Uli Hoeneß ist gut zwei Monate nach seiner Wahl zum Präsidenten auch wieder zum Aufsichtsratschef des FC Bayern ernannt worden. Die Mitglieder des Kontrollgremiums stimmten "einstimmig" für Hoeneß, teilte der Verein mit. Er übernimmt den Aufsichtsratsvorsitz von Karl Hopfner, den er im November bereits als Vereinspräsident abgelöst hatte. Neu in dem Kontrollgremium ist auch Vizepräsident Dieter Mayer, der Rudi Schels ersetzt.

Hoeneß hatte schon in seiner ersten Amtszeit als Präsident von 2009 bis 2014 beide Führungsposten beim FC Bayern München innegehabt. Nach der Verurteilung zu einer Haftstrafe wegen Steuerhinterziehung im Frühjahr 2014 war er von den Ämtern zurückgetreten.

Hoeneß' Wahl zum obersten Kontrolleur des Vorstandes um Karl-Heinz Rummenigge ist keine Überraschung. Seine Ambitionen auf das zweite Spitzenamt hatte er noch am Abend seiner Wahl zum Präsidenten Ende November 2016 verkündet: "Wenn ich von den Kollegen gebeten werde, werde ich das selbstverständlich machen", hatte Hoeneß gesagt.

Damit ist die alte Hierarchie beim FC Bayern wieder hergestellt. Der aktuell vierköpfige Vorstand um Rummenigge leitet das operative Geschäft der FC Bayern München AG, Hoeneß obliegt mit dem neunköpfigen Aufsichtsrat die Kontrolle. Der langjährige Manager hat damit nun auch offiziell wieder mehr Einfluss und Macht beim sportlich und wirtschaftlich führenden deutschen Fußballverein. So müssen etwa Spielertransfers mit einem Volumen von 25 Millionen Euro aufwärts für Ablöse und Gehalt vom Aufsichtsrat abgesegnet werden. 

Das Kontrollgremium ist auch für die Besetzung des Vorstandes zuständig. Nach dem Rücktritt von Sportvorstand Matthias Sammer im vergangenen Sommer wurde dieser Posten bislang nicht neu vergeben. Als Sportdirektor wird, womöglich schon zur kommenden Saison, unter anderem der aktuelle Mannschaftskapitän Philipp Lahm gehandelt.