Die spanische Polizei hat den Vizepräsidenten des Weltfußballverbands, Ángel María Villar Llona, bei einem Antikorruptionseinsatz festgenommen. Gegen Villar Llona wird unter anderem wegen Korruption, Fälschung und Unterschlagung ermittelt, teilte das Innenministerium mit. Ebenso verhaftet wurde sein Sohn Gorka, der Ex-Generalsekretär des südamerikanischen Verbandes Conmebol.

Ein Sprecher der Fifa sagte, es handle sich um interne Angelegenheiten des spanischen Nationalverbands RFEF. Die Polizei hatte auch den Sitz des RFEF in Madrid durchsucht.

Bereits im November 2015 hatte die Fifa-Ethikkommission Villar Llona verwarnt und mit einer Geldstrafe von 25.000 Schweizer Franken (umgerechnet 23.167 Euro) belegt. Die Ethikkommission warf ihm ein Fehlverhalten in Verbindung mit der Untersuchung der WM-Vergaben an Russland (2018) und Katar (2022) vor. Er habe den damaligen Fifa-Ermittlern um Michael Garcia zunächst keine Aussage liefern wollen. Dies geht aus dem im Juni veröffentlichten Report Garcias hervor.

Im Juni hatte die Fifa nach Debatten um Unregelmäßigkeiten um die WM-Vergaben den vorher unter Verschluss gehaltenen Garcia-Report veröffentlicht. In dem Bericht aus dem Jahr 2014 hat der US-Jurist und Fifa-Chefermittler Garcia eine Reihe von Ungereimtheiten besonders im Zusammenhang mit der Kandidatur Katars zusammengestellt.

Villar Llona und der Ägypter Hany Abo Rida sind die einzigen verbliebenen Mitglied der Fifa-Exekutive, die im Dezember 2010 über die WM-Vergabe an Russland und Katar abgestimmt hatten. 

Villar Llona ist seit 19 Jahren Mitglied des Fifa-Exekutivrates. Im März 2015 hatte der Kongress des europäischen Fußballverbands Uefa ihn für weitere vier Jahre als ihren Abgeordneten bei der Fifa bestätigt. Seit 1988 ist er außerdem Chef des spanischen Fußballverbandes RFEF sowie seit 1992 Vizepräsident des europäischen Dachverbands Uefa.