Jahn Regensburg steigt in die zweite Liga auf, 1860 München in die dritte ab. Das ist das Ergebnis von zwei Relegationsspielen. Das erste war 1:1-unentschieden ausgegangen. Das Rückspiel in München verlor München zu Hause am Dienstagabend mit 0:2 (0:2). Daraufhin trat Präsident Peter Cassalette zurück. 

Geschäftsführer Ian Ayre hatte bereits vor der Niederlage seine Kündigung eingereicht. Ayre, der seinen Posten seit April ausgeführt hatte, kam zum Spiel nicht ins Stadion. Der Verein wartete aber nach eigenen Angaben mit der Bekanntgabe bis nach der Niederlage, um die Spieler nicht zu belasten.

Ayre trat nach eigenen Angaben wegen vereinsinternen Meinungsverschiedenheiten zurück. Unglücklicherweise habe er in den nur acht Wochen seiner Arbeit für den Verein eine Situation vorgefunden, in der die Anteilseigner "weder in einem gemeinsamen Interesse noch einer vereinbarten Vision für den Verein" zusammengearbeitet hätten, schrieb der 54-Jährige in einem Statement für die Zeitung Liverpool Echo.

Ayre war bis Februar für den englischen Premier-League-Verein FC Liverpool tätig, wurde dann aber durch 1860-Investor Hasan Ismaik nach München gekommen. Die Uneinigkeit zwischen Ismaik und dem Verein in einer wichtigen Planungsphase habe es ihm unmöglich gemacht, in seiner Funktion weiterzumachen, schrieb Ayre.

Trainer Vítor Pereira deutete ebenfalls seinen Abschied an. Er hatte die Münchner im Winter mit dem Ziel übernommen, 2018 in die erste Liga aufzusteigen. "Leider hat es nicht gereicht, die Ziele zu erreichen", sagte er. "Bei mir bleibt ein großer Schmerz, dass das Projekt gescheitert ist."

Der Abstieg stürzt den Verein, von dem der Jordanier Ismaik die Mehrheit der Anteile hält, in eine Krise. Ein Neuaufbau auf mehreren Ebenen ist nötig. Durch den Abstieg steigt auch die zweite 1860-Mannschaft aus der Regionalliga in die Bayernliga ab. Der Verein teilte auf seiner Website mit, erste Aufgabe sei jetzt, einen konkreten Plan für die Zukunft zu machen. "Mit dem Fall dritte Liga haben wir uns bereits befasst."

Erfolgsgeschichte Jahn Regensburg

Jahn Regensburg hingegen stieg zum zweiten Mal hintereinander auf: erst von der vierten in die dritte, dann von der dritten in die zweite Liga. Vor 62.000 Zuschauern in der Münchner Allianz Arena schossen Kolja Pusch (30. Minute) und Marc Lais (40.) die entscheidenden Tore. In der 80. Minute musste Schiedsrichter Daniel Siebert die Partie für eine knappe Viertelstunde unterbrechen, weil randalierende Fans aus dem 1860-Block Gegenstände auf den Rasen warfen. Die Polizei musste aufs Spielfeld laufen. Der DFB-Kontrollausschuss wird wegen der Ausschreitungen Ermittlungen einleiten, wie ein Sprecher des Fußballbundes bestätigte.

Nach Spielabpfiff feierten 5.000 mitgereiste Regensburger Anhänger ihr Team und ihren Trainer Heiko Herrlich, der auch für den Aufstieg in die dritte Liga verantwortlich gewesen war. "Das ist ein schönes Gefühl. Diese Freude, dieses Glück", beschrieb Herrlich seine Stimmung nach dem Spiel. Der 45-Jährige hatte als Spieler vor 20 Jahren mit Borussia Dortmund ebenfalls in München die Champions League gewonnen.