Thomas Tuchel ist nicht mehr Trainer von Borussia Dortmund. Tuchel bedankte sich auf einem neu eröffneten Twitter-Account bei Mannschaft, Mitarbeitern und Fans für "zwei schöne, ereignisreiche und aufregende Jahre". Es sei "schade, dass es nicht weitergeht". Twitter verifizierte die Echtheit des Accounts

In einem Gespräch zwischen dem Chef der Geschäftsführung Hans-Joachim Watzke, Sportdirektor Michael Zorc, Tuchel und dessen Berater Olaf Meinking sei die Trennung vereinbart worden, teilte Borussia Dortmund mit. Die Trennung ist die Konsequenz aus den monatelangen internen Differenzen.

Der 43-jährige Tuchel war vor zwei Jahren vom FSV Mainz nach Dortmund gekommen. Er galt unter Fachleuten als der deutsche Pep Guardiola – der ehemalige Bayern-Trainer. Borussia war in der Bundesliga nach den Erfolgen unter Jürgen Klopp nur noch Siebter geworden, hatte kurz zuvor sogar auf dem letzten Platz gestanden.

In seiner ersten Saison hatte Tuchel alle Erwartungen übertroffen. Sein Team kam auf Platz zwei, das Pokalfinale ging erst im Elfmeterschießen verloren. In Tuchels zweiter Saison waren die Ergebnisse nicht mehr ganz so überragend. Auswärts gewann Borussia Dortmund nicht mal jedes dritte Spiel. Doch in der Champions-League-Quali schlug Dortmund als einziges Team alle drei anderen der Spitzengruppe, Bayern, Leipzig und Hoffenheim. Tuchel erreichte zudem zweimal das Viertelfinale im Europapokal.

Seine Spieler lobten seine Gegneranalyse und seine Trainingssteuerung. Fachleute bezeichneten ihn als einen Taktiker, der das Spiel mit dem Ball förderte, während die neudeutsche Schule vor allem Pressing und Konter propagierte. Kritisch gesehen wurde des Öfteren sein Vorgehen beim Einsatz der Spieler – so ließ er als stark eingeschätzte Teammitglieder auf der Bank, statt sie einzusetzen.

Ursache der Trennung sei keinesfalls eine Meinungsverschiedenheit zwischen zwei Personen, schrieb die Vereinsführung in ihrer Mitteilung. Das Wohl des Vereins sei grundsätzlich immer wichtiger als Einzelpersonen.

Tuchels Vertrag sollte noch ein Jahr weiter laufen. Obwohl Tuchel seine Mannschaft mit dem Pokalsieg direkt für die Champions League qualifizierte, wurde die eigentlich bis 2018 vertraglich fixierte Zusammenarbeit vorzeitig beendet.