter/47./55.) und Andreas Christensen (60.) die Treffer für die Gladbacher, die neben dem FC Schalke 04 als zweites deutsches Team in der Runde der letzten 16 Teams stehen. Nikola Kalinic (16.) und Borja Valero (29.) hatten den Achten der Serie A mit 2:0 in Führung gebracht.

Eine Woche nach der unglücklichen Niederlage im eigenen Stadion arbeiteten sich die Gladbacher vor allem vor der Pause Chancen fast im Minutentakt heraus. Nur der Pfosten verhinderte Gladbachs Führung (8.) nach Kopfball von Jannik Vestergaard, der beim 0:2 der Pechvogel war: Beim Abwehrversuch fiel der Däne über den Ball und ohne Kontakt mit einem Gegenspieler um.

Mitten in die Angriffsoffensive der Gladbacher platzte die Fiorentina: Toptorjäger Nikola Kalinić schloss einen Konter nach schönem Pass von Hinspieltorschütze Federico Bernardeschi mit einem Schuss ins lange Eck ab – sein fünfter Treffer im laufenden Wettbewerb. Gladbachs Trainer Dieter Hecking reagierte kurz vor dem 0:2 auf die Verletzung von Thorgan Hazard, brachte Josip Drmić und stellte notgedrungen auf ein 4-1-4-1-System um.

Und der UEFA-Cup-Sieger von 1975 und 1979 blieb mit schnellen Angriffen gefährlich: Stindl nutzte seine Chancen und machte den kaum noch für möglich gehaltenen Einzug in die nächste Runde praktisch im Alleingang perfekt. Allerdings wird Weltmeister Christoph Kramer im Achtelfinalhinspiel wegen einer Gelb-Sperre fehlen.