Wer spielte wie gegen wen?

FC Augsburg – RB Leipzig 2:2 (1:1)
TSG Hoffenheim – FC Ingolstadt 5:2 (1:1)
Borussia Dortmund – Bayer Leverkusen 6:2 (2:0)
FSV Mainz 05 – VfL Wolfsburg 1:1 (1:1)
Werder Bremen – SV Darmstadt 98 2:0 (0:0)
1. FC Köln – FC Bayern München 0:3 (0:1)
Borussia Mönchengladbach – Schalke 04 4:2 (1:1)
Eintracht Frankfurt – SC Freiburg 1:2 (1:1)
Hamburger SV – Hertha BSC 1:0 (0:0) 

Welches Spiel durften Sie auf keinen Fall verpassen?

Dortmund gegen Leverkusen. Ein Spiel, das die Bundesliga langfristig besser gemacht haben könnte. Das lag zum einen an den Dortmundern, die wieder richtig aufblühen. Thomas Tuchel, der schon unter der Hitze der enttäuschten Erwartungen und wegen vieler BVB-Auftritte verdorrt schien, strahlt wieder wie eine Tulpe. Um ihn herum: munter summende schwarz-gelbe Bienen, die gegen Bayer Leverkusen wie Hornissen zustachen. 6:2. Ein Fußballfest, honigsüß.

Die nach der Komplettsperre wiederbelebte Südtribüne wurde mit einem Feuerwerk zurückbegrüßt, auf dem Rasen natürlich, gezündet von den Spielern. Insbesondere Pierre-Emerick Aubameyang und Ousmane Dembélé betätigten sich als Pyromanen im Leverkusener Strafraum. Aubameyang schoss zwei Tore, Dembélé traf einmal selbst und bereitete danach vor. Dortmund spielte wie eine große Frühlingsnummer, nur in der Abwehr schwelte es wie gewohnt vor sich hin. Und Marco Reus' erneute Wadenverletzung schmerzt ihn und den Club. Es verfestigt sich dennoch der Eindruck: Hält die Borussia diese Form, könnte die Bundesliga bald wieder spannender werden.

Das Potenzial, ähnliche Frühlingsgefühle auszulösen, hätte auch Bayer Leverkusen mit seinem Arsenal an jungen und spielwitzigen Spielern. Mit Julian Brandt, Karim Bellarabi, Hakan Çalhanoğlu oder Chicharito haben die Leverkusener eigentlich einen der besten Kader der Bundesliga. In der Tabelle sind sie aber nur Zehnter. Klar, dass da irgendwann der Trainer dran glauben muss. Für Roger Schmidt hieß es am Samstag: Dortmund sehen und sterben. Er wurde entlassen. Findet sich ein Trainer, der das explosive Gemisch der Werkself erfolgreich bändigt, könnte auch Leverkusen bald wieder meisterschaftsrelevant werden.

Welches Spiel konnten Sie mit gutem Gewissen verpassen?

Das Brokkoli-Spiel der Bundesliga, Gladbach gegen Schalke. Gut dosiert sind die grünen Röschen ja lecker, gut zubereitet sogar ein Genuss, aber zu viel davon ist dann doch nur matschiges Gemüse. Mit Gladbach und Schalke verhält es sich ähnlich, das Spiel gibt es im März dreimal. In der Bundesliga und zweimal in der Europa League. Bääh. Da hilft auch die Würze einer nahenden Trainerdiskussion um den erfolglosen Markus Weinzierl auf Schalke nicht. Etliche Regengüsse verwandelten den Rasen in Mönchengladbach in eine Schlitterbahn. Umso erstaunlicher: Der Fußball der Gladbacher ließ sich nett ansehen, sie überrannten rutschende Schalker mit 4:2. Zeitweise holten die Gladbacher mit ihrem Spiel die Sonne durch die Grummelwolken in die tropfende Arena. Dieter Hecking, vor Monaten noch ein Auslaufmodell in Wolfsburg, machte in der Rückrunde bisher die meisten Punkte und ist nicht nur der Sonnenkönig von Gladbach, sondern der gesamten Liga. Schalke hingegen hat nur noch vier zarte Punkte Vorsprung auf den Relegationsplatz. Der März könnte ungenießbar werden.

Wer stand im Blickpunkt?

Der SC Freiburg, und das ganz rechts außen, wenn man nur Focus Online las. Es passt eigentlich gar nicht zum etwas schrulligen, aber anständigen Freiburg-Trainer Christian Streich. Doch Focus Online juchzte besonders erfreut angesichts des SC-Erfolgs in Frankfurt und schrieb: "Freiburg bringt komplett deutsche Elf". Es scheint, als habe man diese teutonische Nachricht lange in petto gehabt, um sie nun genüsslich über die alternativen Freiburger zu streuen. Titelt es bald: "Am Freiburger Wesen soll die Bundesliga genesen"? 

Etwas Wahres wäre ja dran: In der Bundesliga kann es gar nicht genug Freiburgs geben. Und das hat gar nichts damit zu tun, wie deutsch, türkisch oder afrikanisch diese Mannschaft aufgestellt ist. Es zählt allein ihr Auftreten. In Frankfurt spielte die Mannschaft aus dem Breisgau beherzt und jugendlich, ließ sich auch von einem Rückstand nicht entmutigen. Sie machte einfach weiter und gewann auswärts mit 2:1. Freiburg gibt dem zersprungenen Altporzellan der Bundesliga aus den Nullerjahren auch wieder Hoffnung: Was Freiburg kann, könntet auch ihr – Nürnberg, Kaiserslautern und Rostock!