Die russischen Fußballnationalmannschaft könnte laut einer Recherche der britischen Mail on Sunday in das staatlich organisierte Doping involviert sein. Alle 23 Spieler der Nationalmannschaft von 2014 und mindestens elf weitere Fußballer sollen demnach auf einer Liste der Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) stehen. Insgesamt umfasse die Liste mehr als 1.000 Sportler, für die sich die Agentur interessiere. Der Fußball-Weltverband Fifa bestätigte, dass russische Fußballspieler des Dopings verdächtigt würden. Allerdings ließ der Verband offen, um welche Spieler es sich handele. 

Die Liste wurde für die Untersuchung der russischen Dopingaffäre erstellt. Der Mail on Sunday zufolge soll es Unregelmäßigkeiten bei den Urinproben der Spieler gegeben haben. Es sei jedoch nicht bekannt, welchen Hintergrund diese Unregelmäßigkeiten haben. Laut der Zeitung überprüft die Fifa derzeit die Anschuldigungen. Der Verband kommentierte den Stand der Ermittlungen nicht.

Fünf der Spieler gehören auch zur russischen Mannschaft beim derzeit laufenden Confederations Cup, dem Vorbereitungswettbewerb der Weltmeisterschaft. Russland ist im kommenden Jahr Gastgeber der WM. Im Confed Cup ist das russische Team nach einem 1:2 gegen Mexiko am Samstag bereits in der Vorrunde ausgeschieden.  

Nachdem aufgedeckt wurde, dass Russland staatlich organisiertes Doping betrieben hatte, durften zahlreiche russische Athleten nicht an den Olympischen Spielen 2016 teilnehmen. Fußball-Verbandschef Witali Mutko hat hingegen stets bestritten, in seiner früheren Funktion als Sportminister in den Skandal involviert gewesen zu sein.

Auch den jetzigen Bericht über Dopingvorwürfe wies er entschieden zurück. "Im Fußball gab es nie Doping und wird es nie Doping geben", sagte Mutko der Nachrichtenagentur Tass in Moskau. Die russische Auswahl werde laufend überprüft, im Fußball sei Doping nie ein Thema gewesen. Die britischen Medien schrieben "irgendwelchen Blödsinn".